WM: Paddy Power unterstützt Homosexuellen-Community

Im Rahmen der laufenden Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland unterstützt der britische Buchmacher Paddy Power eine Kampagne des Londoner Szenemagazins „Attitude“, welche sich für die Integration von Schwulen und Lesben im Profisport einsetzt. Pro Tor der russischen Nationalmannschaft will der ursprünglich irische Gambling-Riese 10.000 Pfund spenden.

Das bunte Plakat der Kampagne „From Russia with Equal Love“ der Attitude Foundation

Provokation mit Recht: Das Plakat der Kampagne „From Russia with Equal Love“ zeigt auch den russischen Präsidenten Vladimir Putin – als russische Matrjoschka-Puppe. (Bildquelle)

Unter dem einschlägigen Titel „From Russia with Equal Love“ – z. dt. „Aus Russland mit gleicher Liebe“ – vertritt der in Dublin ansässige Buchmacher Paddy Power seit dem WM-Auftakt (14.06.) die Kampagne der gemeinnützigen Organisation „Attitude Foundation“ – eine Initiative der Londoner Zeitschrift Attitude, die sich insbesondere für die Rechte der hiesigen LGBT-Gemeinschaft (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) stark macht.

Nach eigenen Angaben will der rechte Arm des börsennotierten Londoner Marktgiganten Paddy Power Betfair (PPB) – 2016 aus der Fusion zwischen Paddy Power und Betfair entstanden – pro Tor der russischen Nationalmannschaft 1.000 Pfund (etwa 11.400 Euro) für den wohltätigen Zweck spenden.

In Anbetracht des wahrscheinlich größten Sportevents der Erde soll die Kampagne vor allem ein regenbogenfarbenes Zeichen für mehr Integration im Spitzensport setzen – gerade im Gastgeberland Russland, wo Homosexualität bis heute in vielen Regionen immer noch tabuisiert und gesellschaftsübergreifend verpönt wird.

Gar in Metropolen wie St. Petersburg oder Moskau kommt es immer wieder zu öffentlichen Anfeindungen, bis hin zu körperlichen Übergriffen gegen Schwule und Lesben – häufig auch durch die Polizei. In der Vergangenheit sorgten diesbezüglich Russlands sogenannte Schwulenpropaganda-Gesetze für weltweites Aufsehen und Entsetzen wie auch harsche Kritik.

Rainbow-Russland

Wie es in einem aktuellen Bericht der Attitude heißt, stehe die Partnerschaft zwischen Paddy Power, Attitude und der LGBT-Gemeinde einem „feindseligen und diskriminierendem System“ gegenüber. In diesem Sinne sei es auch kein Zufall, dass die russische Nationalmannschaft hier indirekt – als Paradebeispiel – mit in den Prozess der Kampagne involviert wurde, um „Homophobie im Fußball“ auf ganzer Linie zu bekämpfen.

„Wenn man sich die russischen Puppen anschaut, würde man nicht denken, dass Russland ein Problem damit hat, dass Frauen mit anderen Frauen gehen. Deshalb sind wir in die Community eingetreten, um zu helfen. Ich kann die Reaktion der Russen hierauf gar nicht abwarten“, freut sich ein Pressesprecher Paddy Powers über das Arrangement.

Der 10.000 Pfund Wetteinsatz auf die russische National-Elf hat sich indessen schon bezahlt gemacht: Russland gewann das Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien mit einem deutlichen 5:0 – folglich fließen 50.000 Pfund nach nur einem Spiel in die Kassen der Attitude Foundation.

Mit den Spenden sollen verschiedene Projekte der LGBT-Community im Kontext Leistungssport, insbesondere Fußball unterstützt werden. Neben dem Abbau von Vorurteilen gegen homosexuelle Lebensgemeinschaften und der Finanzierung entsprechender Bildungsprogramme an Schulen und Hochschulen, liegen die Hauptaugenmerke hierbei auf der Unterstützung von „Coming-Out-Spielern“ sowie der Schaffung einer sicheren Spiel-Umgebung.

Verstärkung erhält die Initiative dafür durch ebenso bekannte wie bekennende homosexuelle Athleten verschiedenster Disziplinen, wie zum Beispiel der Schwimmer Mark Foster, Englands Frauen-Nationalspielerinnen Lianne Sanderson und Jordan Nobbs, die Ex-Olympionike Caitlyn Jenner, der internationaler Rugby-Schiedsrichter Nigel Owens, Rugby-Union-Legende Gareth Thomas oder Englands Cricketspieler Danni Wyatt.

Welcher Betrag als nächstes auf Paddy Powers Spendenscheck stehen wird, bleibt abzuwarten – wenn auch nur bis heut Abend (19.06.): Die Partie Russland gegen Ägypten wird um 20.00 Uhr angepfiffen.

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