Sportwetten: Anbieter lizensiert

Das Regierungspräsidium Darmstadt hat staatliche Konzessionen an Tipster, Oddset und NetXBetting vergeben. Seit Dienstag, dem 24. November verfügen die drei Anbieter über die deutsche Sportwettlizenz und können nun ganz legal ihre Dienstleistung im gesamten Land offerieren. Mit der Lizenzvergabe sind jetzt insgesamt 21 Unternehmen in der Bundesrepublik dazu berechtigt, Sportwetten anzubieten. Damit wird geplante Liberalisierung des Glücksspielmarktes weitervorangetrieben.

Mann unterschreibt einen Vertrag.

Sportwetten werden gesetzlich durch den Glücksspielstaatsvertrag reguliert. ©Free-Photos/Pixabay

Euphorie bei Tipster

Nach der Bewilligung der Konzessionen für das Sportwetten-Angebot zeigten sich die jeweiligen Anbieter hoch erfreut. Besonders für Tipster findet mit der Lizenzvergabe eine monatelange Tortur ihr Ende, die einen langatmigen bürokratischen Prozess nach sich gezogen hatte. Nach übereinstimmenden Medienberichten hatte sich der Anbieter bereits Anfang des Jahres über eine offizielle Konzession bemüht und entsprechend einen Lizenzantrag beim zuständigen Regierungspräsidium in Darmstadt eingereicht. Nun, fast 10 Monate später, hat die staatliche Behörde in der hessischen Hauptstadt den Antrag bewilligt. Die Entscheidung wurde mit großer Euphorie aufgenommen. So heißt es in der offiziellen Pressmittelung von Tipster:

“Wir freuen uns über die Erteilung dieser neuen Sportwettlizenz. Es bestätigt unsere hohen Qualitätsstandards. Insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Soziales und Compliance haben wir uns nochmal verstärkt. Nur mit einem kontrollierten Angebot können die Ziele des Glücksspielstaatsvertrags umgesetzt werden. Das Verfahren ist also ein guter Schritt in Richtung eines reguliertes Marktes, der neben Klarheit vor allem Rechts- und Investitionssicherheit schafft.”Sascha Demesmaeker, Unternehmenssprecher bei Tipster, Offizielle Pressemitteilung von Tipster

Lizenz von Oddset & NetXBetting beschränkt

Tipsters Sportwettlizenz gilt für alle Vertriebskanäle auf dem Glücksspielmarkt. So kann der Anbieter sowohl online als auch in stationären Wettbüros seine Dienstleistung offerieren. Die Konzessionen von Oddset und NetXBetting beschränkt sich dagegen nur auf einen Bereich. Oddset ist es lediglich erlaubt, auf stationärem Wege Sportwetten anzubieten. NetXBetting bleibt „nur“ der digitale Raum. Allerdings hatten beide Anbieter bei ihrer Antragsstellung nur jeweils einen Vertriebsweg präferiert. Pierre Hofer, Vorstand der pferdewetten.de AG (Mutterkonzern von NetXBetting) zeigte sich sichtlich erfreut über den Erhalt der Lizenz:

“Wir freuen uns sehr, nun die Sportwettlizenz erhalten zu haben. Die generelle Regulierung des Sportwetten-Angebots in Deutschland und die Erteilung der Konzessionen an Unternehmen, die sich an die Auflagen des Gesetzgebers halten, begrüßen wir ausdrücklich nicht nur im Sinne eines fairen Wettbewerbs, sondern auch in Sachen Spielerschutz. In der Pferdewette sind wir seit Jahren im Besitz einer bundesdeutschen Lizenz und folgen selbstverständlich deren Auflagen, die im Detail den Auflagen der Sportwettlizenz durchaus ähnlich sind. Unser Geschäft entwickelt sich hier bekanntermaßen trotzdem kontinuierlich erfolgreich. Auch in unserem noch relativ jungen Segment Sportwetten erwarten wir nach der Erteilung der deutschen Konzession eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung. Gleiches erwarten wir auch für das künftige Casino-Spielangebot, das wir bislang noch überhaupt nicht im Angebot und somit in unseren Planzahlen haben.”Pierre Hofer, Vorstand der pferdewetten.de AG, Pressemitteilung der DGAP

Lizenzen unterliegen Glücksspielstaatsvertrag

Mit der Vergabe drei weiterer staatlicher Konzessionen an Sportwetten-Anbieter verfügen mittlerweile 21 Unternehmen über die deutsche Lizenz. Für die Spielerschaft ist diese Entwicklung durchaus positiv zu bewerten, da das Angebot immer größer wird und sich erhebliche Vorteile durch die wachsende Konkurrenzsituation ergeben. Auf staatlicher Ebene gibt die erneute Lizenzvergabe weiter die Richtung vor und führt den eingeschlagenen Weg des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) fort.

Seit Oktober befinden sich die Sportwetten in Deutschland in einer neuen Zeitrechnung. Im Juli 2021 treten die neuen Bestimmungen des GlüStV in Kraft und sollen dem jahrelangen Versauern in juristischen und gesetzlichen Grauzonen ein Ende bereiten. Bis dato befindet sich der Bereich der Sportwetten in einer Art Übergangsphase, in denen sich Anbieter wie Tipster, Oddset und NetXBetting um offizielle Lizenzen bemühen konnten, die auch nach Juli 2021 ihre Gültigkeit behalten.

Die neuen Online-Glücksspielregelungen im GlüStv: Die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben für Sportwetten in der Bundesrepublik explizite Bestimmungen im neuen Glücksspielstaatsvertrag verankert. Die geplanten Änderungen sehen wie folgt aus:

  • Einzahlungslimit von 1.000 Euro monatlich
  • Einschränkung von Livewetten
  • Abschaffung bestimmter Wettmärkte (z.B. Ereignisse in einem Sportevent & eSports-Wetten)
  • Verpflichtende Maßnahmen für den Spielerschutz
  • Geo-Blocking von nicht lizensierten Webseiten & Anbietern
  • Automatisiertes Früherkennungssystem für Spielsucht

Tipico bleibt Branchenführer

Mit Tipster, Oddset und NetXBetting werden sich nun die 21 lizensierten Sportwetten-Anbieter den Markt untereinander aufteilen. Die neuen „Mitstreiter“ in der Branche werden jedoch vermutlich zunächst kleine Brötchen backen müssen, da die Marktanteile klar strukturiert sind. Unangefochtener Platzhirsch in Deutschland ist weiterhin Tipico. Der Konzern verfügt an über insgesamt 1.100 Standorten in der Bundesrepublik und in Österreich Wettlokale. Gleichzeitig können die Spieler jederzeit über das Smartphone auf eine große Auswahl von Sportevents wetten.

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