Hill und Caesars vertiefen Kooperation

Kurz nach der Eröffnung einer eigenen Wettlounge in der Capital One Arena (Washington D. C.) plant der britische Wettriese William Hill eine weitere Ausdehnung seiner US-Aktivitäten. Der Betreiber will seine Kooperation mit seinem Langzeitpartner Caesars vertiefen. Sogar Spekulationen über eine Übernahme oder ein Joint Venture stehen im Raum. Mit welchen Entwicklungen ist zu rechnen?

Die Brunnenlandschaft des Caesars Palace in Las Vegas.

Der Marktwert der Caesars-Hill-Partnerschaft wird von Experten auf 7 Mrd. US-Dollar geschätzt. ©15299/Pixabay

Zusammenlegung der Onlinegeschäfte

Erst vor wenigen Tagen hat der Londoner Traditionsbuchmacher William Hill den Kauf von CG Technology bestätigt. Die Wettangebote des Betreibers sind somit in vier weiteren Immobilien am Las Vegas Strip, im Venetian, Palazzo, Cosmopolitan und Silverton, erhältlich. Im selben Atemzug erklärte das Unternehmen, sich nun darauf zu konzentrieren, sein US-Geschäft enger mit dem Online Glücksspielangebot seines langjährigen Partners Caesars Entertainment Inc. zusammenzuführen.

Hierbei handelt es sich um das kombinierte Unternehmen, dass aus der kürzlich erfolgten Fusion von Caesars und Eldorado entstanden ist. William Hill U.S., die Überseetochter des Londoner Buchmachers, fusionierte an dieser Stelle automatisch mit, da Caesars bereits im Vorfeld 20 Prozent Aktienanteile an dem Unternehmen besaß. Laut Joe Asher, U.S. CEO von William Hill, werden zurzeit Gespräche über eine Zusammenlegung des Sportwett- und Online-Glücksspielgeschäfts geführt.

Asher erklärte weiter, dass momentan etliche Möglichkeiten ausgelotet werden. Die Zusammenführung sei ein ständiges Gesprächsthema, da beide Unternehmen in vielen Bereichen mächtige Vermögenswerte besitzen. Zusammen könnten die Sportwett- und Online Glücksspielaktivitäten der beiden im nächsten Jahr Einnahmen in Höhe von 700 Mio. US-Dollar generieren, so der Geschäftsführer.

Hill ebenfalls Eldorado-Partner

Die Zusammenführung der Marken erscheint fast wie eine logische Fügung, denn schon im September 2018 hatte William Hill zudem einen Sportwett-Deal mit Eldorado abgeschlossen und damit die Exklusivrechte für den Vertrieb der Sportwetten in den Casinos des Konzerns erhalten. Mit der Fusion zwischen Caesars und Eldorado konnte Hill seinen Geschäftsbereich auf ikonische Weise ausbauen. Laut Asher sei Hill immer davon ausgegangen, dass Eldorado Caesars übernehmen würde.

Durch die Expansionen dürften in den kommenden Wochen etwa 15 weitere Standorte, an denen Hill seine Wetten anbietet, hinzukommen. Dazu zählen zum Beispiel das Horseshoe in Iowa sowie das Harrah’s in New Jersey. Damit würden dem Buchmacher insgesamt 170 Einzelhandelsstandorte in 13 Staaten gehören. Zweifellos zählt William Hill somit zu den einflussreichsten europäischen Betreibern am US-Markt.

Die gemeinsamen Online Operationen von Hill und Caesars könnten laut Jared Shojaian, ein Analyst von Wolfe Research, rund 7 Mrd. US-Dollar wert sein. Der Experte vermutete gegenüber Bloomberg, dass Caesars sogar eine Übernahme von William Hill U.S. anstrebt. Wahrscheinlicher sei allerdings ein öffentlich gehandeltes Joint Venture zwischen den Marktriesen, wie es unter anderem schon bei GVC und MGM der Fall ist.

Online Casino-Produkte in New Jersey

Hill befindet sich in den USA zurzeit auf Expansionskurs. Kürzlich führte der Betreiber in New Jersey ein Online Casino-Angebot ein. Angesichts des Sportwett-Einbruchs durch Covid-19 und die damit verbundene Aussetzung des Sports, hatte sich das Online Glücksspiel als großer Gewinner erwiesen: Bis Juli generierte Hill Einnahmen in Höhe von 510 Mio. US-Dollar. Die Umsätze waren dreimal so hoch wie die der Sportwetten (138 Mio. US-Dollar).

Auch der Kauf von CG Technology, der am Dienstag (01.09) abgeschlossen wurde, wurde mit rund 50 Mio. US-Dollar bewertet und dürfte sich weiterhin positiv auf die Geschäftsaktivitäten auswirken. Laut CEO Asher sorge der Deal für neue Kapitalströme. Außerdem habe man vorher noch keinen großen Fußabdruck auf dem Strip gehabt. Nun werde man eine viel größere Präsenz in einigen der Top-Immobilien von Las Vegas haben.

In Las Vegas erholt sich da Geschäft aufgrund globaler Reisebeschränkungen, verursacht durch Covid-19 nur langsam. Die Einnahmen liegen immer noch weit unter dem Normalniveau, weshalb es derweil zu etlichen Entlassungen kommt. Zudem sorgen die strengen Schutzmaßnahmne für starke Beschränkungen des Spielbetriebs. Aufgrund der massiven Verluste hatte (u. a.) der Casinoriese MGM angekündigt 18.000 Mitarbeiter zu entlassen.

Hill-Wettbüro in Capital One Arena

Auch in Washington D. C. befindet sich William derweil auf Expansionskurs: Im August eröffnete der Buchmacher eine eigene Wettlounge in der berühmten Capital One Arena. Vorerst wurde die Abendkasse der über 20.000 Sitzplätze zählenden Multifunktionsarena provisorisch in ein Wettbüro umgewandelt. Derweil laufen die Bauarbeiten an einem zweistöckigen Wett-Restaurant-Betrieb im Innern des Veranstaltungsortes. Geboten werden momentan Wetten auf Profi- und Collegesport-Events an sieben Wettfenstern.

Auch innerhalb des Wettbüros und in der neuen Lounge gelten allerdings die Schutzmaßnahmen gegen Corona. Konkret geht es um die Einhaltung der Regeln für soziale Distanzierung, zudem sind Desinfektionsmittel vorhanden. Darüber hinaus gilt sowohl für die Mitarbeiter von William Hill als auch für Kunden eine Masken- und Handschuhpflicht, um eine Ausbreitung des gefürchteten Lungenerregers zu vermeiden.

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