PokerStars startet Online EPT

Nach der WSOP 2020 wird nun auch die weltberühmte European Poker Tour (EPT) online ausgetragen, so die Entscheidung des Online Poker-Marktführers und EPT-Veranstalters PokerStars. Grund ist die Corona-Pandemie, die immer mehr große landbasierte Live-Pokerturniere ins Internet zwingt. Dies bedeutet aber nicht, dass die Turniere weniger spannend und spektakulär sind, wie PokerStars mit seiner ersten Online EPT beweisen will.

Ein Pokerspieler am Pokertisch eines Casinos.

Pokerturniere haben es in Zeiten von Corona schwer, viele Casinos sind dauerhaft dicht. ©NaimBenjelloun/Pexels

Wichtiges Event für die Pokerwelt

Nach der im Vorfeld kontrovers diskutierten Online WSOP 2020, die 44.179 Teilnehmer bei 31 Events begrüßte und Preisgelder von unglaublichen $26.871.065 ausschüttete, findet nun eine weitere berühmte Turnierserie im Internet statt: Die EPT, die neben der WSOP (World Series of Poker) und der WPT (World Poker Tour) als größtes Pokerevent der Welt gilt, wird vom 08. bis 18.11.2020 online ausgetragen.

Für PokerStars ist die Online EPT ein Debut, dementsprechend groß sind die Ansprüche, die virtuellen Spieltische müssen im wahrsten Sinne des Wortes belebt werden. Aus diesem Grund wurde ein Turnierplan entworfen, der den normalen Live-Events entspricht. Natürlich winken symbolträchtige EPT-Preise für die Sieger, die gleichsam in die Turniergeschichte der EPT eingehen können. Auch Live-Berichterstattungen sind geplant.

Die erste Online EPT ist also für Spieler wie auch Pokerfans ein bedeutsames Datum im Kalender. PokerStars garantiert einen 20 Mio. US-Dollar schweren Preispool, gespielt werden 20 Events, die Buy-ins liegen zwischen $215 und $25.000. Als Schmankerl werden Mini-EPTs veranstaltet, die mit winzigen Buy-ins von $2,20 aufwarten. Die Mini-EPTs sollen die gesamte PokerStars-Community zusammenbringen.

Die European Poker Tour startete erstmals 2004 im Zuge der weltweiten Popularitätsexplosion der beliebten Spielvariante Texas Hold’em. Internationale Pokergrößen wie Phil Ivey, Joe Hachem, Marcel Lüske, Ram Vaswani, Patrik Antonius oder Andy Black saßen seitdem an den EPT-Finaltischen. Im letzten Jahr konnte das EPT-Main Event in Barcelona von dem Schweden Simon Brändström gewonnen werden. Dieser kassierte ein Preisgeld 1.290.166 Euro. Im Übrigen wurde die EPT im Jahr 2017 nicht ausgetragen, stattdessen wurde die PokerStars Championship ausgespielt.

Übertragung per Twitch-Kanal

Der normalen EPT ähnlichen, wird ein Moderatorenduo, bestehend aus Joe Stapleton und James Hartigan, über sechs Tage lang berichterstatten. Die Übertragung findet auf dem Twitch-Kanal von PokerStars statt. Mit dabei sind auch die Markenbotschafter Spraggy, Lex Veldhuis und Fintan Hand. Auch sie senden parallel über ihre eigenen Twitch-Kanäle. Den Zuschauern sollen damit möglichst viele Perspektiven auf den Turnierverlauf geboten werden.

PokerStars-Manager Severin Rasset betonte in diesem Sinne, dass die EPT zu den bedeutsamsten Turnierserien der Welt zählt und einen Pflichttermin für alle Fans und Spieler darstelle. Dies nicht nur aufgrund der hohen Geldpreise und der Dramatik, sondern auch wegen der Förderung der Gemeinschaft und des Zusammenhalts. Man wolle die EPT auch in Zeiten der Corona-Krise aufleben lassen – der Turnierplan, Ticket-Giveaways, Trophäen und Geldpreise sollen dies unterstützen.

Die Online EPT verspricht also erstklassige Pokerunterhaltung und vielseitige Chancen. Einen Beweis, dass die Verlagerung großer Pokerturniere ins Internet funktionieren kann, lieferte die diesjährige WSOP, die eigentlich komplett ausfallen sollte. Online konnte sie auf ganzer Linie überzeugen: Nicht nur zahlenmäßig sorgte das Event für positive Überraschungen, sondern auch in Bezug auf den Unterhaltungsfaktor. Zum Beispiel schaffte es kein Spieler mehr als ein Bracelet zu gewinnen, während viele Spieler zum ersten Mal eines der begehrten Armbänder einheimsen konnten.

Pokerturniere in Zeiten von Corona

Pokern in Casinos wird durch die globalen Corona-Beschränkungen stark erschwert. Während große Turniere wie die EPT ins Internet abwandern, machen immer mehr landbasierte Pokerrooms dauerhaft dicht. Ein Beispiel dafür ist die US-Glücksspielmetropole Las Vegas, aufgrund globaler Reisebeschränkungen sind nur wenige Touristen am Strip unterwegs. Dazu kommen die strengen Restriktionen, mit denen die Casinos konfrontiert werden.

Viele der Pokerrooms blieben daher auch infolge der Wiedereröffnung geschlossen. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass MGM Resorts gleich drei Pokerrooms am Strip dauerhaft dicht macht. Im Mirage, im Mandalay Bay und im Excalibur wurde schon seit März nicht mehr gespielt. Nun werden Freeroll-Aktionen gestartet, wobei alle Jackpot-Gelder ausgespielt werden. Die Pokerrooms sind vorerst Teil der Geschichte.

Online Poker zurzeit einzige Option

Ein weiterer Betreiber, der seinen Betrieb stark zurückschrauben muss, ist Wynn Resorts. Dieser hatte seinen Pokerroom nach dem Lockdown zwar wiedereröffnet, musste diesen dann jedoch verlegen, da das Encore nur noch eingeschränkt (von montags bis donnerstags) geöffnet ist. Grund für den Betriebsrückgang ist laut eigenen Angaben eine zu geringe Auslastung. Der Pokerroom ist infolge des Umzugs aber dauerhaft geöffnet.

Auch die Pokerrooms des legendären Rio All-Suite Hotel & Casino, die Heimat der WSOP, sind noch dicht. Was Europa anbelangt, so befinden sich die meisten Spielhallen und Casinos von Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien und Großbritannien wieder im Lockdown. An das Ausspielen großer Turnierserien ist daher kaum zu denken. Online Pokerturniere erscheinen somit als einzige sichere Option.

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