DraftKings plant Expansion nach Deutschland

Die „Daily Fantasy Sports“ (DFS) Firma DraftKings hat die Ausweitung ihres Angebots für den europäischen Markt angekündigt. Dabei soll insbesondere Deutschland in den Fokus der Bemühungen rücken. Das US-amerikanische Unternehmen ist bereits seit etwa einem Jahr im Vereinigten Königreich tätig. Voraussetzung für die weitere Expansion war der Erhalt einer entsprechenden Lizenz einer EU-Behörde.

Die Malta Gaming Authority (MGA) hat DraftKings mit einer neuen Form der Konzession ausgestattet. Die Behörde ist eine der wichtigsten Institutionen für legales Glücksspiel in Europa. Doch „Daily Fantasy Sports“ ist nach Auffassung der Betreiber ein Geschicklichkeitsspiel. So stünden die Fähigkeiten der Spieler und ihre Kenntnis der jeweiligen Sportart im Vordergrund. Dennoch handelt es sich um ein Geldspiel, bei dem zufällige Ereignisse eine erhebliche Rolle spielen. Die MGA hat daher im August 2016 einen regulatorischen Rahmen für diese Sparte geschaffen, der die Professionalität der Angebote sicherstellen und die Spieler vor unlauterem Geschäftsgebaren schützen soll. DraftKings ist das erste DFS-Unternehmen, das eine entsprechende Lizenz erhalten hat.

Wir sind froh, dass Malta die Notwendigkeit einer speziellen Lizenz für Daily Fantasy Sports und andere Geschicklichkeitsspiele erkannt hat und wir diese wichtige Phase unserer internationalen Expansion in Angriff nehmen können. Die MGA ist eine innovative Organisation und es ist klar, dass sie diesen Prozess gut und streng durchdacht haben.“ Jason Robins, CEO von DraftKings

Seit seiner Gründung im Jahr 2012 in Boston hat sich DraftKings zu einem der führenden Anbieter von DFS in den USA entwickelt. Im November 2016 wurde die Fusion mit dem größten Konkurrenten, FanDuel, bekannt gegeben. Insgesamt verfügen beide Unternehmen über einen Kundenstamm von etwa fünf Millionen Spielern. Der Zusammenschluss wird nach kartellrechtlicher Prüfung voraussichtlich Ende 2017 abgeschlossen sein. In Europa möchte man sich zunächst auf den deutschen Markt konzentrieren. Das entsprechende Webangebot soll im ersten Quartal 2017 online gehen.

Daily Fantasy Sports im Überblick

DFS ähneln bekannten Computerspielen wie beispielswiese „Bundesliga Manager“. Die Spieler stellen sich ein fiktives Team auf Basis realer Sportler zusammen und treten in Ligen gegeneinander an. Die realen Leistungen der einzelnen Sportler werden statistisch ausgewertet und bringen den DFS-Spielern Punkte ein. Solche Fantasie-Teams haben vor allem in den USA eine lange Historie – das Hobby wird bereits seit den 1950er Jahren betrieben. Ursprünglich wurden die Wettbewerbe für die Dauer einer echten Saison durchgeführt.

DraftKings CEO Jason Robins

©Steve Jennings/Getty Images, Lizenz
DraftKings CEO Jason Robins (links) auf der TechCrunch 2016

Die heutigen Angebote unterscheiden sich vor allem durch kürzere (deswegen Daily Fantasy Sports) Laufzeiten und die Zahlung einer Teilnahmegebühr an den Betreiber, der zusätzlich einen Anteil der gesamten Einsätze einbehält. Die Gewinner einer Liga erhalten einen vorher festgelegten Betrag. Das Geschäft mit den selbst zusammengestellten Mannschaften gilt als wachstumsstark und weist bereits heute Milliardenumsätze auf.

Die Glücksspieldebatte

Begleitet wurde der stetige Aufstieg der DFS-Unternehmen von heftigen Debatten um die Legalität der Angebote. Die Rechtslage in den Vereinigten Staaten ist kompliziert. In einigen Bundesstaaten werden DFS als Glücksspiel angesehen und sind daher verboten. Überwiegend gelten sie allerdings als „games of skill“ und sind damit eine explizite Ausnahme des „Unlawful Internet Gambling Enforcement Act“ von 2006. Dieser verbietet Zahlungsdienstleistern die Durchführung von Transaktionen im Glücksspielbereich. Für DraftKings ist daher die Anerkennung von DFS als Geschicklichkeitsspiel von höchster Wichtigkeit. Eine normale Glücksspiellizenz für Europa wäre also ein denkbar schlechtes Signal für die eigene Argumentation in den USA gewesen. Mit der durch die maltesische Glücksspielbehörde MGA ausgestellten Lizenz ist nun ein wichtiger Grundstein für die weitere Expansion des Unternehmens gelegt. Sobald das deutsche Angebot gestartet ist, werde „die Lizenz dem Unternehmen Bestrebungen in zusätzlichen europäischen Ländern ermöglichen“, so Jeffrey Haas, der Chef des internationalen Geschäfts von DraftKing.

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