GIG expandiert in Virtual Sports

Der iGaming-Dienstleister GIG (Gaming Innovation Group) hat sein Sportwettangebot durch die Einführung virtueller Sportspiele in Partnerschaft mit 1X2 Network erweitert. Kurz zuvor hatte der Online Glücksspiel-Provider EveryMatrix sein Sortiment an virtuellen Sportspielen vergrößert, um den derzeitig angeschlagenen Buchmachern zu helfen. Liegt die Rettung der Branche in virtuellen Sportspielen?

Ein Mann mit einem VR-Headset beim Schießen.

Die Umsätze der virtuellen Sportwelt könnten sich bis Ende 2020 verdreifachen. ©SonyaHaskins/Pexels

Sportwettspiele auf Abruf

Es handelt sich um eine mehrjährige Partnerschaft. Das auf Malta lizenzierte Glücksspielunternehmen GIG wird seinen Kunden zukünftig Zugang zu einer Reihe von Wettoptionen auf Grundlage virtueller Sportspiele von 1X2 Network anbieten. 1X2 Network hat sich auf virtuelle Sportarten spezialisiert und stellt seine Inhalte dem Markt seit mehr als 20 Jahren zur Verfügung. Darunter Pferde- und Windhundrennen, Fußball, Tennis und Radsport.

Spieler auf der ganzen Welt sehen sich zurzeit mit begrenzten Sportwettoptionen konfrontiert, Beinahe alle Events wurden aufgrund der weiter andauernden Corona-Krise abgesagt oder verschoben. Hierunter leidet auch die Wettbranche, weltweit kommt es zu Totalausfällen, die eigentlich boomende Branche steht still. Große Buchmacher wie Flutter und GVC gaben millionenschwere Verlustwarnungen bekannt.

Für GIG könnte sich die virtuelle Sportwelt daher auf mehreren Ebenen als echte Goldgrube erweisen. Erstens kann das Angebot drohende Verluste ausgleichen. Zweitens Partnerunternehmen dabei helfen, ihre Wettoptionen zu erweitern. Und drittens die hohe Nachfrage der Spieler während des globalen Shutdowns bedienen, womit eine neue Einnahmequelle generiert wird. Mit Blick auf das breitgefächerte Angebot erklärte GIG-Sprecher Chris Armes:

“Die Partnerschaft mit 1X2 Network ermöglicht es uns, ein qualitativ hochwertiges virtuelles Sportportfolio mit realistischen 3D-Spielen für einige der beliebtesten Sportwettspiele auf Abruf anzubieten. Dies ermöglicht es den Betreibern, ihr Angebot zu erweitern und sich damit an die Spitze der Sportwetten zu setzen.”

Die Expansion erfolgt kurz nachdem die Betsson Group bekannt gegeben hatte, dass sie die Zustimmung der Kartellbehörden für die geplante Übernahme der B2C-Vermögenswerte von GIG eingeholt hat. Diese soll nun bis Mitte April abgeschlossen sein. GIG stimmte im Februar zu, seine B2C-Vermögenswerte, darunter Marken wie Guts, Kaboo, Thrills oder Rizk, für rund 33,0 Mio. Euro an Betsson zu verkaufen.

Virtual Sports gegen Corona?

Virtual Sports werden im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung immer beliebter. Ähnlich wie im Bereich des Fantasy- und E-Sports nähern sich immer mehr Wettanbieter der VS-Branche an oder haben bereits investiert. Doch noch nie erschien die virtuelle Sportwelt so alternativlos wie in Zeiten des Coronavirus. Allein in Deutschland brachen seit Ausbruch der Pandemie etwa 90 Prozent aller Sportwetten ein.

Jetzt könnte der Sektor noch mehr Zulauf finden. Ein Grund dafür ist, dass einer der größten Bereitsteller von Virtual Sports-Produkten, EveryMatrix, sein Sortiment erweitert hat, um der angeschlagenen Wettbranche unter die Arme zu greifen. Der Provider erklärte gegenüber iGamingBusiness, die entstandene „Lücke zu füllen“, indem Stück für Stück mehr virtuelle Sportarten eingeführt werden. Ebbe Groes, CEO der EveryMatrix-Gruppe, erklärte:

“Wir unterstützen unsere Kunden kontinuierlich dabei, die Hindernisse zu überwinden, die Covid-19 in der gesamten Sportindustrie verursacht. Ich freue mich, dass unsere Teams voll einsatzfähig sind. Wir werden unsere Anstrengungen verdoppeln, zusätzliche Unterhaltungsoptionen zur Verfügung zu stellen. Diese Inhalte werden in den kommenden Monaten von wesentlicher Bedeutung sein.”

Riesige Sportarten-Bibliothek

Über die Plattform CasinoEngine bietet EveryMatrix seine Produkte bereits bei Anbietern wie Global Bet, Betradar oder Kiron an. Alle neuen Spiele sollen ebenfalls über die „hochleistungsfähige“ Plattform bezogen werden. Diese bietet Zugang zu einer „riesigen Bibliothek“ an virtuellen Sportarten. „Trotz der düsteren Gegenwart bin ich sicher, dass sich alle schnell auf diese neue Realität einstellen und das Beste aus dieser Situation machen“, so Groes.

Wie der Geschäftsführer weiter erklärte, biete Virtual Sports eine „effektive Annäherung zwischen Unterhaltung und Wetten“. In diesem Sinne verfüge CasinoEngine über ein massives Non-Stop-Wettangebot mit unbegrenzten Möglichkeiten und ohne externe Unterbrechungen. Es verwundert daher kaum, dass schon seit längerem immer mehr Glücksspielunternehmen in Virtual Sports investieren.

Virtuelles Online Glücksspiel?

Wenn es nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Persistent Marktet Research geht, ist die Zukunft der iGaming-Branche virtueller Natur. Hiernach expandieren immer mehr Online Glücksspielanbieter und Provider in die sogenannte Virtual Reality. Pioniere sind die USA und Asien. Interessiert sind vor allem junge Erwachsene, zum Beispiel leidenschaftliche Gamer, Fantasy- und E-Sports-Akteure. Die Verkaufszahlen von VR-Equipment steigen seit Jahren konstant.

Die Gesamtumsätze der Branche lagen im Jahr 2016 bei rund 6,1 Mrd. US-Dollar. Laut Schätzungen könnten sich die Umsätze bis Ende 2020 mehr als verdreifachen, was einen Anstieg auf über 18 Mrd. US-Dollar markieren würde. Laut Studie sei es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Online Glücksspielbranche vollends in der virtuellen Realität etabliert hat. Es hieß:

“Die Grafik im VR-Glücksspiel ist realistisch, besonders in Bezug auf Online Slots. Der VR-Glücksspielmarkt lockt dank der Grafik und des Erlebnisfaktors viele Spieler an, was zu schnellem Wachstum führt.”

Trotz aller Wirklichkeitsnähe ist es eher unwahrscheinlich, dass virtuelle Realitäten den globalen Spitzensport dauerhaft ersetzen können. Die Entwicklungen auf dem VR-Markt bleiben vorerst abzuwarten, so wie auch die weiteren Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Es stellt sich die Frage, ob die Zunahme der VR-Aktivitäten auch weiter anhält, wenn der Profisport seinen Betrieb wieder aufgenommen hat.

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