Glücksspiel-Wochenrückblick: Neue Studie zum Spielerschutz, Stress zwischen UEFA und FIFA & Casino beim Wacken-Festival
- Eine neue Studie zeigt, dass Spielerschutzmaßnahmen in Deutschland nicht weit genug reichen. Forscher haben konkrete Handlungsempfehlungen erstellt.
- Der Streit zwischen der UEFA und der FIFA scheint zu eskalieren.
- Die Ankündigung eines Casinos beim Wacken-Festival hat für große Aufregung gesorgt.

Was war diese Woche in der Glücksspielbranche wichtig? Das erfahrt ihr in unserem Rückblick! © OnlineCasinosDeutschland.com/ChatGPT
Aktuelle Studie zeigt: Spielerschutzmaßnahmen sollten ausgebaut werden
An der Universität Bremen wird rund um das Thema Glücksspiel und Spielerschutz ausgiebig geforscht. Aktuell sorgt eine neue Studie für Gesprächsstoff.
Das Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen und das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung haben gemeinsam mit der Arbeitseinheit Glücksspielforschung untersucht, wie wirksam die Spielerschutzmaßnahmen im Online-Glücksspiel sind.
Dafür wurden 42 Fachpublikationen ausgewertet. Diese enthalten empirische Befunde zu Spielerschutzmaßnahmen wie Responsible Gambling Tools, Spielersperren, Werberestriktionen und mehr. Die Forscher haben im Rahmen der Auswertung acht Handlungsempfehlungen abgeleitet, mit denen der Spielerschutz in Deutschland weiter ausgebaut werden sollte.
- 1. Spielersperren: Das Spielersperrsystem ist eine der wichtigsten Errungenschaften im Spielerschutz und sollte auf alle Formen des Online-Glücksspiels ausgeweitet werden.
- 2. Personalisiertes Feedback: Um die Suchtgefahr im Online-Glücksspiel zu mindern, sollte personalisiertes Feedback ein fester Bestandteil des Spielerschutzes werden. Verschiedene Varianten sollen praxisnah erprobt werden.
- 3. Pre-Commitment: Limitierungssysteme sind ein effektives Mittel, um Suchtgefahren entgegenzuwirken. Verbindliche Limits seien ein effektives Mittel.
- 4. Pop-up-Nachrichten: Verhaltenspräventive Elemente wie Pop-up-Nachrichten sollten Teil jedes Sozialkonzepts für Online-Glücksspiele sein.
- 5. Responsible Gambling Tools: Die aktuelle Datenlage kann nicht belegen, dass Responsible Gambling Tools einen nachhaltigen Effekt haben. Weitere Tests in der Praxis werden empfohlen.
- 6. Werberestriktionen: Die Einschränkung von Glücksspielwerbung ist laut den Ergebnissen ein vielversprechender Ansatz. Die Forscher schlagen Pilotprojekte und Evaluationsstudien vor.
- 7. Motivierende telefonische Interventionen: Ein solches Angebot soll im Hilfesystem gut verankert werden, auch wenn der positive Effekt nur geringfügig ist.
- 8. Selbsttests: Die Daten deuten darauf hin, dass Selbsttests eine hohe Akzeptanz und Inanspruchnahme unter Glücksspielenden haben. Die Forscher empfehlen die dauerhafte Einbindung als Responsible Gambling Tool.
Diese acht Handlungsempfehlungen richten sich konkret an die Politik, um den Spielerschutz in Deutschland weiterzuentwickeln. Die beteiligten Forscher sprechen sich dafür aus, weitere Evaluationsstudien durchzuführen.
Stress zwischen UEFA und FIFA: Droht jetzt ein Boykott?
In dieser Woche gab es im internationalen Fußball nie dagewesene Diskussionen. Der Streit zwischen der UEFA und der FIFA droht zu eskalieren. Inzwischen haben sich weitere Verbände eingeschaltet.
Fangen wir von vorn an. Alles begann mit den FIFA-Investorenplänen, die am Dienstag (28.07.2026) veröffentlicht wurden. Die FIFA plane, eine Gesellschaft zu gründen, in der alle Turnierorganisationen und kommerziellen Aktivitäten gebündelt werden sollen. Investoren hätten die Möglichkeit, Anteile an dieser FIFA Forward Enterprise (FFE) zu kaufen.
Das Ziel sei es, mehr Wachstum zu erzielen und Betriebsabläufe zu optimieren. Die Pläne würden nicht nur der FIFA, sondern auch den 211 Mitgliedsverbänden deutliche Mehreinnahmen bringen. Bis zum 19. September haben diese Zeit, den Plänen zuzustimmen. Wer dies tut, erhält eine Soforthilfe in Höhe von 20 Millionen US-Dollar.
