Amaya präsentiert positive Geschäftszahlen für 2016

Das kanadische Glücksspielunternehmen Amaya hat seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2016 veröffentlicht. Die Firmengruppe, zu der unter anderem Online Poker-Marktführer PokerStars gehört, weist trotz einiger Turbulenzen Rekordeinnahmen aus. Positiv entwickeln sich vor allem die Erlöse aus Sportwetten und Casinospielen. Das Kerngeschäft Online Poker schwächelt allerdings im Jahresvergleich.

Die Gesamteinnahmen der Firma stiegen 2016 um 8% auf 1,07 Mrd. Euro. Vor allem die starke Performance der Geschäftsbereiche Casino und Sportwetten sorgen für Wachstum. Ihr Anteil an den Einnahmen stieg von 12,7% in 2015 auf 22,8% in 2016. Dadurch wird der weiterhin rückläufige Pokersektor mehr als ausgeglichen. Zwar zeichnet Online Poker noch immer für den mit 73,2% weit überwiegenden Anteil der Einnahmen verantwortlich. Die Tendenz zeigt in diesem Segment mit -4,6% auf 845,1 Mio. aber weiter nach unten.

Das Unternehmen zeigt sich dennoch erfreut über das Geschäftsjahr 2016. Die Strategie des Ausbaus von Casino und Sportwetten zahlt sich aus. Auch im Online Poker hatte man scheinbar mit schlechteren Zahlen gerechnet:

„Unsere vorausschauenden Veränderungen am Pokersystem und in der Kundenakquise gleichen negative Trends aus, sodass wir organisches Wachstum verzeichnen. Unsere Casinosparte übertrifft die Erwartungen, die wir mit unserer Marketingkampagne und Querverkäufen verbunden hatten. Unseren Sportwettenbereich werden wir weiterentwickeln und ausbauen.“ Rafi Ashkenazi, CEO von Amaya

Die Kanadier waren 2014 in das Online Poker Business eingestiegen. Durch die Übernahme der Rational Group für 4,9 Mrd. Dollar hatte man unter anderem den Marktführer PokerStars erworben. Durch die Einbindung von Casino- und Sportprodukten auf den Pokerseiten ergeben sich gute Möglichkeiten der Querverkäufe an die große Basis der Pokerspieler.

Positives Ergebnis eines turbulenten Jahres

Mit der Übernahme waren allerdings auch Schwierigkeiten verbunden. So wurde gegen den damaligen CEO und Gründer von Amaya David Baazov im März 2016 Anklage wegen Insidergeschäften beim Kauf der Rational Group erhoben. Der Aktienkurs der Firma geriet dadurch kurzfristig unter Druck. Eine Woche nach Bekanntgabe der Vorwürfe ersetzte Rafi Ashkenazi Baazov als CEO und übernahm nach dessen Rücktritt im August letzten Jahres endgültig seine Position.

Im Oktober 2016 verhandelten die Kanadier unter ihrer neuen Führung über eine Fusion mit dem britischen Buchmacher William Hill. Nachdem eine Einigung scheiterte, machte wiederum David Baazov Schlagzeilen, als er zusammen mit privaten Investoren ein Übernahmeangebot für Amaya abgab. Die Aktionäre lehnten jedoch auch dieses Angebot ab und beschlossen in der Folge Maßnahmen, die Baazov auch in Zukunft einen Wiedereinstieg erschweren sollen.

Amayas umstrittene Neuausrichtung im Pokersektor

Seit der Übernahme von PokerStars haben die neuen Eigentümer einige Veränderungen beim Marktführer vorgenommen. Poker soll vor allem für die große Gruppe der Freizeitspieler attraktiver werden. Dazu hat Amaya vor allem viel Geld in Werbekampagnen gesteckt und unter anderem die Fußballstars Cristiano Ronaldo und Neymar Jr. als Markenbotschafter verpflichtet. Gleichzeitig wurde am VIP Programm für Vielspieler gespart und die Rake, also die Abgabe, die der Pokerraum für seine Dienstleistung einbehält, erhöht. Man tauschte damit gewissermaßen das Interesse neuer Kunden gegen das Wohlwollen der Stammspieler.

Die Maßnahmen haben vor allem bei Pokerprofis für viel Kritik und einige Streikaktionen gesorgt. Tatsächlich sinken Amayas Einnahmen aus dem Pokergeschäft, doch Zuwächse von 5% bei den Neuanmeldungen werten die Kanadier als Erfolg ihrer Strategie. Trotz der insgesamt guten Geschäftszahlen sollte Amaya sich weiterhin bemühen, unabhängiger von der Performance ihrer Pokersparte zu werden – ein Ende der Pokerflaute ist trotz des Marketingaufwands noch nicht abzusehen.

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