iGaming in Brasilien wird nach Legalisierung von Sportwetten ebenfalls legal

Präsident Luiz Inacio Lula da Silva, 78, hat das iGaming in Brasilien legalisiert. Nachdem der Senat in einer Abstimmung im Dezember das iGaming aus dem Gesetzesentwurf gestrichen hatte, wurde es durch den Präsidenten wieder hinzugefügt. Am 30. Dezember hat er das Gesetz unterschrieben und die Legalisierung von iGaming und Sportwetten damit besiegelt.

Aufnahme eines brasilianischen Fans in einem Fußballstadion.

Viele Sport- und Glücksspielfans in Brasilien haben sich die Legalisierung von Sportwetten und iGaming schon seit langem gewünscht (Symbolbild). © Pexels/pixabay.com

Präsident Lula nimmt einige Veränderung an dem Gesetzesentwurf vor

Laut verschiedenen Medienberichten [Link auf Englisch] soll Präsident Lula den Gesetzesentwurf bereits am 30. Dezember unterschrieben haben. Zuvor soll er jedoch einige Punkte verändert bzw. hinzugefügt haben.

Am 12. Dezember hatte der brasilianische Senat die Legalisierung von iGaming aus dem Gesetzesentwurf gestrichen. Der Präsident soll jedoch für die Legalisierung von iGaming sein und den Sektor dem Gesetzesentwurf wieder hinzugefügt haben. Demnach sollen auch Online-Sportwetten (iGaming) in Brasilien künftig legal sein.

Präsident Lula soll darüber hinaus auch die ursprünglich geplante Steuer auf Gewinne aus Glücksspiel verändert haben. Der Senat hatte ursprünglich eine Steuer von 15 Prozent auf die Netto-Gewinne vorgesehen. Geplant war ein Freibetrag von 2.112 BRL (394 Euro). Der Präsident soll diesen gestrichen haben, sodass künftig alle Gewinne aus Glücksspiel und Sportwetten in Brasilien besteuert werden sollen.

Auch die Legalisierung von Online Casinos soll eine Zeit lang im Raum gestanden haben, ehe sie vom Senat gestrichen worden sein soll. Präsident Lula soll den Gesetzesentwurf diesbezüglich nicht verändert haben. Während iGaming, also Online-Sportwetten, legalisiert werden sollen, sollen Online Casinos weiter unreguliert bleiben.

Weitere Details bekannt geworden

Nachdem der brasilianische Präsident den Gesetzesentwurf unterschrieben hat, sollen weitere Details publik geworden sein. So müssten Anbieter von Sportwetten Spielern die Möglichkeit geben, sich selbst vom Glücksspiel auszuschließen. Die zur Verfügung stehende Dauer soll dabei zwischen 24 Stunden und sechs Wochen liegen.

Auch eine Identifikation von Spielern sei laut dem neuen Gesetz vorgeschrieben. Diese müssten über 18 Jahre alt sein, was anhand von Gesichtserkennungssoftware geprüft werden müsse.

Wer profitiert von der Legalisierung von Sportwetten und iGaming?

Die anstehende Legalisierung von Sportwetten und iGaming werde sich voraussichtlich auf die verschiedensten Organisationen in Brasilien auswirken. Der Staat soll Steuermehreinnahmen in Höhe von 10 Milliarden BRL (1,86 Milliarden Euro) erwarten. Diese sollen auf verschiedene Sektoren, wie Tourismus, die nationale Sicherheit und die soziale sowie gesundheitliche Sicherheit, verteilt werden.

Darüber hinaus sei die Legalisierung auch für Sportakteure und Buchmacher ein großer Erfolg. Sportvereine, Ligen und Verbände sollen ebenso wie Sportdatenunternehmen von dem neuen Gesetz profitieren.

Positive Reaktionen aus der Glücksspiel-Branche

Nachdem bekannt geworden war, dass der brasilianische Senat die Legalisierung von iGaming gestrichen hatte, wurde schnell Kritik aus der Branche laut. Befürworter der Legalisierung argumentierten, dass dem Staat hohe Steuereinnahmen entgehen würden.

“Das war ein absoluter Sieg für die gesamte Branche. Dafür haben wir mindestens 15 Jahre lang gekämpft. Das war der erste Schritt für Brasilien. Die anderen Wirtschaftszweige und Märkte werden mit der Zeit und mit gutem Gewissen hinzukommen.”Hugo Baungartner, Vize-Präsident, Aposta Ganha (brasilianischer Anbieter für Sportwetten, Casinos und E-Sports), iGB

Dass iGaming nun doch legalisiert werden soll, werde in der Branche sehr gut aufgefasst. Nicht nur der Staat profitiere durch die zusätzlichen Steuereinnahmen. Auch die Anbieter sollen von der Legalisierung von iGaming profitieren. Die meisten Einnahmen würden durch iGaming erzielt und nicht durch Sportwetten.

Wirtschaftsexperten sollen die Vermutung aufgestellt haben, dass das Budget des brasilianischen Haushalts für 2024 ein entscheidender Punkt gewesen sein könnte. Die zu erwartenden Steuereinnahmen würden dem Staat eine enorm hohe Summe einbringen, die dem Haushalt zuvor gefehlt haben soll.

Wie geht es mit dem Gesetz weiter?

Nachdem der Gesetzesentwurf von Präsident Lula unterschrieben worden sein soll, müsse der Finanzminister jetzt regulatorische Richtlinien für Anbieter erstellen. Angeblich sollen bereits mehr als 130 Anbieter Interesse an dem Erwerb einer Lizenz gezeigt haben.

Experten gehen davon aus, dass der regulierte Sportwetten- und iGaming-Markt in Brasilien in der zweiten Jahreshälfte 2024 eingeführt werde. Anbieter sollen diese Zeit nutzen können, um die benötigten Strukturen in Brasilien aufbauen zu können. Dazu sollen etwa Partnerschaften zählen.

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