AWI veröffentlicht Hygienekatalog

Die AWI (Automaten-Wirtschaftsverbände Info GmbH) bietet ab sofort einen Katalog mit Hygienemaßnahmen für Spielhallenbetreiber zum kostenlosen Download an. Grund ist die schrittweise Wiedereröffnung der Einrichtungen infolge des Corona-Lockdowns. Erst kürzlich wurden Starttermine für Spielhallen in Berlin und Ostdeutschland vergeben. Mit welchen Entwicklungen ist zu rechnen?

Ein Spielautomat in einer Spielhalle.

Unter anderem sollen Trennwände zwischen den Automaten vor Infektionen schützen. ©AidanHowe/Pixabay

Sicheres Spielen im Fokus

Die AWI, eine Servicegesellschaft des Industrieverbandes DAW (Deutsche Automatenwirtschaft e. V.), will deutschen Spielhallenbetreibern eine reibungslose Phase der Wiedereröffnung ermöglichen. Zu diesem Zweck wurde ein Hygienemaßnahmenkatalog zur Ausstellung aufbereitet. Dieser steht ab sofort zum freien Download und Ausdruck zur Verfügung. Betreiber zeigen ihren Kunden damit: „Wir haben geöffnet und möchten wir möchten, dass sie sicher spielen können.“

Der Katalog umfasst insgesamt neun Punkte in fünf Sprachen und verschiedenen Formaten. Konkret geht es um regelmäßige Händedesinfektionen, das Tragen von Atemschutzmasken und die Wahrung eines Sicherheitsabstands von mindestens 1,50 Meter. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die Gästeanzahl reduziert wird. Darüber hinaus erhalten Besucher mit Krankheitssymptomen keinen Zutritt. Geldwechseln ist nur am Automaten möglich.

Auch die Spielautomaten werden regelmäßig desinfiziert und zudem mit Trennwänden gesichert, die normalerweise als Sichtschutz fungieren. Laut AWI habe es nun die oberste Priorität die Kunden über die geltenden Hygieneregeln zu informieren. Dies diene sowohl der Einhaltung der Maßnahmen als auch der Erhöhung des „Sicherheitsempfindens“ der Gäste und Mitarbeiter.

Schrittweise Wiedereröffnung geplant

Zurzeit erfolgt in Deutschland eine schrittweise Wiedereröffnung der Spielhallen, wobei verständlicherweise strenge Auflagen zum Infektionsschutz gelten. Als erstes hatten das Saarland und Niedersachsen eine Wiedereröffnung angekündigt. Unter den benannten Sicherheitsvorkehrungen, geregelt in der Neufassung der Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, darf in den Bundesländern seit dem 04. Mai wieder gespielt werden.

Die Aufhebung der Schließungsverordnungen wurde vom Dachverband DAW begrüßt. Vorstandsprecher Georg Stecker sprach von einer „guten Nachricht“ für alle Automatenunternehmen. Spielhallen würden schon aufgrund ihrer rechtlichen Grundbedingungen einen sehr guten Infektionsschutz bieten. Diesen habe man durch ein eigenes Konzept optimiert. Zudem betonte Stecker die Bedeutsamkeit eines legalen Glücksspiels. Alternativ findet man im Internet ein hohes Maß an Sicherheit und Spielerschutz.

Spielhallen in NRW fahren hoch

Infolge haben sich weitere Bundesländer den Öffnungsplänen angeschlossen, unter anderem Nordrhein-Westfalen (NRW). Hier laufen die Öffnungen seit dem 11. Mai. Die wochenlange Schließung hatte besonders den deutschen „Automatenkönig“ und Merkur-Chef Paul Gauselmann getroffen. Der 85-jährige Unternehmer sprach daher ebenfalls von einer „guten Nachricht“, die der Branche und dem Verbraucherschutz zugutekomme.

Trotz der Krise hatte sich Gauselmann stets hoffnungsvoll gehalten. Seit Wochen bereitet sich der deutsche Glücksspielmarktführer intensiv auf die Beendigung des Lockdowns und die Wiedereröffnung seiner europaweit 700 Merkur-Filialen vor. In diesem Zuge hat auch Gauselmann ganzheitliche Hygienekonzepte erstellt. Die Gesundheit von Gästen Mitarbeitern habe die oberste Priorität, kommentierte das Familienunternehmen aus Espelkamp.

Wie auch die DAW hatte Gauselmann im Vorfeld an die Politiker der Bundesländer appelliert, zeitnahe Pläne für die Wiedereröffnungen der Spielhallen vorzulegen. Der Druck kommt nicht von ungefähr, da das Unternehmen knapp 14.000 Mitarbeiter in Urlaub oder in Kurzarbeit schicken musste und Online Casinos immer mehr zu einer echten Alternative werden.

Weitere Bundesländer ziehen mit

Immer mehr Bundesländer schließen sich den Wiedereröffnungen an. Das Land Hessen gab bekannt, Spielhallen ab dem 15. Mai wieder zu öffnen. Schleswig-Holstein setzte den Termin hingegen auf den 18. Mai, was gleichermaßen auch für Sachsen gilt. In Thüringen war der Startschuss am 13. Mai. Doch in anderen Ländern müssen sich Spieler weiterhin gedulden.

Darunter zum Beispiel Berlin und Brandenburg. Laut Tagesspiegel hat der Berliner Senat entschieden, dass lokale Clubs, Kinos, Spielhallen und Bordelle noch mindestens bis zum 05. Juni geschlossen bleiben müssen. Des Weiteren lägen bislang noch keine Infos, wann die Beschränkungen in Brandenburg aufgehoben werden.

Das Schlusslicht könnte Mecklenburg-Vorpommern bilden. Wie es heißt öffnen die Spielhallen hier erst wieder ab dem 15. Juni. Der Verband der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland sehen in den langen Fristen ein inakzeptables Vorgehen im Vergleich zu anderen Branchen. Es bleibt abzuwarten, ob sich an den Startdaten noch etwas ändert.

Kommen Spielhallen zu kurz?

Mehrere Gerichtsurteile hatten im März und April die Schließung aller Spielhallen aufgrund des Coronavirus bestätigt. Etliche Betreiber hielten die Verordnungen für „unverhältnismäßig“ und hatten Eilanträge eingereicht. Der Infektionsschutz in den Etablissements sei gewährleistet, so das Kredo. Die Justiz entgegnete jedoch, dass „sozialer Kontakt ein wesentlicher Bestandteil bei dem Besuch von Spielhallen“ ist.

In der Tat wurden Spielhallenbetreiber von der Politik infolge nicht mehr sonderlich berücksichtigt, als über die Lockerungen für diverse andere Branchen debattiert wurde. Dies sorgte für Kritik. Nun können die Spielstätten jedoch durch die gegebenen gesetzlichen Bestimmungen und zusätzlichen Maßnahmen einen intensiven Schutz für Gäste und Mitarbeiter gewährleisten. Es scheint, als könne die Automatenbranche schon in absehbarer Zeit aufatmen.

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