Glücksspiel-Wochenrückblick: BGH-Verhandlung, GGL lobt Zusammenarbeit & Glücksspiel-Zahlen aus Südtirol
- Am Donnerstag hat der BGH eine Verhandlung mit möglicherweise weitreichenden Konsequenzen geführt.
- Die GGL hat sich zu der Milliarden-Razzia in Frankfurt am Main geäußert.
- Eine Studie zum Glücksspielverhalten in Südtirol liefert alarmierende Zahlen.

Auch in dieser Woche haben wir spannende Glücksspielthemen für euch herausgesucht. © OnlineCasinosDeutschland.com/ChatGPT
BGH führt richtungsweisende Verhandlung zu Rückzahlungen aus illegalem Glücksspiel
Am Donnerstag, dem 17. September 2026, hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe eine wichtige Verhandlung geführt. Es geht um die Frage, ob Verluste aus illegalem Glücksspiel, das vor 2021 stattfand, zurückgezahlt werden müssen. Denn in Deutschland war Online-Glücksspiel lange verboten: Erst im Jahr 2021 wurde es durch die Einführung des Glücksspielstaatsvertrags legalisiert.
Allerdings wurde auch vor 2021 in Deutschland schon online gespielt – vor allem bei Casinos aus dem Ausland mit Sitz auf Malta oder Zypern. Dabei handelte es sich dann aus deutscher Sicht um illegale Anbieter, die keine Lizenz hatten, da Online-Glücksspiel ja noch verboten war.
Immer mehr Spieler klagen aktuell ihre damaligen Verluste aus der Zeit vor 2021 auf zivilrechtlichem Weg ein und fordern ihr Geld zurück. Es ist von Summen im Milliardenbereich die Rede. Die Anbieter berufen sich hingegen auf die EU-rechtliche Dienstleistungsfreiheit.
Im April 2026 kam dann Bewegung in die Sache, als der EuGH ein Urteil fällte. Der Gerichtshof entschied, dass das deutsche Verbot von Online-Glücksspielen nicht gegen die EU-Dienstleistungsfreiheit verstoße. Glücksspiel ist in der EU nicht harmonisiert, sodass jeder Staat selbst entscheidet, wie damit umgegangen wird.
Eine Lizenz aus Malta bedeutete also nicht, dass Online-Glücksspiel vor 2021 legal in Deutschland angeboten werden durfte.
Kommen wir zurück zum BGH und der Verhandlung in dieser Woche. Dabei ging es konkret um die Frage, wer für diese Fälle zuständig ist. Der BGH deutete in der Verhandlung an, dass deutsche Gerichte in solchen Fällen zuständig sind, da es sich um Verbraucherschutzfälle handelt. Wichtig zu wissen: Bei Verbraucherschutzfällen kann am Wohnort des Klägers geklagt werden und nicht etwa auf Malta oder Zypern.
Was bedeutet das jetzt alles für euch? Falls ihr vor 2021 an Online-Glücksspiel teilgenommen und dabei größere Summen verloren habt, habt ihr also die Chance, diese Verluste zurückzufordern. Das sind natürlich langwierige Prozesse, doch bei einigen Betroffenen geht es um mehrere zehntausend Euro.
Festnahmen in Frankfurt: GGL lobt behördenübergreifende Zusammenarbeit
Vielleicht habt ihr mitbekommen, dass es letzte Woche in Frankfurt am Main zu einer groß angelegten Razzia gegen illegales Glücksspiel in Milliardenhöhe kam. Wir haben in unserem Glücksspiel-Wochenrückblick vom 11.09.2026 darüber berichtet. Am Donnerstag, dem 17. September 2026, hat sich die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) dazu geäußert.

Die GGL ließ in einem Statement verlauten, dass sie den Ermittlungserfolg der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main begrüße. Der Erfolg zeige, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen den Strafverfolgungsbehörden und der Glücksspielaufsicht sei.
Dabei macht die GGL auch deutlich, dass sie die Staatsanwaltschaften im Rahmen von Ermittlungsverfahren mit eigenen Erkenntnissen aus aufsichtsrechtlichen Maßnahmen unterstützte.
Dazu zählten etwa Erkenntnisse aus Maßnahmen zum Payment-Blocking und zu Netzsperren sowie Informationen aus dem Vorgehen gegen die Bewerbung der illegalen Angebote. Auch zu den technischen und formellen Strukturen der Betreiber könne die GGL Erkenntnisse liefern.
Abschließend kündigte die GGL noch einmal an, ihre Maßnahmen gegen unerlaubte Glücksspielangebote weiter konsequent fortzuführen.
