Las Vegas-Shows für Lady Gaga und Aerosmith

Mit den Music-Acts Lady Gaga und Aerosmith erweitert die US-Casino-Hauptstadt ihr Portfolio um zwei internationale Publikumsmagneten. Die Musiker treten damit in die Fußstapfen von Legenden wie Elvis Presley, Frank Sinatra oder Guns ‘n Roses. Die Stadt erhofft sich dagegen wachsenden Zulauf, denn das Geschäft ist seit längerem rückläufig.

Schon ab Dezember wird die aus New York City stammende Golden Globe- und sechsfache Grammy-Gewinnerin, Lady Gaga, für zwei Jahre auf der Bühne des MGM Park Theaters spielen. Geplant sind mindestens 74 Shows, eine Erweiterung ist laut US-Boulevard-Presse nicht ausgeschlossen. Pro Show erhalte Gaga eine Gage von über 1 Mio. US-Dollar (~ 880.000 Euro), wie es heißt. Jüngst bestätigte die 32jährige Pop-Diva auf Twitter:

„Die Gerüchte sind wahr! Ich werde meine eigene Show im MGM’s Park Theater bekommen. Ich bin so glücklich, es war mein lebenslanger Traum, ein Las Vegas-Showgirl zu werden!“

Die für ihre ebenso pompösen wie exzentrischen Bühnenshows bekannte Sängerin hat dementsprechend gleich ein doppeltgestaffeltes Liveprogramm – „anders als alles was Las Vegas je gesehen hat“ – angekündigt. Unter dem Titel „Enigma“ werde Gaga laut Betreiber MGM erstens eine „brandneue Odyssee ihrer Pop-Hits“ präsentieren, zweitens sollen eigene Hits sowie diverse Musikklassiker in der Show „Lady Gaga – Jazz & Piano“ gecovert werden.

Wann der Vorverkauf beginnt und was eine Karte pro Gaga-Vegas-Show kosten wird ist bislang nicht bekannt. Im Durchschnitt zahlten Kunden für vergleichbare Konzertevents 2017 umgerechnet etwa 81 Dollar pro Karte.

Aerosmith verspricht neues Element

Fast zeitgleich haben auch die US-Rocklegenden von Aerosmith angekündigt, ab Frühjahr 2019 regelmäßig in der ‚Sin-City‘ aufzutreten. Der Gitarrist der 1970 in Boston gegründeten Rockband, Joe Perry, gab das Arrangement im Interview mit dem Radiosender Sirius XM bekannt. Geplant sind demnach vorerst 18 Shows, ebenfalls im MGM Park Theater. Der Preis pro Ticket startet bei umgerechnet 65 Euro, der Vorverkauf beginnt bereits am 24. August.

Über die Gagenhöhe der Altrocker selbst gab der Bandsprecher keine Auskunft. Auch über das genaue Programm der Kombo um Sängerikone Steven Tyler können Fans und Touristen bis dato nur spekulieren. Es sei jedoch laut Perry zumindest verraten, dass die Band in Las Vegas „etwas anderes als gewohnt machen wolle“, hierzu heißt es laut CNN:

„Wir wollen eine Show mitbringen, die wir auf einer normalen Tour nicht wirklich spielen können. Wir wollen zwar immer noch eine Show bringen, die Aerosmith und all die Eingeweide von Aerosmith beinhaltet, jedoch auch ein völlig neues Element einbauen, das wir vorher nie preisgegeben haben.“

Durch Hits wie „Dream On“, „I don’t want to miss a thing“ und (natürlich) das Run-DMC-Feature „Walk this Way“, steht Aerosmith im RIAA-Ranking der erfolgreichsten US-Musiker mit 66,5 Mio. Plattenverkäufen auf Platz 14 – gleich hinter den Rolling Stones und fast unerhörter Weise vor dem ‚Boss‘ Bruce Springsteen. Weltweit verkaufte Aerosmith – wie auch Lady Gaga – über 150 Millionen Tonträger.

Kampf um wachsenden Zulauf?

In der glitzernden Glücksspiel-Metropole Las Vegas, unter dem Wüstenhimmel Nevadas, erstrahlen somit also gleich zwei neue Weltstar-Sensationen in absehbarer Zeit. Wenn Lady Gaga und Aerosmith die Bühne des MGM Theaters betreten, stehen sie fortan in unmittelbarer Konkurrenz zu Musikgrößen wie Britney Spears, Elton John oder Mariah Carey, die derzeit ebenfalls regelmäßig in dem Glücksspiel-Mekka auftreten.

Dauerhafte Konzertshows am selben Ort – sogenannte „Concert Residencies“ – haben in ‚Vegas‘ Tradition. Etabliert wurden sie durch den in den 1940er Jahren hier höchstbekannten Showman, Liberace. Seit jeher gelten die Auftritte Frank Sinatras (1968) oder Elvis Presleys (1970) als legendär.

Die zumeist besonders hohen Gagen haben auch modernere Superstars der 1980er und 1990er, zum Beispiel Prince oder Guns ‘n Roses angelockt. Zwischen 2003 und 2007 spielte die kanadische Sängerin Celine Dion die bislang erfolgreichste Las Vegas-Show überhaupt – mit 717 Einzelshows vor insgesamt rund drei Millionen Zuschauern.

Die Casino-Hauptstadt Las Vegas weiß, was sie an ihren Superstars hat, dass sich Betreiber wie MGM ihre Publikumsmagneten einiges kosten lassen, kommt nicht von ungefähr. Doch besonders dieser Tage dürfte sich das Casino-Resort-Management der Stadt über wachsenden Zulauf freuen, das Glanz- und Gloria-El Dorado leidet nach jüngsten Meldungen nämlich unter sinkender Nachfrage:

Die zwei größten in Las Vegas ansässigen Casino-Entertainment-Konzerne, Caesars und MGM, verbuchen im Q2-Vergleich zwischen 2017 und 2018 einen Rückgang an Zimmervergaben um nicht unerhebliche vier Prozent. Selbst innerhalb der WSOP-Wochen sei im Jahresvergleich ein Minus von 1 Prozent zu verzeichnen, so die Betreiber.

Bedingt seien die Ausfälle durch aufkeimendes Online Glücksspiel, vor allem hinsichtlich der im Mai beschlossenen US-weiten Sportwettlegalisierung – aber auch durch vermehrt negative Publicity infolge des Amoklaufs 2017. Ob Lady Gaga und Aerosmith langfristig gegen derart basis-affine ‚Störfaktoren‘ ansingen können, bleibt vorerst abzuwarten.

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