Glücksspiel-Wochenrückblick: Milliarden-Razzia in Frankfurt, Champions League & IP-Sperren
- In dieser Woche fand in Frankfurt am Main eine Razzia gegen illegales Glücksspiel in gigantischem Ausmaß statt.
- Die Champions-League-Saison 26/27 ist eröffnet und vier deutsche Teams sind dabei.
- Das Verwaltungsgericht Halle bezweifelt, dass die GGL aktuell IP-Sperren gegen illegale Glücksspielanbieter implementieren darf.

In unserem Wochenrückblick erfahrt ihr, was diese Woche rund um Glücksspiel passiert ist. © OnlineCasinosDeutschland.com/ChatGPT
Razzia in Frankfurt: Spieleinsätze von fast 6 Mrd. € bei illegalem Online-Glücksspiel
Am Dienstag, dem 8. September 2026, wurde in Frankfurt am Main eine großangelegte Razzia durchgeführt. Über drei Jahre sollen die Behörden in dem Fall ermittelt haben. Der Vorwurf: Seit Juli 2021 sollen die Beschuldigten durchgehend illegales Glücksspiel über das Internet angeboten haben. Sie sollen weder die benötigte Genehmigung gehabt noch die anfallenden Steuern abgeführt haben.
Am vergangenen Dienstag haben die Behörden dann zugeschlagen. Sie durchsuchten in Frankfurt am Main und im Rhein-Main-Gebiet insgesamt elf Objekte. Dabei wurde auch ein Haftbefehl vollstreckt – es soll sich um den Hauptbeschuldigten in dem Fall handeln. Mehr als 100 Einsatzkräfte sollen an der Operation beteiligt gewesen sein.
Bislang wurden in dem Fall fünf Beschuldigte identifiziert. Ihnen wird vorgeworfen, gewerbs- und bandenmäßig Glücksspiel über das Internet angeboten zu haben. Es steht auch der Vorwurf der Steuerhinterziehung im Raum. Das ist deshalb so brisant, weil die Spieleinsätze von Juli 2021 bis Ende 2023 rund 5,86 Milliarden € betragen haben sollen. Allein für das Jahr 2024 wird der Steuerschaden auf 77,6 Millionen € geschätzt.
Vor Ort konnten die Behörden jedoch erste Vermögenswerte sicherstellen. So wurden mehrere hochpreisige Fahrzeuge beschlagnahmt und diverse Konten gepfändet. Die sichergestellten Vermögenswerte sollen sich auf 82 Millionen € belaufen.
Start der Champions League 26/27: Deutsche Teams in Aktion
In dieser Woche startete die Fußball Champions League in die Saison 26/27. Von Dienstag bis Donnerstag fand der 1. Spieltag der neuen Spielzeit statt. Auch vier deutsche Teams sind dabei:
- Borussia Dortmund
- FC Bayern München
- RB Leipzig
- VfB Stuttgart
Die Ergebnisse sind bis auf eine Ausnahme gut ausgefallen. Am Dienstag trennten sich der BVB und Villarreal mit 3:2. Die umkämpfte Partie startete verhalten und ging torlos in die Pause. In der 2. Halbzeit ging es dann hin und her und beide Teams zeigten einen leidenschaftlichen Auftritt.
Obwohl der BVB drei Punkte mitnimmt, war die Stimmung nach dem Abpfiff getrübt: Das neu verpflichtete Top-Talent Konstantinos Karetsas (18) wurde in der 28. Minute der Partie mit Kreislaufproblemen vom Platz getragen. Aktuell heißt es, Karetsas befinde sich noch im Krankenhaus und es würden weitere Tests durchgeführt.
Am Mittwoch waren dann die Stuttgarter dran. Sie schlugen Viking Stavanger aus Norwegen mit 3:1. Der Matchwinner war Ermedin Demirović (28). Ihm gelang mit Toren in der 20., 26. und 32. Minute ein Hattrick. Auch der zwischenzeitliche Ausgleich von Viking konnte den Stuttgarter Sieg nicht vereiteln.
Am Donnerstag kam es dann zur Partie Bayern gegen Bodø/Glimt. Die erste Halbzeit verlief verhalten und einige Fans des FC Bayern München fürchteten bereits eine Wiederholung des Unentschiedens gegen den FC Schalke 04 am vergangenen Wochenende.
