Wynn expandiert mit SG Digital

Der US-Casinoriese Wynn Resorts plant seine in New Jersey bestehende iGaming- und Wettpartnerschaft mit Scientific Games (Nevada) auf die Bundesstaaten Colorado und Indiana auszuweiten. Den Marktzugang sicherte sich Wynn durch einen Deal mit Full House Resorts. Parallel zur Expansion leidet der Marktriese unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Mit welchen Entwicklungen ist zu rechnen?

Der Wynn Palace in Macau bei Nacht.

Trotz Wiedereröffnung steht das Geschäft in Macau still, da chinesische Touristen ausbleiben. ©竟傲汤/Pexels

Portfolio von mehr als 2.000 Spielen

Bereits seit April 2019 geht der Casinokonzern Wynn Resort Hand in Hand mit dem internationalen Online Glücksspielgiganten Scientific Games (SG). Der Vertrag sieht vor, dass SG den in Las Vegas ansässige Betreiber bei der Einführung digitaler Sportwetten und Online Glücksspiele auf dem US-Markt unterstützt. Bisher bezog sich die Partnerschaft nur auf New Jersey, nun soll das Abkommen auf Indiana und Colorado ausgedehnt werden.

In den beiden Staaten wurden Sportwetten 2019 legalisiert. Künftig wird Wynn auf den Märkten die international bewährte OpenSports-Wettlösung von SG zum Einsatz bringen. Diese wird seit jeher von Verwaltungsplattform OpenPlatform unterstützt. Das System ermöglicht sowohl die Einführung eines umfassenden Sportwettangebots als auch die Etablierung eines mehr als 2.000 Spiele zählenden iGaming-Portfolios.

Jordan Levin, Chief Executive von Scientific Games Digital, begrüßte die Expansion auf den beiden wachsenden Märkten. Man freue sich darauf mit Wynn Resorts und seinem außergewöhnlichen Team bei der Ausweitung der Partnerschaft zusammenzuarbeiten. Gemeinsam wolle man neue Unterhaltungsmöglichkeiten entwickeln und den Spielern von Indiana und Colorado Sportwetten und iGaming-Erlebnisse der Extraklasse bieten.

Marktzugang über Full House Resorts

Im Oktober 2019 hatte Wynn Resorts bereits eine Sportwettpartnerschaft mit Full House Resorts getroffen. Hiermit erhielt der Konzern, der sich zuletzt vermehrt mit den Missbrauchsvorwürfen gegen Steve Wynn befassen musste, den Marktzugang in Indiana und Colorado. Im Zentrum der Partnerschaft stand die Einführung von Online Sportwetten in beiden Bundesstaaten. Wynn vermittelte bei der Vereinbarung über seine US-Tochtergesellschaft WSI.

Diese ist die primäre Betreibergesellschaft für das interaktive Spiel- und Sportwettgeschäft von Wynn. Genaue Details zu dem Deal wurden nicht bekanntgegeben. Die Partner erklärten jedoch, dass man infolge des Abkommens alle erlaubten Sportwettangebote in den beiden Staaten ausschöpfen könne. Full House betreibt einerseits das Bronco Billy’s Casino in Colorado und andererseits das Rising Star Casino in Indiana.

Full House erklärte im Vorfeld, dass der Start von Sportwetten in Colorado von der Legalisierung des Sektors abhängt. Eine entsprechende Gesetzesnovelle wurde im Mai 2019 von Gouverneur Jared Polis unterzeichnet. Den Bürgern wurde das Dekret außerdem im November als Referendum vorgelegt. Die 5,6 Mio. Einwohner stimmten mehrheitlich dafür, womit der Marktöffnung nichts mehr im Wege stand.

Der Präsident und Vorstandsvorsitzende von Full House, Daniel Lee, zeigte sich erfreut über die Partnerschaft. Wynn sei ein Anbieter mit beispiellosem Fokus auf den Gästeservice und ein führender Anbieter in der globalen Glücksspielindustrie. Gemeinsam wolle man einzigartige Onlineangebote schaffen, man rechne mit vielen Kunden und weiteren spannenden Expansionen.

Wynn im Kampf gegen Corona-Krise

Die Ausweitung des digitalen Sportwettgeschäfts ist für Wynn Resorts momentan von höchster Bedeutung, denn der Betreiber leidet stark unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Ein Blick auf die aktuellen Geschäftszahlen verdeutlicht die Problematik. Für die erste Jahreshälfte meldete Wynn einen Nettoverlust von satten 1,04 Mrd. US-Dollar. Der Casino-Shutdown in Las Vegas hat Wynn hart getroffen. In Macau stand das Geschäft ebenfalls still.

Der Verlust entspricht einem Rückgang von 68,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Wynn gab zwar keine regionalen Ergebnisse für das erste Halbjahr an, erklärte jedoch, dass unter dem Strich sämtliche Liegenschaften von den Auswirkungen der Pandemie betroffen seien. In den USA wurde das Wynn Las Vegas am 17. März vorübergehend geschlossen und erst am 04. Juni wieder eröffnet. Seit der Wiederöffnung sorgen zudem die strengen Schutzverordnungen dafür, dass die Einnahmen nur langsam ansteigen.

CEO Matt Maddox erklärte, trotz der Verluste in der ersten Jahreshälfte froh darüber zu sein, inzwischen wieder auf allen Märkten aktiv sein zu können, von den Kunden habe man eine positive Reaktion erhalten. Die Schutzverordnungen würden an allen Stellen voll und ganz umgesetzt. Zu befolgen sind Abstandsregeln, Hygienevorschriften sowie eine Maskenpflicht.

Schwere Verluste in Macau

In Macau legte Corona ebenfalls alle Casinos lahm. Hier sind der Wynn Palace und das Wynn Macau stationiert. Beide Etablissements wurden am 05. Februar geschlossen und erst am 20. Februar wieder geöffnet. Trotz der Wiedereröffnung steht das Geschäft durch die weiterhin geltenden Reisebeschränkungen still, denn Macau lebt vor allem vom Glücksspieltourismus aus China.

Die Verluste für Wynn beliefen sich in Macau in der ersten Jahreshälfte auf 770,4 Mio. US-Dollar. Laut Maddox haben die Behörden inzwischen damit begonnen, einige Beschränkungen zu lockern, man sei zuversichtlich, dass der Markt von der Rückkehr der chinesischen Touristen in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 profitieren wird.

Die Entwicklungen sehen momentan jedoch eher finster aus. Im Juni waren die Gesamtumsätze der chinesischen Sonderverwaltungszone um 93 Prozent eingebrochen. Im August haben die Verluste weiter zugenommen. Die örtliche Glücksspielbehörde meldete einen weiteren Rückgang von 94,5 Prozent. Die Gesamteinnahmen lagen bei nur 166 Mio. US-Dollar, im Vorjahr betrugen sie weit über 1 Mrd. US-Dollar. Die Entwicklungen bleiben abzuwarten.

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