MGM entlässt 18.000 Mitarbeiter

Aufgrund schwerwiegender Verluste durch die Corona-Krise will der US-Glücksspiel- und Unterhaltungsriese MGM 18.000 Mitarbeiter entlassen. Rund ein Viertel der US-Angestellten sind von dem Schritt betroffen. Hauptstandort der Massenentlassung ist Las Vegas, das immer noch unter den Reisebeschränkungen leidet. Laut CEO Bill Hornbuckle wird bereits ab Ende August (31.08) mit der Umsetzung begonnen.

Der berühmte Las Vegas Strip am Abend.

Trotz Wiedereröffnung liegen die Einnahmen in Las Vegas immer noch weit unter dem Normalniveau. ©NicolaTolin/Unsplash

MGM Hotels kaum ausgelastet

Trotz enormer gewerkschaftlicher Bemühungen um Jobgarantien für die US-Casinomitarbeiter kommt es in der Branche zu immer zahlreicheren Arbeitsplatzverlusten. Neuer trauriger Spitzenreiter ist der Casinogigant MGM, der letzte Woche unglaubliche 18.000 Entlassungen ankündigte. Das Unternehmen, das in Las Vegas vor allem für das MGM Grand, das Bellagio und das Mandalay Bay bekannt ist, leidet aktuell unter der geringen Auslastung seiner Hotels.

Laut eigenen Aussagen sind die Hotels zurzeit nur zu 43 Prozent ausgelastet, das heißt, weniger als die Hälfte im Vorjahresvergleich. Jüngst war das wirtschaftliche Desaster auch an den Spottpreisen ersichtlich: Die Zimmer in Hotels wie dem MGM Grand waren für weniger als 50 US-Dollar pro Nacht zu haben. Gegenüber der Zeitung Wall Street Journal erklärte MGM, bereits ab Ende August mit der großangelegten Entlassungswelle zu beginnen.

Die meisten der betroffenen Mitarbeiter sind in Las Vegas stationiert, wo der Casino-Shutdown und die Corona-Schutzverordnungen dem Betreiber schwerzusetzten. Immer noch dürfen die Etablissements nur mit der Hälft der Belegschaft arbeiten. In Nevada sind die Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, allen zwangsbeurlaubten Mitarbeitern einen Kündigungstermin zu nennen, sofern diese nicht nach sechs Monaten an ihren Arbeitsplatz zurückkehren dürfen.

Laut CEO Bill Hornbuckle, der von einer schwerwiegenden Entscheidung sprach, ist der 31. August als Stichtag für die Entlassungen festgelegt worden. Der Geschäftsführer erklärte, dass MGM Resorts weiterhin mit einem starken Umsatzrückgang aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen zu kämpfen habe. Die Entlassungen treffen dabei etwa ein Viertel aller US-Beschäftigten von MGM, das vor der Pandemie rund 68.000 Mitarbeiter hatte.

MGM schwer angeschlagen

Wie schwer sich die Pandemie und die damit verbundene Wirtschaftskrise auf den Konzern auswirken, zeigt ein Blick in die aktuellen Kennzahlen: MGM verzeichnete in der ersten Hälfte des Jahres 2020 einen Nettoverlust von 50,4 Mio. US-Dollar. Die Nettoeinnahmen bis zum 30. Juni beliefen sich auf 2,54 Mrd. US-Dollar, was einem Rückgang von 60,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Hier wurden Einnahmen von 6,4 Mrd. US-Dollar erzielt.

Die Einnahmen aus dem Casinogeschäft beliefen sich im ersten Halbjahr auf 1,22 Mrd. US-Dollar, was einem Rückgang von 61,1 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 entspricht. Die Einnahmen aus dem Hotelgeschäft fielen im Jahresvergleich um 59,9 Prozent auf 465,6 Mio. US-Dollar, während die Einnahmen aus dem Nahrungsmittel- und Getränkegeschäft um 60,0 Prozent auf 426,5 Mio. US-Dollar zurückgingen.

Die Einnahmen von MGM in Asien, vor allem in Macau, wo Corona die Casinos ebenfalls lahmlegte, sind durch Reisebeschränkungen um ganze 78,8 Prozent auf 306,6 Mio. US-Dollar gesunken. Bill Hornbuckle sprach angesichts der Verluste von einer beispiellosen Herausforderung, die zukünftigen Entwicklungen seien völlig unvorhersehbar. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Krise noch weitere Jobs kosten wird.

Las Vegas leidet unter Schutzverordnungen

Nicht nur die Reisebeschränkungen begünstigen den massiven Stellenabbau, sondern auch die immer noch geltenden Corona-Schutzverordnungen, welche den Spielbetrieb stark einschränken. Wie bereits erwähnt, dürfen die Casinos nur die Hälfte ihrer Mitarbeiter einsetzen. Zudem gelten Spielerlimits für Tischspiele. Beim Blackjack ist die Anzahl zum Beispiel auf drei Spieler pro Tisch begrenzt, beim Poker und Roulette sind nur vier Spieler erlaubt.

Darüber hinaus müssen alle Casinos sicherstellen, dass die Spielautomaten so aufgestellt sind, dass eine angemessene soziale Distanz zwischen den Gästen erzeugt wird. Schlangen an den Eingängen und Tischen sind ausdrücklich zu vermeiden. Obendrein gilt natürlich auch eine Maskenpflicht. Konzerte, Sportveranstaltungen und andere Live-Events dürfen nur unter Ausschluss des Publikums stattfinden. Unter diesen Voraussetzungen ist das Glücksspielparadies Las Vegas eindeutig nicht mehr dasselbe.

Globale Entlassungswelle in Casinos

Doch nicht nur in Las Vegas, sondern weltweit kommt es momentan zu etlichen Jobverlusten in Casinos. In Europa sorgen zum Beispiel die Casinos Austria für Schlagzeilen, die im Zuge eines Sanierungsprogramms über 500 Mitarbeiter entlassen wollen. Außerdem hat der britische Glücksspielriese Genting UK angekündigt, 1.642 Mitarbeiter vor die Tür zu setzen. Sogar von einem kompletten Marktrückzug war die Rede.

Im asiatischen Glücksspieldelta Macau, wo die Umsätze um ganze 97 Prozent eingebrochen sind, stehen momentan über 5.200 Arbeitsplätze auf der Kippe. Große Betreiber wie Melco, Wynn oder Las Vegas Sands haben dort quasi überhaupt keine Einnahmen mehr.

In den USA ist MGM längst nicht der einzige Casinobetreiber, der Entlassungen angekündigt hat. So gab zuletzt Boyd Gaming bekannt, rund 2.500 Stellen abzubauen. Auch das Cosmopolitan erklärte 3.100 Jobs zu canceln. Weitere Entlassungen drohen im Circus Circus und im Tropicana. Letzteres gehört dem Marktriesen Penn National Gaming, der erst letzte Woche weitere Entlassungen ankündigte. Die dramatischen Entwicklungen scheinen kein Ende zu nehmen.

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