Nach der Pause wirkten die Bayern jedoch wie ausgewechselt. Jamal Musiala (23) brachte den FCB in Führung. Es folgten Treffer von Harry Kane (33), Alphonso Davies (25) und ein Doppelpack von Michael Olise (24). Die Partie endete mit 5:0.
Unter den deutschen Teams in der Fußball Champions League 26/27 gab es am 1. Spieltag nur ein Sorgenkind. RB Leipzig hat mit 1:4 gegen Como verloren. Die Leipziger spielten deutlich schwächer und haben auch in der Höhe verdient verloren. Schon am Wochenende hatte RB mit 1:3 gegen Werder Bremen verloren. Der Saisonstart ist für RB Leipzig mächtig schiefgegangen.
Kambodscha setzt Online-Glücksspiel aus
Heute werfen wir einen Blick auf den Glücksspielmarkt außerhalb von Deutschland. Genauer gesagt blicken wir nach Kambodscha, denn dort wird ab Oktober 2026 Online-Glücksspiel verboten sein. Alle Casinos des Landes werden den Online-Spielbetrieb auf unbestimmte Zeit aussetzen, teilte der kambodschanische Innenminister Sar Sokha (45) in dieser Woche mit.
Der Hintergrund ist Online-Betrug. Während der Aussetzungsperiode soll ein klares und transparentes Managementsystem eingerichtet werden. Zudem soll an Maßnahmen gearbeitet werden, um Betrug beim Online-Glücksspiel in Zukunft zu unterbinden.
Eine Wiederaufnahme des Online-Glücksspiels soll erst dann in Betracht kommen, wenn die Maßnahmen getroffen wurden. Ein genauer Zeitpunkt ist nicht bekannt. Casinos, die sich nicht an diese Vorgaben halten, werden ihre Betriebslizenz verlieren und es drohen rechtliche Konsequenzen.
Berichte aus den letzten Jahren zeigen, wie dramatisch die Lage in Kambodscha zu sein scheint. Seit Juli 2025 wurden fast 30.000 Verdächtige bei Glücksspiel-Razzien festgenommen. Es sollen vor allem organisierte Banden sein, die an dem Online-Betrug beteiligt sind. 27 Casinos sollen ebenfalls darin involviert gewesen sein: Ihre Lizenzen wurden suspendiert oder komplett einkassiert.
Gericht setzt der GGL Grenzen bei IP-Sperren
Sicher ist es euch auch schon mal passiert: Ihr surft im Netz und wollt eine Website aufrufen. Sie ist plötzlich nicht mehr erreichbar und ihr seht nur eine Fehlermeldung. Dann kann es gut sein, dass die Seite mit einer IP-Sperre blockiert wurde. Solche Sperren sind ein bewährtes Mittel, um den Zugang zu Webseiten mit illegalen Inhalten zu stoppen.
Deshalb setzt auch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (kurz: GGL) auf IP-Sperren. Damit soll verhindert werden, dass deutsche Spieler auf illegalen Seiten ohne gültige Lizenz landen. Doch jetzt hat das Verwaltungsgericht in Halle diesen Schritt gestoppt. Das Gericht zweifelt daran, dass die GGL dazu befugt ist.
Vereinfacht gesagt geht es um eine Art Doppelmoral. Anbieter ohne Lizenz dürfen in Deutschland nicht tätig sein und die GGL geht stark gegen sie vor. Andererseits hat das Gericht aber festgestellt, dass die GGL bei lizenzierten Anbietern jahrelang eine Praxis akzeptiert hat, die nicht streng genug war. Dabei geht es vor allem um die Anhebung des Einzahlungslimits auf Grundlage des SCHUFA-Scores.
Soll heißen: Die GGL geht hart gegen nicht lizenzierte Anbieter vor, setzt bestimmte Schutzregeln im legalen Markt aber nicht konsequent genug um. Das Verwaltungsgericht in Halle stellt also die rechtliche Grundlage der IP-Sperren wegen möglicher Widersprüche in der Regulierung infrage.
Der Fall wird aktuell im Eilverfahren verhandelt. Ein endgültiges Urteil ist noch nicht gefallen.

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