Diese Meldung schlug hohe Wellen. Vor allem die UEFA geht gegen die Pläne von FIFA-Boss Gianni Infantino (56) auf die Barrikaden. Sie berief am Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung mit ihren 55 Mitgliedsverbänden ein. Das Ergebnis fiel eindeutig und überraschend deutlich aus:
„Die Position Europas ist eindeutig. Wir werden dieses Modell niemals legitimieren. Niemand hat die moralische Autorität, etwas zu verkaufen, das er ausschließlich treuhänderisch für künftige Generationen verwaltet. Nach den heutigen Gesprächen werden keine UEFA-Nationalteams an FIFA-Wettbewerben teilnehmen, solange diese Vorschläge im Raum stehen, es sei denn, dieser Vorschlag wird in seiner Gesamtheit aufgegeben und es erfolgen verbindliche Zusicherungen, dass die FIFA ihre Governance und ihre Wettbewerbe nie wieder für private Investoren öffnet.“– UEFA
Die Deutlichkeit des Statements hat viele Fans und Experten überrascht. Parallel hat sich auch die CONCACAF zu Wort gemeldet. Dabei handelt es sich um die Confederation of North, Central America and Caribbean Association Football, also um einen weiteren Kontinentalverband. Auch die CONCACAF und ihre 41 Mitgliedsverbände haben den Investoren-Deal abgelehnt. Am Freitagmittag wurde bekannt, dass auch der asiatische Dachverband AFC sich gegen die Pläne der FIFA ausspricht.
Trotz der massiven Kritik von Fans und Verbänden halten die FIFA und Infantino an ihren Investorenplänen fest. Um diese umzusetzen, braucht es eine einfache Mehrheit unter den 211 Mitgliedsverbänden der FIFA. Mit der UEFA und der CONCACAF haben bereits 96 Verbände dagegen gestimmt. Zusammen mit der AFC wären es 136 Stimmen dagegen und es gäbe keine Mehrheit.
Fußballvereine bereiten sich auf die neue Saison vor
Nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft ist vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison. Die Vereine befinden sich aktuell in der Saisonvorbereitung und stellen ihre Teams für die kommende Spielzeit zusammen.
Gestern fand ein Freundschaftsspiel zwischen dem FC Rottach-Egern und dem FC Bayern München statt. Die Partie endete mit einem 0:15. Zu den Torschützen zählten unter anderem Aleksandar Pavlović (22), Joshua Kimmich (31) und Arijon Ibrahimović (20). Der neu verpflichtete Linksverteidiger Nathaniel Brown (23) gab sein Debüt für den FCB.
Zur Saisonvorbereitung zählt auch das Kaufen und Verkaufen von Spielern. Aktuell sorgt Nicolò Tresoldi (21) für Schlagzeilen. Seit 2025 spielt dieser für den FC Brügge und erzielte in 40 Spielen 19 Tore. Am Donnerstag wurde bekannt, dass sich der Deutsch-Italiener anscheinend mit Borussia Dortmund einig ist. Auch Atlético Madrid und der AS Rom sollen versucht haben, Tresoldi zu verpflichten.
Eine Nachricht sorgt im internationalen Fußball für Trauer. Am Morgen ist bekannt geworden, dass die Fußballlegende Franco Baresi im Alter von 66 Jahren verstorben ist.
Casino beim Wacken-Festival: Große Aufregung unter den Fans
In dieser Woche startete das weltberühmte Wacken Open Air Festival. Doch kurz vor dem Start sorgte ein Facebook-Post der Veranstalter für Aufregung unter den Fans. Dieser kündigte an, dass auf der Camping Plaza das Casino Schleswig-Holstein auf Besucherinnen und Besucher warten werde. Zwischen Riffs, Moshpits und Festivalfeeling habe man die Möglichkeit, Blackjack und Roulette zu probieren.
Die Fans waren von diesem Post nicht begeistert. Die Kombination aus hohem Alkoholkonsum und Glücksspiel ist für viele Wacken-Fans ein No-Go und sie machten ihrem Ärger Luft.
Der Veranstalter ruderte wenig später zurück und stellte klar, dass es sich lediglich um einen Stand des Casino Schleswig-Holstein handeln werde. An dem Stand könne nicht um echtes Geld gespielt werden. Zudem sei Glücksspiel in Schleswig-Holstein legal. Auch andere legale Produkte wie Alkohol und Tabak könnten Risiken bergen.
Die Fans und die Veranstalter scheinen zu dem Thema grundverschiedene Einstellungen zu haben. Dass es Casinos auf Festivals gibt, ist übrigens nicht neu: Beim Hurricane-Festival 2026 gab es einen Stand von Merkur Club Casino.
Glücksspiel-Wochenrückblick: Neue Studie zum Spielerschutz, Stress zwischen UEFA und FIFA & Casino beim Wacken-Festival
Wie Online Spielotheken im Support-Test reagieren: Wer hilft beim Spielerschutz?
Book of Books – Bücherslot im Comic-Look von Peter & Sons
Glücksspiel-Wochenrückblick: LUGAS-Entwicklung, wieder Wettskandal in der Türkei & Polymarket-Aus in Frankreich