Casino-Schließungen in den USA

Die Coronavirus-Pandemie sorgt für etliche Casino-Schließungen in den USA. In den Bundesstaaten Indiana, Illinois und Massachusetts werden die Betriebe für mindestens zwei Wochen stillgelegt. Auch die Casinohochburg Las Vegas nimmt Schließungen vor. Zudem hat die Gesundheitskrise zur Annullierung aller Sportevents geführt. Mit welchen Entwicklungen ist zu rechnen?

Ein Wynn Resorts-Casino in Las Vegas.

Wynn Resorts zählt zu den Unternehmen, die freiwillige Schließungen angekündigt haben. ©ScottWebb/Pexels

Mehrere Staaten betroffen

Die weltweite Ausbreitung des Lungenerregers Covid-19 bringt inzwischen auch den landbasierten Glücksspielsektor der USA zum Stillstand. Viele Casinos haben entweder freiwillig oder auf Anordnung der Behörden geschlossen. Letzteres gilt insbesondere für die Staaten Indiana, Illinois, Massachusetts, wo die örtlichen Glücksspielbehörden alle Einrichtungen für mindestens zwei Wochen dicht gemacht haben.

Maßgeblich mitvorangetrieben werden die Regelungen durch das CDC (Center for Disease Control), einer US-Bundesbehörde des Gesundheitsministeriums. Die Instanz empfahl am Sonntag (15.03) in den USA alle Versammlungen ab 50 Personen für mindestens acht Wochen auszusetzen. Bis dato haben sich über 3.600 Bürger mit dem Virus infiziert. Experten gehen davon aus, dass sich über 90 Millionen US-Amerikaner anstecken werden.

Ob die Spieler alternativ auf iGaming-Angebote zurückgreifen können, ist fraglich. Der Staat Indiana bietet inzwischen zwar Online Sportwetten an, jedoch noch keine legalen Online Casinos. In Illinois darf hingegen nur die staatliche Lotterie online gespielt werden, während Online Glücksspiele in Massachusetts bisher überhaupt nicht reguliert wurden. Wie hoch die Verluste für den landbasierten Sektor ausfallen, ist zurzeit kaum absehbar.

Penn bezieht Stellung

Von der Pandemie betroffen ist auch der Bundesstaat Ohio, wo Gouverneur Mike DeWine und die Direktorin des Gesundheitsministeriums, Amy Acton, eine Anordnung erlassen haben, die alle „Massenversammlungen“ von mehr als 100 Personen verbietet. Darunter fallen auch die Spielhallen und Casinos. Betroffen ist unter anderem der US-Glücksspielriese Penn National Gaming, der in Ohio mehrere Hollywood-Casinos und Rennstrecken betreibt.

Jay Snowden, Präsident und Vorstandsvorsitzender bei Penn, erklärte, dass der Grund für die Schließungen nachvollziehbar sei. Allerdings hätten die Casinos alle „Anstrengungen“ auf sich genommen, um einer Verbreitung des Virus entgegenzuwirken. „Die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Gäste und Teammitglieder wird immer unser größtes Anliegen sein“, so der Geschäftsführer gegenüber Wallstreet-Online. Weiter hieß es:

“Seit dem Beginn Ausbruchs gab es keinen Fall von Covid-19 bei Penn. Wir haben strenge, von der CDC empfohlene Maßnahmen in unserem Unternehmen eingeführt, einschließlich verstärkter täglicher Reinigungen in unseren Einrichtungen, Maximierung der Luftzirkulation, Absage oder Verschiebung aller Konzerte und Live-Veranstaltungen, und wir sind dabei, auch unsere Buffets vorübergehend zu schließen.”

Von den Schließungen sind allein bei Penn über 2.000 Mitarbeiter betroffen. In der Hoffnung, dass sich die Situation wieder verbessert, werden laut Snowden alle Löhne bis Ende März weitergezahlt. Dies sei eine „schwierige Zeit für uns alle“, man sei „dankbar für die Unterstützung und das Verständnis aller Gäste und Teammitglieder“. In der Zwischenzeit wolle man weitere Reinigungsmaßnahmen vornehmen. Es hieß:

“Wir freuen uns darauf, unsere Türen so bald wie möglich wieder zu öffnen. In der Zwischenzeit werden wir die Gelegenheit dazu nutzen, um unsere Bemühungen um eine gründliche Reinigung fortzusetzen und unsere Casinos darauf vorzubereiten, unsere treuen Kunden bald wieder willkommen zu heißen.”

