Nordkoreanisches Unternehmen verkauft illegale Glücksspielseite an Cyberkriminelle in Südkorea

Das nordkoreanische Unternehmen Gyonghung Information Technology, mit Sitz in der chinesischen Grenzstadt Dandong, soll 5.000 US-Dollar (4.641 Euro) von einer nicht identifizierten südkoreanischen kriminellen Organisation für die Erstellung einer Glücksspielseite erhalten haben. Für die Wartung des illegalen Glücksspielportals habe Gyonghung Information Technology monatlich weitere 3.000 US-Dollar (2.785 Euro) erhalten.

Menschen auf einer Straße

Das nordkoreanische Unternehmen Gyonghung Information Technology hat eine illegale Glücksspielseite erstellt und diese an Cyberkriminelle in Südkorea verkauft (Symbolbild). ©Thomas Evans/unsplash.com

Provisionen für Zahlungen über chinesische Bankkonten und PayPal

Laut einem Artikel der TheKoreaTimes [Link auf Englisch] sollen Cyberkrimminelle aus Südkorea Gyonghung Information Technology weitere Provisionszahlungen zwischen 2.000 US-Dollar (1.852 Euro) und 5.000 US-Dollar (4.630 Euro) geboten haben, sofern viele Spieler über chinesische Bankkonten oder mit PayPal auf der illegalen Glücksspielseite einzahlen würden. Zum Vorfall in Dandong äußerte sich der südkoreanische National Intelligence Service (NIS):

Dandong entwickelte sich zu einem Stützpunkt für die Bekleidungsproduktion in China, basierend auf Arbeitskräften aus Nordkorea, und nordkoreanische IT-Organisationen, die zur Beschaffung von Dollars gegründet wurden, mischten sich unter die nordkoreanischen Arbeiter in der Region, um illegal Devisen zu verdienen.National Intelligence Service (NIS), TheKoreaTimes

Online Casino Hack und Geldwäsche in Manila

Auch zuletzt wurde Nordkorea immer wieder mit Cyberkriminalität in Verbindung gebracht. Laut FBI soll eine staatlich finanzierte Organisation Nordkoreas für den Online Casino Hack beim Glücksspielanbieter Stake.com verantwortlich gewesen sein. Kriminelle schafften es, rund 38 Millionen Euro in Kryptowährungen zu erbeuten.

Nordkoreanische Organisationen nutzen in der Vergangenheit jedoch nicht nur Online Casinos und Kryptobörsen zur Geldwäsche. Die Hackergruppe Lazarus untersteht der nordkoreanischen Regierung und nutzte im Jahr 2016 ein Casino in Manila, um 50 Millionen US-Dollar (46 Millionen Euro) aus Cyberkriminalität zu waschen. Insgesamt erbeutete die Lazarus-Gruppe knapp 1 Milliarde US-Dollar. Die Überweisungen des gewaschenen Geldes auf nordkoreanische Bankkonten konnte von den ermittelnden Behörden jedoch größtenteils verhindert werden.

Welche Rolle spielt Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un?

Der NIS gehe davon aus, dass Gyonghung Information Technology dem Bureau 39 der nordkoreanischen Regierungspartei unterstehe. Das Bureau 39 sei in Nordkorea für die Beschaffung und Verwaltung der Gelder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un zuständig.

Die Organisation werde von Kim Kwang-myong, einem Beamten des North Reconnaissance General Bureau (Geheimdienst in Pjöngjang) geleitet und erpresse zudem Daten von Nutzern mittels Schadsoftware, die auf die illegale Glücksspielseite zurückgegriffen haben.

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