Casino Luzern auf Onlinekurs

Das Schweizer Grand Casino Luzern hat seinen Geschäftsbericht für 2019 veröffentlicht und blickt auf ein ebenso bewegtes wie erfolgreiches Jahr zurück. Der Start des hauseigenen Online Casinos wird als Meilenstein hervorgehoben. Allerdings herrscht Ungewissheit in Bezug auf die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Mit welchen Entwicklungen ist zu rechnen?

Ein Dealer sortiert Spielchips im Casino.

Seit August 2019 unterhält Luzern einen Deal mit dem finnischen Online Casino-Provider Paf. ©WheKevi/Pixaby

18,3 Prozent Wachstum in 2019

Das Grand Casino Luzern hat seine Bilanzkennzahlen für 2019 veröffentlicht. Basierend auf dem landbasierten Casinogeschäft sowie dem Onlinehandel verzeichnete die Unternehmensgruppe einen beachtlichen Wachstumsschub. Der Gesamtertrag des bereits 1882 gegründeten Etablissements wuchs um satte 18,3 Prozent und kletterte damit auf umgerechnet knapp 53,2 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis stieg von 3,9 Mio. auf 4,4 Mio. Euro.

Die Entwicklung entspricht den finanziellen Erwartungen der Kursaal Casino AG Luzern. Diese ist die Dachgesellschaft der Grand Casino Luzern-Gruppe, zu der sowohl die Grand Casino Luzern AG als auch die Casino Online AG Luzern gehören. Der Unternehmensgewinn der Dachgesellschaft stieg 2019 an, während sich das Konzernergebnis aufgrund der hohen digitalen Investitionen reduzierte.

2019 überwies die die Gruppe insgesamt 19,5 Mio. Euro an die Eidgenössische Spielbankenkommission, ein Anstieg von 23,9 Prozent gemessen am Vorjahr. Laut eigenen Angaben floss die gesamte Summe in die obligatorische Rentenversicherung AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung), womit die Luzerner Gruppe einen „substanziellen Beitrag an das Gemeinwohl“ leistete. Über 320 Mio. Euro gingen seit der Eröffnung des Casinos an die AHV.

Aufwind durch neues Online Casino

Als eines der ersten Etablissements erhielt das Grand Casino Luzern im vergangenen Jahr eine Schweizer Online Casino-Lizenz . Unter der Domain mycasino.ch wurde das Sortiment in Kooperation mit dem finnischen Provider Paf aufbereitet. Da in der Schweiz nur landbasierte Spielbanken Online Glücksspiele anbieten dürfen, macht sich der Schritt entsprechend positiv in der Bilanz bemerkbar.

In den ersten vier Monaten summierte sich der Bruttospielertrag von mycasino auf 8,4 Mio. Euro. Das Unternehmen verweist in seinem Bericht darauf, dass dieser Ertrag nicht zulasten des landbasierten Geschäfts geht. Der Bruttospielertrag des traditionellen Casinos stieg 2019 demnach um 4,28 Prozent auf 36,3 Mio. Euro. Das Etablissement wurde von über 200.000 Gästen besucht.

Dennoch bezeichnet die Geschäftsführung den Start des hauseigenen Online Casinos als „Höhepunkt im Geschäftsjahr 2019“. Das neue Angebot sei das Ergebnis „sorgfältiger Vorbereitungen“ und damit ein Meilenstein in der langen Geschichte des Unternehmens. Man habe „enorme Arbeit“ geleistet, um die Konzession vom Schweizer Bundesrat zu erhalten.

Auswirkungen von Covid-19

Der Jahresbeginn 2020 gestaltete sich für das Grand Casino Luzern so positiv wie das Vorjahr. Der Ausbruch des Coronavirus habe die wirtschaftlichen Bedingungen jedoch drastisch verändert. Es kam zum landesweiten Lockdown. Mitte März erteilte der Bundesrat ein Versammlungsverbot. Zudem wurden Ausgangsbeschränkungen erlassen und die Schließung von Geschäften angeordnet, was auch die landbasierten Spielbanken betraf.

Folglich wurde für die Mitarbeiter Kurzarbeit eingeführt. Eine Ausnahme bildete allerdings das neue Online Casino, welches seinen Betrieb weiterführen durfte, womit drohende Verluste ausgeglichen werden konnten. Die langfristigen Folgen der globalen Gesundheitskrise sind derzeitig kaum absehbar, weshalb der Verwaltungsrat die Finanzmittel des Unternehmens in den kommenden Monaten schonen will.

Auf der Generalversammlung am 09. Juni soll aus diesem Grund Antrag auf einen Verzicht auf eine Dividendenzahlung gestellt werden. Wegen der Schutzverordnungen dürfen die Aktionäre in diesem Jahr jedoch nicht persönlich an der Generalversammlung teilnehmen. Die Stimmen sollen über eine unabhängige Stimmrechtsvertretung abgegeben werden.

Doppelte Auszeichnung für Luzern

Abseits der wirtschaftlichen Erfolge kann sich Luzern zurzeit über eine doppelte Auszeichnung im sozialen Bereich freuen. Im Schweizer Casino-Voting Ende 2019 wurde das Unternehmen zum vierten Mal in Folge als „Beliebtestes Casino der Schweiz“ gewählt. Zu den Bewertungskriterien gehörten das Spielangebot, die Freundlichkeit und Kompetenz der Mitarbeiter, die Zusatzangebote und der Gesamteindruck.

Darüber hinaus erreichte das Unternehmen im Zuge der ICE Totally Gaming in London, der größten Glücksspielmesse der Welt, eine Nominierung für einen Global Gaming Award in der Kategorie Casino. Hier zählten Qualität, Innovation und Vertrauen zu Prüfungskriterien. Zum ersten Mal in der Geschichte war ein Schweizer Casino für die höchste Auszeichnung der Glücksspielwelt nominiert.

Spielsicherheit im Fokus

Letztlich gewann zwar nicht das Grand Casino Luzern, dafür jedoch der finnische Vertragspartner Paf, der sich den ersten Platz in der Kategorie „Responsible Gaming“ sicherte. CEO Wolfgang Bliem lobte folglich die hohen Standards für verantwortungsvolles Spielen, die auch auf mycasino.ch zum Tragen kommen. „Über die Prämierung unseres Plattformpartners Paf sind wir besonders stolz“, kommentierte der Geschäftsführer den Erfolg.

Dieser dürfte auch im Sinne des Schweizer Bundesrats stehen, denn es gelten besonders hohe Sicherheitsstandards. Im Juni 2018 wurde in der Schweiz eines der europaweit strengsten Glücksspielgesetze per Volksentscheid verabschiedet. Seitdem führt das Land eine Sperrliste mit hunderten Domains internationaler Anbieter. Sofern keine Verträge mit landbasierten Casinos bestehen, müssen Betreiber damit rechnen, dass ihre Seiten in der Schweiz abgeschaltet werden.

Euch gefällt unser Beitrag? Dann teilt ihn gern euren Freunden mit.

Ähnliche Beiträge