Jürgen Klopp gibt (zwei) Kader für die Länderspielpause bekannt
Ebenfalls am Donnerstag hat der neue Bundestrainer Jürgen Klopp den Kader für die Nationalmannschaft bekannt gegeben. Genau genommen hat er sogar zwei Kader aufgestellt.
In der kommenden Woche finden die ersten vier Länderspiele unter Klopp statt. Da ein Kader in der Nations League nur eine begrenzte Anzahl an Spielern enthalten darf, Klopp sich aber deutlich mehr anschauen möchte, hat er einfach zwei Kader gebildet und damit insgesamt 44 Spieler nominiert. Jeder Kader wird zwei Länderspiele absolvieren.
Die Fans feiern diese pfiffige Idee und finden es gut, dass Klopp auch jüngeren Spielern eine Chance gibt. Einige der Nominierten haben mit einer Einberufung in den Kader gar nicht gerechnet: Klopp sagte, dass Bambasé Conté von der TSG Hoffenheim zwei Minuten gelacht habe, als der Bundestrainer ihn anrief.
Im Kader für Deutschland stehen neben Conté auch Ridle Baku, Said El Mala, Vitaly Janelt, Derry Scherhant und Yann Bisseck. Dazu hat Klopp erfahrene Nationalspieler wie Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Kai Havertz, Florian Wirtz und Aleksandar Pavlović nominiert.
Klopp scheint zu Beginn seiner neuen Aufgabe als Bundestrainer den Deutschland-Kader auf den Kopf zu stellen. Er gibt allen Spielern eine Chance und schaut sich an, wie sie performen. In typischer Klopp-Manier zeigt er sich dabei wie gewohnt bescheiden, lässig und menschlich. Obwohl noch kein Spiel unter ihm als Bundestrainer stattgefunden hat, scheint sich in Fußball-Deutschland bereits etwas zu ändern.
Ihr könnt euch die Pressekonferenz von Klopp auf YouTube anschauen:
Alarmierende Zahlen aus Südtirol: Junge Männer besonders gefährdet
Das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) hat Anfang der Woche eine neue Statistik zum Glücksspielverhalten in Südtirol 2026 veröffentlicht. Die Zahlen sind alarmierend und weisen vor allem junge Männer als gefährdete Gruppe aus, wenn es um problematisches Glücksspiel geht.
Die Statistik zeigt, dass 278.000 Südtiroler im Alter zwischen 16 und 76 Jahren in ihrem Leben mindestens einmal ein Glücksspiel probiert haben. Das entspricht 69 % der Bevölkerung Südtirols. Für das vergangene Jahr gaben 37 % der Befragten an, aktiv gespielt zu haben. Die Mehrheit von 63 % hat 2025 also nicht an Glücksspielen teilgenommen.
5 % der Befragten wurden allerdings als exzessiv Spielende eingestuft – vor zehn Jahren waren es bei einer ähnlichen Erhebung noch 4 %. 3 % wiesen ein problematisches Spielverhalten auf, während 2 % als pathologisch Spielende eingestuft wurden.
Jetzt wird es wirklich interessant, denn die Studie hat erhebliche soziodemografische Unterschiede festgestellt. Bei den Männern stieg der Anteil von exzessiv Spielenden innerhalb der letzten zehn Jahre von 6 auf 7 % an. Bei den Frauen gab es keinerlei Veränderung. Ihr Anteil liegt nach wie vor bei 3 %.
Eine besondere Gefahr besteht demnach für Menschen im Alter von 21 bis 30 Jahren. In dieser Altersgruppe ist der Anteil von exzessiven Spielern besonders hoch. 9 % der Südtiroler zwischen 21 und 30 Jahren spielen exzessiv. Das ist der höchste Wert von allen Altersklassen. Hinzu kommt, dass lediglich 56 % von ihnen im vergangenen Jahr ganz auf Glücksspiel verzichtet haben.
Bei Alleinlebenden und Alleinerziehenden ist das Risiko für problematisches Spielen höher als bei Paaren. Es gibt außerdem regionale Unterschiede: In der Südtiroler Hauptstadt Bozen wurden die höchsten Werte von exzessivem Spielverhalten erfasst.
Eine Erklärung für diese alarmierenden Zahlen könnte die hohe Verfügbarkeit von Glücksspiel in Südtirol sein. Bei 39 % aller befragten Südtiroler ist die nächste Spielgelegenheit weniger als zehn Gehminuten von ihrem Wohnort entfernt.
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