UEFA ermittelt gegen Ibrahimovic

Die UEFA hat Ermittlungen gegen Zlatan Ibrahimovic (AC Mailand) eingeleitet. Hintergrund ist, dass der Spieler seit Jahren eine Beteiligung an dem Wettanbieter Bethard hält. Solche Geschäfte sind laut den Regelwerken der UEFA und FIFA rechtswidrig. Ibrahimovic droht im schlimmsten Fall eine hohe Geldstrafe sowie eine Sperre von drei Jahren, was zweifellos das Karriereende des 39-jährigen Schweden bedeuten würde.

Der Hauptsitz der UEFA in Nyon, Schweiz.

Der UEFA unterstehen 55 europäische Nationalverbände des Fußballs. ©MemoryCatcher/Pixabay

Auf Basis der Disziplinar-Regularien

Der europäische Fußballverband UEFA (Union of European Football Associations) ermittelt gegen Zlatan Ibrahimovic. Der Grund: Der Fußballstar ist über seine eigene Firma an dem Buchmacher Bethard beteiligt. Unter der Firmierung Unknown AB hält Ibrahimovic angeblich schon sei Jahren 10 Prozent an dem auf Malta lizenzierten Wettanbieter. Unknown AB soll der viertgrößte Anteilseigner sein. Bethard verdiente 2019 rund 30 Millionen Euro.

Aufgrund der Beteiligung hat die UEFA nun eine Untersuchung auf Basis des Artikels 31 (4) der UEFA-Disziplinar-Regularien eingeleitet, wonach derartige Beteiligungen für Fußballer und Funktionäre strengverboten sind. Das Regelwerk des Weltfußballverbands FIFA weist vergleichbare Vorschriften auf. Erst im Januar hatte die FIFA eine Sperre gegen Atléticos Trippier wegen Wettverstößen bestätigt.

Im Fall Ibrahimovic wurde nun eine Untersuchungskommission gegründet und ein Ethik- und Disziplinarinspektor ernannt. Folglich sollen die finanziellen Interessen von Ibrahimovic an dem Wettanbieter überprüft werden. Zu gegebener Zeit wolle man weitere Details veröffentlichen. Im schlimmsten Fall würde Ibrahimovic – der seinen Vertrag bei Milan gerade erst bis 2022 verlängert hat – eine sechsstellige Geldbuße und eine dreijährige Sperre erhalten.

Kurz vor Aufnahme der Ermittlungen hat Ibrahimovic eine Geldstrafe für einen Disput mit Romelu Lukaku während des Derbys zwischen AC Mailand und Inter Mailand Ende Januar erhalten. Wegen unsportlichen Verhaltens, verbaler Fehlgriffe und einer Kopfnuss muss der 1,93 Meter große Schwede eine Summe von 4.000 Euro zahlen. Lukaku erhielt eine Strafe von 3.000 Euro, während AC zusätzlich 2.000 Euro und Inter 1.250 Euro zahlen müssen. Die Vereine seien als Arbeitgeber für das Fehlverhalten ihrer Spieler mitverantwortlich, so die Entscheidung des italienischen Fußballverbandes FIGC.

Ibrakadabra: Plötzliches Karriereaus?

Keine Frage: Zlatan Ibrahimovic ist ein Stürmer der Superlative. Mit 62 Toren ist er Rekordtorschütze der schwedischen Nationalelf. Im Februar schoss er das 500. Tor seiner Vereinskarriere. Zwölfmal wurde Ibrahimovic, der von Kollegen und Fans meistens nur Ibra genannt wird, schon als schwedischer Fußballer des Jahres gekürt – hiervon zehnmal in Folge.

Wegen seiner spektakulären Tore hat sich inzwischen sogar der Ausspruch Ibrakadabra etabliert. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere galt er als bester Stürmer der Welt und spielte bei renommierten Klubs wie Inter Mailand, AC Mailand, Juventus Turin, FC Barcelona oder Paris Saint-Germain. Sein Comeback in der schwedischen Nationalmannschaft feierte der Spieler im März mit einem 1:0-Sieg gegen Georgien.

Droht dem inzwischen 39-jährigen Superstürmer nun ein plötzliches Karriereende? Diese Frage beschäftigt die Fußballwelt, denn Ibra hat mit seiner Beteiligung an Bethard für einen potenziellen Wettskandal gesorgt. Sollte die Höchststrafe verhängt werden, würde dies zweifellos das Karriereende für den Spieler bedeuten. Gleichsam würde es dem Weltstar einen würdigen Abgang als Sportler kosten.

Wie Ibrahimovic erklärte, sei er in seiner gesamten Karriere massiv von Wettanbietern umworben worden. Allerdings habe ihn niemals ein Angebot überzeugt, bis er in Kontakt mit Bethard trat. Das Unternehmen würde viele Dinge anders machen und stamme zudem aus seiner Heimatstadt Malmö. Was die aktuellen Entwicklungen betrifft, erklärte er, zu diesem Zeitpunkt nicht über mögliche Konsequenzen spekulieren zu wollen. Vielmehr wolle er eine Klärung der Vorschriften vorantreiben, da diese nicht eindeutig formuliert seien.

Schwedischer Verband in Kenntnis

Schon seit 2018 soll der schwedische Fußballverband von den Geschäften zwischen Ibrahimovic und Bethard gewusst haben. Dennoch wurden keine Einsprüche erhoben, außer das Ibrahimovic angeblich aufgrund der Beteiligung aus dem Kader der WM 2018 in Russland gestrichen wurde. Hiermit wollte man dem Regelwerk der internationalen Dachgesellschaft FIFA entsprechen, so Verbandschef Hakan Sjöstrand.

Diese liberale Haltung scheint sich nun jedoch zu ändern: In Bezug auf das Comeback von Ibrahimovic in der schwedischen Nationalelf erklärte Sjöstrand zuletzt, dass er über mögliche Sanktionen nachdenke. Im selben Atemzug forderte Sjöstrand allerdings mehr Klarheit in den wettbezogenen Vorschriften der FIFA, welche viel Raum für Interpretationen ließen.

FIFA- und UEFA-Regeln eindeutig

Sjöstrands Haltung überrascht, denn in den Vorschriften wird eindeutig darauf hingewiesen, dass alle Personen, die dem Regelwerk unterstehen, sich weder direkt noch indirekt an Wetten, Glücksspielen, Lotterien oder ähnlichen Veranstaltungen und Transaktionen im Kontext von Fußballspielen beteiligen dürfen. Eines der Hauptziele ist dabei die Unterbindung von Wett- und Spielmanipulation.

Um die Integrität des Fußballs zu schützen, hatte die FIFA im Dezember 2020 sogar ein Abkommen mit dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) unterzeichnet. In diesem Sinne wurden Spieler wie Kieran Trippier, Paul Scholes oder Daniel Sturridge für ihre Wettvergehen allesamt schnell und empfindlich sanktioniert.

Besonders brisant ist an dieser Stelle, dass der Wettanbieter Bethard etwaige Wetten auf die Spiele von Ibrahimovic angeboten haben soll – sowohl auf die Spiele von AC Mailand als auch auf das Spiel für die schwedische Nationalmannschaft. Welche Entscheidung die UEFA in Bezug auf Ibrahimovic fällen wird, bleibt jedoch vorerst abzuwarten.

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