Play’n GOes Doom Metal

Der schwedische Entwickler Play’n GO (PnG) arbeitet zurzeit an dem Slot „House of Doom“, wofür sich der Hersteller eine volle EP von der schwedischen Doom Metal-Band Candlemass einspielen lassen hat. CEO Johan Törnqvist spricht von einer neuen „Musikbranding-Idee“. Weitere Musik-Slots sollen folgen.

Ein Pressefoto zeigt ein Konzert der schwedischen Doom Metal-Band Candlemass

Die Doom Metal-Formation Candlemass auf einem Open Air Festival 2017 – der geplante PnG Slot House of Doom dürfte wohl epische Gewinne bis zum Ende alle Tage versprechen. (Bildquelle)

Um insbesondere gegenüber seinem Hauptkonkurrenten NetEnt aufzuholen, hat der auf Malta ansässige Softwareprovider PnG einen Slot im Doom Metal-Stil, einer speziellen Spielart des Heavy Metal, angekündigt. Der Slot trägt den passenden Titel House of Doom, zu welchem die internationale Genre-Größe Candlemass aus Schweden gleich einen ganzen Soundtrack beisteuert. House of Doom ist die erste Auskoppelung in einer geplanten Reihe an PnG-Musik-Slots, nach dem NetEnt in der Vergangenheit bereits mehrere Slots in Kooperation mit internationalen Hardrock-Größen wie Motörhead, Jimi Hendrix oder Guns ‘n’ Roses veröffentlicht hat.

Der Candlemass-Soundtrack soll folglich, unter gleichem Titel, auch als EP veröffentlicht und von den hiesigen Metal-Plattformen aus vermarktet werden – womit sich die „kühne Zusammenarbeit“ deutlich von den hier üblicherweise gängigen IP-Deals unterscheide. PnG-Geschäftsführer Johan Törnqvist betont an dieser Stelle die „künstlerische Freiheit“, die dem EP-Konzept innewohnt. Eine herkömmliche Zusammenarbeit hätte demnach die Möglichkeiten „ziemlich eingeschränkt“. Fortführend erklärt der CEO die „Alchemie“, der ein solches Projekt bedarf:

„Wenn du eine großartige Band mit toller Musik hast, die wirklich zusammenarbeiten möchte, dann hast du die Magie. Es muss nicht der neueste Hit sein, es geht um die Magie zwischen den Menschen, die etwas schaffen. Wir hatten das Gefühl, dass wir etwas anderes machen wollten, mit definitiv mehr Engagement der eigentlichen Band und jetzt haben wir hier eine erstaunliche Symbiose. Das wird auch bei der Vermarktung helfen.“

Automat der Apokalypse?

Doom Metal ist vielleicht nicht das erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man an Slot-Spiele denkt. Der episch-progressive Heavy Metal-Stil wurde in den 70er Jahren vor allem durch die britische Rockband Black Sabbath um Ozzy Osbourne geprägt. Thematisch spielt sich der Sound nur allzu gern in den Abgründen menschlicher Existenz ab. Melodiös und textlich werden vorzugsweise Wahnsinnsverfall, Identitätsverlust und Weltuntergang inszeniert – der Mensch als sterbliches Irrlicht und nichtsbedeutender Spielball kosmischer, das heißt, ‚göttlicher‘ Kräfte.

Vor allem durch die Alben „Epicus Doomicus Metallicus“ (1986), „Nightfall“ (1987) und „King of Grey Islands“ (2007) ist die 1984 in Stockholm gegründete Band Candlemass unlängst zu einer festen Größe der Doom Metal-Szene avanciert. Songwriter und Bassist, Leif Edling, gibt zu, dem überraschenden PnG-Angebot zuerst skeptisch gegenüber gestanden zu haben. Als jedoch klar wurde, dass sich PnG wirklich kreativ mit der Band „verbinden“ möchte, habe der Bandleader die Zusage erteilt, wie es in einem exklusiven iGamingBusiness -Interview heißt.

Die positiven Reaktionen der Fans überraschen Edling darüber hinaus. Im Nachhinein sei es eine „gute Idee“ gewesen Candlemass für House of Doom miteinzubeziehen – „interessant für mich als Songwriter und als neues Promotion-Tool für die Band“, schlussfolgert der 55-Jährige Rockstar.

Wachstum im richtigen Tempo

Die kommerzielle Strategie hinter den geplanten PnG-Musik-Slots erscheint schlüssig, gleichzeitig überrascht das Softwareunternehmen positiv durch seine musikalischen Ambitionen. Dass Kreativität für Spieleentwickler Grundvoraussetzung ist, bewies PnG zuletzt im Juni mit dem Release des WM-Slots Hugo Goal, wofür PnG den wohl berühmtesten Zeichentrick-Troll der 1990er-Jahre adaptierte.

Vermehrt fällt der Hersteller außerdem durch frisch-aufpolierte Novoline-Classics wie Book of Dead (Book of Ra) oder Sizzling Spins (Sizzling Hot) auf. Die Slots dürften umso erfolgreicher laufen, seit bekannt wurde, dass sich Novoline-Mutter Novomatic – wie auch Merkur-Inhaber Gauselmann – vom deutschen Markt zurückziehen. Grund dafür sind die sogenannten Paradise Papers, eine Debatte um Steuerhinterziehung. Beide Konzerne fürchten den Verlust ihrer deutsche Standort-Lizenzen. Generell surft PnG seit einigen Jahren auf der Erfolgswelle, was jüngst zur Investition in eine neue Bürofläche auf Malta führte.

Das konstante Wachstum sei laut CEO Johan Törnqvist neben der Fokussierung auf „mobile Produkte“, vor allem einer Mitarbeiter-orientierten Unternehmensphilosophie geschuldet. Im Wortlaut heißt es:

Wir investieren in Menschen. In Bezug auf unsere Büros wachsen wir daher so ziemlich überall, wo wir heute sind. Ich denke nicht, dass wir neue Büros an neuen Standorten eröffnen werden, aber wir erweitern definitiv die, die wir haben. Johan Törnqvist, CEO von Play’n GO

Um gesundes Wachstum zu generieren, sei es vor allem im Hinblick auf Mitarbeiter-Einstellungen wichtig das „richtige Tempo“ einzuhalten, betont hierzu die PnG-Business-Partnerin Liana Mifsud aus der Abteilung HR (Human Resources). PnG bringe „die richtigen Leute zur richtigen Zeit“, heißt es. Die Malteserin ergänzt:

„Wir haben ständig freie Stellen, aber wir bauen die Teams nach und nach auf. Wir bringen nicht 20 Leute gleichzeitig. Wir fügen sie nach und nach hinzu, trainieren sie in diesem Team und dann machen wir weiter.“

In diesem Sinne setzt PnG mit dem Slot House of Doom und dem dahinterstehende EP-Konzept gleich doppelt auf neuartige Innovation. Ob das Doom Metal-Konzept einschlägt, sprich, das Armageddon für bisherige IP-Deals bedeutet – oder ob Törnqvists Musikbranding-Idee letztlich nur funkengleich am Horizont verstreicht, bleibt abzuwarten. Ebenso wie die letztliche Aufmachung des Slots und welche Rolle der Teufel dabei spielt.

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