Freiwillige Schließungen in Las Vegas

Obwohl Nevada Massenversammlungen bisher noch nicht verboten hat, kündigte unter anderem MGM Resorts an, seinen Betrieb auf sämtlichen Grundstücken in Las Vegas einzustellen. Bereits im Februar hatte sich der Marktriese außerdem dazu entschieden, keine Gewinnprognose für 2020 aufzustellen. Ein Grund dafür war der Wirtschaftszusammenbruch in Macau, wo das Coronavirus alle Casinos lahmlegte.

Aktuell gibt MGM an, keine weiteren Reservierungen mehr für Hotelbuchungen vor Anfang Mai entgegenzunehmen. Gegenüber CNN erklärte Geschäftsführer Jim Murren die Gründe und längerfristigen Auswirkungen. Die Sicherheit habe demnach die höchste Priorität. Es seien „kollektive Maßnahmen“ erforderlich, um die Gesundheitskrise einzudämmen und um weiterhin einen „qualitativ hochwertigen Spielbetrieb“ zu bieten. Im Wortlaut hieß es:

“Wir werden einen Weg finden, unseren Gästen und Mitarbeitern eine sichere Umgebung zu bieten. Dies ist eine Zeit der Ungewissheit in unserem Land und auf der ganzen Welt und wir müssen alle unseren Teil dazu beitragen, die Verbreitung dieses Virus einzudämmen. Wir werden die Wiedereröffnung unserer Resorts planen, sobald es sicher ist.”

Aufgrund der Pandemie hat auch der Casinoriese Wynn Resorts bekanntgegeben, seine Etablissements in Las Vegas zu schließen. Außerdem schloss das Unternehmen den XS Nightclub und den Encore Beach Club. Für alle weiteren Einrichtungen in den USA sieht die Unternehmensführung den Einsatz von „nicht-invasiver“ Wärmekameras vor, um die Temperaturen der Gäste zu überwachen. Es ist allerdings fraglich, ob die Casinos überhaupt geöffnet bleiben dürfen.

Klar ist, dass sich die Krise erheblich auf die Wirtschaftsleistung der US-amerikanischen Casinoindustrie auswirken wird. Besonders schwer könnte es zum Beispiel Caesars Entertainment treffen. Unabhängig von Corona hatte der Konzern erst kürzlich einen $1,2 Mrd.-Verlust bekanntgegeben.

Entgegen den parallel erfolgten Einschätzungen von CEO Tony Rodio ist nun jedoch auch Las Vegas von der Pandemie betroffen. Vergangene Woche wurde eine erste Infektion in der US-Casinohochburg gemeldet. Bislang zählt der Bundesstaat Nevada insgesamt 20 Infektionen. Die Entwicklungen bleiben abzuwarten.

Buchmacher besonders schwer getroffen

Nicht nur in den USA, sondern weltweit leiden besonders die Wettanbieter unter Corona, denn die Pandemie hat unlängst zur Annullierungen sämtlicher Sportevents geführt. Alle Spiele und Wettkämpfe der großen US-amerikanischen Profisportligen wurden ausgesetzt, dasselbe gilt für die großen europäischen Fußballligen. Jüngst wurde auch die Formel 1 durch Corona gestoppt.

Die Belastung lässt sich an dem britischen Buchmacher Paddy Power Betfair nachvollziehen. Die börsennotierte Muttergesellschaft Flutter Entertainment hatte angegeben, dass die Absagen der Sportevents zu einem erheblichen Rückgang des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von umgerechnet 121,3 Mio. Euro führen können. 78 Prozent der Gesamteinnahmen im Jahr 2019 seien durch Wetten auf Sportereignisse erzielt worden.

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Auf einer US-Flagge prangt das Coronavirus.

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