US-Umfrage zur Glücksspielakzeptanz

Laut einer Umfrage des US-amerikanischen Markt- und Meinungsforschungsinstituts Gallup Organization (Washington D. C.) befindet sich die gesellschaftliche Akzeptanz des Glücksspiels zurzeit auf einem Rekordniveau. Die Zahlen bestätigen die Ergebnisse einer ähnlichen Umfrage, welche der Industrieverband AGA (American Gaming Association) im Oktober 2019 veröffentlichte. Wie sehen die Studien im Detail aus?

Die Casinos von Las Vegas bei Nacht.

Nur 27 Prozent der Befragten halten Glücksspiele für moralisch verwerflich. ©Pexels/Pixabay

Glücksspiele moralisch akzeptabel

Der Marktforschungsgigant Gallup hat die Akzeptanz des Glücksspiels unter US-Bürgern untersucht, die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Glücksspiele werden in den Vereinigten Staaten mehrheitlich akzeptiert. Eine Rekordzahl von 71 Prozent der Amerikaner betrachtet Glücksspiele als eine moralisch akzeptable Freizeitaktivität. Das Ergebnis ist Teil einer jährlichen Umfrage über die Ansichten der Gesellschaft zu einer Vielzahl von Aktivitäten.

Hinter den Rubriken Geburtenkontrolle, Scheidung, Alkoholkonsum und vorehelichem Geschlechtsverkehr wird Glücksspiel als das fünfthäufigste moralisch akzeptable Verhalten eingestuft. Die Zahl stieg dabei von 68 Prozent im Jahr 2019 auf 71 Prozent in diesem Jahr, womit der bisherige Höchststand von 69 Prozent im Jahr 2018 übertroffen wurde.

Noch 2009 hatte die Akzeptanz des Glücksspiels unter den US-Bürgern einen Tiefpunkt von 58 Prozent erreicht. In diesem Jahr sank hingegen der Prozentsatz der Menschen, die das Glücksspiel als moralisch falsch ansehen von 31 Prozent im Jahr 2019 auf einen neuen Tiefstand von 27 Prozent. Dies ist ebenfalls der fünftniedrigste Wert hinter denselben vier Aktivitäten, die am ehesten als moralisch akzeptabel angesehen werden.

Politische und Demografische Unterschiede

Die Ansicht, dass Glücksspiele moralisch akzeptabel sind, ist laut Umfrage in allen demografischen Gruppen mehrheitlich vertreten. Es gibt jedoch einige Unterschiede zwischen den politischen Lagern, wobei 78 Prozent der Liberalen und 75 Prozent der Moderaten das Glücksspiel für akzeptabel halten. Dementgegen wurde das Glücksspiel nur von 61 Prozent der Konservativen befürwortet.

Für moralisch verwerflich halten das Glücksspiel nur ein Prozent der Liberalen, 23 Prozent der Moderaten und 36 Prozent der Konservativen. Der Unterschied zwischen den Parteizugehörigkeiten ist allerdings viel geringer: 76 Prozent der Demokraten halten das Glücksspiel für akzeptabel, verglichen mit 70 Prozent der Republikaner und 69 Prozent der Unabhängigen.

Geringe Unterschiede gibt es auch zwischen den Geschlechtern. Männer befürworten das Glücksspiel zu 72 Prozent, während es unter den befragten Frauen nur 69 Prozent sind. Zudem war die Zustimmung unter den weißen Befragten mit 76 Prozent höher als bei den nicht-weißen Befragten, von denen lediglich 60 Prozent angaben, dass Glücksspiele moralisch akzeptabel sind.

Ein weiterer Parameter der Umfrage war die Bildung. Von denjenigen, die einen College-Abschluss haben, sagten 75 Prozent, dass das Glücksspiel akzeptabel ist. Dagegen wird Glücksspiel von 62 Prozent der Befragten mit einer High-School-Ausbildung oder weniger befürwortet. Darüber hinaus gaben in jeder befragten Altersgruppe zwischen 70 und 71 Prozent an, dass sie Glücksspiele für moralisch akzeptabel halten.

AGA-Umfrage aus Oktober bestätigt

Die Ergebnisse von Gallup knüpfen nahtlos an eine jährliche Umfrage der AGA aus Oktober 2019 an. Hier gaben 49 Prozent der Befragten an, der Glücksspielindustrie positiv gegenüberzustehen. Dies markierte ebenfalls einen Rekordwert sowie einen Anstieg um vier Prozent gemessen am Vorjahr. Die Umfrage trägt den Titel „American Attitudes on Casino Gaming“, sie wird von dem Industrieverband bereits seit 2009 durchgeführt.

Im ersten Jahr der Umfrage lag der Wert bei lediglich 31 Prozent. Im Jahr 2014 erreichte der Wert mit 48 Prozent einen Höchststand, der 2019 übertroffen wurde. Laut Bill Miller, CEO der AGA, war die Gunst der Branche gegenüber noch nie so groß. Da sich das Glücksspiel in den USA weiter ausbreitet, sei ein positiver Einfluss des Glücksspiels auf die Wirtschaft des Landes festzustellen.

Die Auswirkungen des Glücksspiels auf die Wirtschaftsleistung sind seitjeher ein maßgeblicher Faktor der Umfrage. 2019 gaben 71 Prozent der Befragten an, dass Casinos Arbeitsplätze generieren. 57 Prozent erklärten, dass Casinos die lokale Wirtschaft unterstützen und 47 Prozent bestätigten, dass die Einnahmen der Casinos den Gemeinden und Kommunen zugutekommen.

Wachstum der Besucherzahlen

Bis zum Ausbruch der Covid-19-Pandemie, womit die Schließung der US-Casinos einherging, stiegen die Besucherzahlen stetig an. Allein 2019 kletterten die Besucherzahlen um neun Prozentpunkte auf 44 Prozent nach oben, wobei 49 Prozent der Befragten angaben, auch im nächsten Jahr wieder ein Casino besuchen zu wollen.

67 Prozent der Befragten erklärten zudem, dass die Glücksspielindustrie qualitativ hochwertige Unterhaltung bietet, darüber hinaus bezeichneten 63 Prozent der Befragten die Unterhaltungsoptionen als kreativ. Befragt wurden dabei insgesamt 1.000 registrierte Casinobesucher, die Interviews wurden sowohl online als auch per Telefon durchgeführt.

Die zunehmende Beliebtheit des Glücksspiels dürfte den Casinos in Zeiten der Corona-Krise zugutekommen. Vor allem das Glücksspieldelta Las Vega wurde von den Auswirkungen der Pandemie schwer getroffen. Trotz der Wiedereröffnung am 04. Juni verläuft der Neustart bislang eher schleppend. Grund sind vor allem die vielen Beschränkungen des Spielbetriebs. Die Entwicklungen bleiben abzuwarten.

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