KSA Hand in Hand mit UKGC

Die niederländische Regulierungsbehörde KSA (Kansspelautoriteit) arbeitet zukünftig mit der britischen Glücksspielkommission (UK Gambling Commission, UKGC) zusammen. Zu diesem Zweck haben die Behörden ein sogenanntes Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Ziel ist der informelle Austausch zur Verbesserung der Regulierung des Online Glücksspiels. Die Niederlande befindet sich zurzeit mitten in der Lizenzvergabe.

Spielchips und Würfel auf einer Tischfläche.

Ab Oktober will Holland die Pforten für lizenzierte Online Glücksspielanbieter öffnen. ©HeatherGill/Unsplash

Kooperation auf internationaler Ebene

Die niederländische Glücksspielbehörde KSA kooperiert fortan mit der britischen UKGC. Die Behörden haben ein Memorandum of Understanding (MoU) vereinbart, um die Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen zu stärken. Das Abkommen soll einen intensiveren Informationsaustausch und eine engere Zusammenarbeit ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Kontrolle und Regulation des florierenden Online Glücksspiels.

Dazu gehört auch eine engere Zusammenarbeit beim Spieler- und Verbraucherschutz sowie bei der Verhinderung von glücksspielbezogenen Schäden und von Kriminalität wie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Laut Aussagen des KSA-Vorsitzenden René Jansen bilde das MoU eine solide Basis für die Zusammenarbeit und sorge für einen reibungslosen Informationsaustausch.

Laut Jansen werde damit auch den Anbietern von Online Glücksspielen ein klares Signal gesendet – da Online Glücksspiel grenzübergreifend stattfindet, sei auch eine Zusammenarbeit auf internationaler Ebene erforderlich. In diesem Sinne erfolgt das Abkommen kurz vor der Einführung des legalen Online Glücksspiels in den Niederlanden. Nach einer Reihe von Verzögerungen soll der Markt ab Oktober geöffnet werden.

Dass Glücksspielbehörden auf Basis von MoU’s kooperieren, ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Im September 2020 kam es bereits zu einem ähnlichen Abkommen zwischen der MGA und der KSA. Ziel der Zusammenarbeit ist Eindämmung von illegalen Aktivitäten auf dem Glücksspielmarkt. Im Fokus steht die Bekämpfung von illegalen Spielabsprachen, Wettmanipulation, Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche. Zu diesem Zweck hatten sich 2019 auch schon die Behörden von Schweden und Gibraltar zusammengeschlossen. Bestimmte Regularien müssten vereinheitlicht werden, so das Kredo der Aufsichtsbehörden.

Gesetzesreform in den Niederlanden

Der sogenannte Remote Gambling Act (KOA) ist am 01. April 2021 in Kraft getreten und sieht, ähnlich wie der GlüStV in Deutschland, die Regulierung des Online Glücksspiels in den Niederlanden vor. Der Starttermin wurde aufgrund regulatorischer Diskrepanzen bereits dreimal verschoben – eigentlich sollte der KOA bereits am 01. Juli 2020 in Kraft treten. Neuer Termin für die Marktöffnung ist der 01. Oktober.

Momentan befindet sich das Land inmitten der Lizenzvergabe. Laut KSA würden vorläufig 35 Lizenzen an europäische Anbieter vergeben. Das neue Glücksspielgesetz umfasst an dieser Stelle eine Reihe konkreter Anforderungen, welche die Unternehmen erfüllen müssen, sofern sie in den Niederlanden lizenziert werden wollen. Darunter zum Beispiel:

  • Maßnahmen zum Spielerschutz und zur Prävention von Spielsucht
  • Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter in punkto Spielerschutz
  • Maßnahmen zum expliziten Schutz von Kindern und Jugendlichen
  • Lizenzierte Verifizierungssysteme zur Alters- und Identitätsüberprüfung

Jüngst bekräftigte die KSA die Bedeutsamkeit der vorgegebenen Bestimmungen zur Suchtprävention und zum Verbraucherschutz. Insbesondere müssen alle lizenzierten Betreiber ihre Spieler bei der Selbstausschluss-Datenbank CRUKS registrieren. Darüber hinaus müssen der Kontrolldatenbank CDB alle Spielerdaten zur Verfügung gestellt werden, um eine Fernüberwachung der Behörde zu ermöglichen.

KSA prognostiziert Onlineboom

Anfang März hatte die KSA positive Prognosen für die künftige Marktentwicklung in Aussicht gestellt. Ein umfassender Bericht unter dem Titel Scope of the Online Games of Chance Market erörterte die Chancen des regulierten Online Glücksspiels und untersucht zugleich die potenziellen Konsequenzen der Legalisierung.

Der Branche wurde in dem Bericht ein starkes Wachstum bescheinigt. Bis zum Jahr 2024 sei mit einem Anstieg der Bruttoumsätze auf 1,1 Milliarden Euro zu rechnen. Davon würden 69 Prozent (~ 757 Millionen Euro) auf dem legalisierten Markt erzielt. Unter anderem berief sich die KSA hierbei auf die Ergebnisse der beiden Marktforschungsunternehmen H2 Gambling Capital und Regulus Partners (London).

Regulus bescheinigte dem niederländischen Online Glücksspielmarkt Bruttoumsätze von 827 Millionen Euro, unterschied dabei aber nicht zwischen legal und illegal. Laut KSA-Vorstandschef Jansen bestehe nach der Legalisierung ein erheblicher Anteil der Arbeit darin, das verbleibende illegale Angebot so klein wie möglich zu halten. Die Lizenzkriterien seien dafür der wichtigste Baustein. Ob sich die Prognosen bewahrheiten, bleibt vorerst abzuwarten.

Orientierung an UK, Dänemark, Schweden

Laut Jansen blicke man zurzeit in Richtung UK, Dänemark und Schweden, wo ebenfalls Reformen zugunsten des Online Glücksspiels durchgeführt wurden. Es ginge dabei um die Frage, wie sich die Aufsicht über den Sektor am besten gestalten lässt. Die Erfahrungswerte anderer Behörden seien hierbei von höchster Bedeutung.

Eine Million Niederländer würden, so Jansen, gelegentlich oder häufig an Online Glücksspielen teilnehmen. Bisher konnten die Spieler aber nur bei irregulären Anbietern spielen, welche zumeist in der EU lizenziert sind. Dadurch, dass bisher keine nationale Regulierung in den Niederlanden bestand, seien die Kunden nicht hinreichend geschützt worden. Es sei jedoch statistisch möglich, mindestens neun von zehn Spielern vom Schwatzmarkt abzuziehen.

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