Schwede gewinnt EPT-Main Event Barcelona

Der 37-jährige Simon Brändström aus Schweden hat das €5.300 Main Event der European Poker Tour (EPT) in Barcelona (20.07.-01.09.) gewonnen. Der Spieler setze sich gegen 1.988 Spieler durch und nimmt folglich ein Preisgeld von satten 1.290.166 Euro mit nach Hause. Außerdem erhält Brändström infolge seines Sieges eine der begehrtesten Trophäen der internationalen Pokerszene. Hier die wichtigsten Infos zum Finale.

Der Sieger des EPT-Main Events Barcelona, Simon Brändström.

Der Sieger des EPT-Main Events, Simon Brändström, kassierte ein Preisgeld von rund 1,3 Mio. Euro. (©Twitter)

Durchwachsenes Heads-Up

Mit 1.988 Teilnehmer und einem Gesamtpreispool von unglaublichen 9.614.800 Euro war die EPT Barcelona 2019 die größte in ihrer Geschichte. Durchsetzen konnte sich hier am Ende Simon Brändström (37) aus der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Der Spieler setzte sich als Chip-Leader an den sechsköpfigen Final Table. Nach nur 21 Händen war bereits entschieden, welche beiden Spieler sich im Heads-Up-Duell gegenüber sitzen. Doch der Reihe nach.

Innerhalb der ersten halben Stunde schickte der Ungar Marton Czuczor die Spieler Yunye Lu (China), Giovanni Torre (Portugal) und Diego Falcone (Brasilien) nach Hause. Infolge übernahm Brändström die Kontrolle des Spiels und besiegte den Portugiesen Rui Sousas. Dieser verließ den Tisch auf dem dritten Platz, wofür er ein Preisgeld von immerhin noch 607.400 Euro kassierte.

Das allesentscheidende Heads-Up zwischen Brändström und Czuczor zog sich nun über drei Stunden. Brändstrom schwächelte hier wiederholt, erst nach zwei Stunden gelang es ihm, eine Serie kleinerer Pötte zu gewinnen und sich langsam wieder hochzuarbeiten. Mit einem Chip-Lead von 3:1 wähnte sich Czuczor zu diesem Zeitpunkt schon auf der Siegerstraße, dann kam es jedoch zu einer unerwarteten Vorentscheidung.

Glückliche Wendung

Der bis dahin dominante Czuczor raiste am Button mit Pik-6 und Pik-3, Brändström callte folglich mit Kreuz-König und Herz-3. Der Flop sicherte dem Schweden mit Karo-König, Kreuz-3 und Karo-3 ein Full House, während die Trips von Czuczor floppten. Infolge wurde es spannend: Am Turm wurde Karo-6 aufgedeckt , womit auch der Ungar ein Full House erhielt. Nach einem kurzen Hin und Her zwischen Bets und Calls erschien eine Herz-10 am River. Czuczor setzte erneut, Brändström ging jedoch All-in. Der Ungar callte, womit er nun den Großteil seines Stacks abtreten musste.

Infolge wurde die finale Hand gespielt: Brändström setzte Herz-6 und Kreuz-6, Czuczor wartete hingegen mit Pik-König und Kreuz-Dame auf. Der Ungar ging nun All-in, der Schwede antwortete jedoch sofort per Call. Am Board wurden jetzt Kreuz-7, Karo-2, Pik-9, Karo-Ass und Herz-5 aufgedeckt, was Brändström endgültig den vielumjubelten Sieg bescherte.

Der Schwede präsentierte sich infolge seines Sieges jedoch bescheiden. Innerhalb des Turniers sei er demnach eher „too short“ gewesen und habe mit lediglich neun Big-Blinds aufwarten können. Auch im Heads-Up habe er über längere Zeit nur wenige Chips besessen. Dass ihm ein Comeback dennoch gelungen ist, sei daher ein glücklicher Ausgang. Im Wortlaut hieß es:

“Ich habe wahrscheinlich nicht mein A-Game gespielt, aber die Karten kamen am Ende so, wie ich sie brauchte. Es ist schön den Titel zu gewinnen. Barcelona ist ein klassischer Stop der EPT.”

11. EPT-Titel für Schweden

Für den Sieg hat Brändström ein sattes Preisgeld von 1.290.166 Euro erhalten. Außerdem erhielt er eine der begehrtesten Trophäen der internationalen Pokerwelt. Schon zum 11. Mal geht somit eine EPT-Trophäe nach Schweden. Für Ungarn wäre es hingegen die erste EPT-Trophäe überhaupt gewesen. Als Zweitplatzierter nimmt Marton Czuczor allerdings eine ebenso stattliche Summe von 1.253.234 Euro mit nach Hause. Die beiden Kontrahenten hatten sich bereits im Vorfeld auf eine Aufteilung des Preispools geeinigt.

Zum Verständnis: Simon Brändström ist in der hiesigen Poker-Community längst kein Unbekannter. Bereits seit 2008 nimmt der Spieler regelmäßig an renommierten Live-Turnieren teil. Bis 2016 spielte er unter seinem Geburtsnamen Persson und gewann bisher über 800.000 US-Dollar an Preisgeldern.

Erhöhte Bekanntheit erreichte Brändström vor allem durch einen zweiten Platz bei den Master Classics of Poker 2013 in Amsterdam. Außerdem belegte er den dritten Platz bei EPT Eureka 2015 in Prag. Obendrein wurde er im März Zweiter beim diesjährigen €1.500 NL Hold’em Deepstack Turnier der WPT Barcelona. Brändströms Sieg im EPT-Main Event Barcelona ist jedoch bisher sein mit Abstand größter Erfolg.

Deutscher auf Platz 40

Der beste deutsche Spieler des Rekordturniers war im Übrigen der gebürtige Berliner Robert Heidorn. Diese belegte zwar nur Platz 40, erhielt hierfür jedoch immer noch eine Prämie von 25.560 Euro.

Auf Deutsch übertragen wurde das Main Event von Barcelona von dem Internet-TV-Sender Twitch. Hier kommentierten niemand geringere als die beiden bekannten Pokerprofis und -Blogger Martin Pott und Felix Schneider das Geschehen. Letzterer geriet zuletzt im Juni im Rahmen einer YouTube-Sperre für Poker-Videos in die Schlagzeilen. Hunderte seiner Videos waren nicht mehr aufrufbar. Grund war eine Großoffensive vonseiten der Internetplattform gegen vermeintlich illegale Glücksspielinhalte.

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