Keine Gesichter, keine Gefühle: Warum KI-Influencer das Glücksspiel gefährlicher machen könnten
- Influencer sind in der Glücksspielbranche schon lange keine Seltenheit mehr.
- Inzwischen kommen auch KI-Influencer oder Avatar-Streamer zum Einsatz, um Glücksspiel zu bewerben.
- Welche Chancen und Risiken birgt dieser Trend? Und wie schätzen Experten diese Entwicklung ein?
- Wir beleuchten das Thema von allen Seiten und zeigen euch anhand aktueller Beispiele, was schon jetzt möglich ist.

KI-Influencer sind auf dem Vormarsch – auch in der Glücksspielbranche? © OnlineCasinosDeutschland.com/Nano Banana
KI-Influencer? Avatar-Streamer? Was ist das überhaupt?
Bei KI-Influencern handelt es sich um computergenerierte Persönlichkeiten, die eingesetzt werden, um bestimmte Produkte in den sozialen Medien zu bewerben. Das ist in den verschiedensten Branchen möglich – auch zur Bewerbung von Glücksspiel oder Sportwetten.
Des Weiteren kommen auch digitale Avatare zum Einsatz. Sie sind vor allem auf Streaming-Plattformen wie YouTube oder Twitch unterwegs und streamen sich – genau wie reale Personen – beim Spielen und promoten dabei bestimmte Spiele oder Unternehmen.
Aber wieso ist das Thema für euch überhaupt wichtig? Ganz einfach: Euch werden in Zukunft sicherlich auch solche KI-Influencer und digitale Avatare begegnen. Vor allem in den sozialen Medien wächst der Einfluss von Künstlicher Intelligenz, und auch der Glücksspielmarkt muss auf diese Entwicklung reagieren, um neue Zielgruppen zu erreichen.
Praxisbeispiele: Kennt ihr schon Kizuna, Shudu & Lil Miquela?
Sicher denkt ihr euch, dass computergenerierte KI-Influencer Zukunftsmusik sind. Das ist jedoch nicht der Fall, denn es gibt bereits seit vielen Jahren Influencer und Avatare, die virtuell sind. Hinter ihnen stecken keine realen Personen.
Doch wie entstehen diese virtuellen Persönlichkeiten technisch gesehen überhaupt? Dafür kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz:
- CGI: Computer Generated Imagery (computergenerierte Bilder) kommen zum Einsatz, wenn Bilder und Animationen für Filme, Spiele oder Werbung erstellt werden sollen. Dabei entstehen realistische Szenen, die der Erscheinung eines echten Influencers ähneln.
- Deep Learning: Beim Deep Learning (tiefem Lernen) extrahieren Systeme Daten und Merkmale wie das menschliche Gehirn, ohne dafür extra programmiert zu werden. Dadurch kann das System dann menschenähnliche Aufgaben übernehmen und unter anderem virtuelle Personen erstellen.
- Motion Capture: Wann immer menschliche Bewegungen imitiert werden sollen, kann Motion Capture (MoCap) zum Einsatz kommen. Dabei tragen echte Personen speziell angefertigte Anzüge und werden von Kameras umgeben. Die menschlichen Bewegungen werden aufgezeichnet und können dann auf virtuelle Figuren übertragen werden.
Es steckt also ein ziemlich großer Aufwand dahinter, einen KI-Influencer zu erschaffen. Neben der technischen Komponente, muss natürlich auch die jeweilige Persönlichkeit der Figur erschaffen werden. Anhand von drei Praxisbeispielen könnt ihr euch anschauen, was dabei möglich ist.
Kizuna AI: Gaming-Influencerin mit mehr als 4 Millionen Abonnenten
Eine der bekanntesten KI-Influencerinnen ist Kizuna AI. Es handelt sich dabei um eine Figur, die bereits 2016 entworfen wurde und inzwischen in ganz Asien als Gaming-Influencerin bekannt ist.
Wer ist Kizuna? Kizuna ist ein junges, hübsches Mädchen mit großen Augen und langen Beinen. Die Kleidung von Kizuna ist hauptsächlich weiß und pink. Ihr langes Haar weht im Wind und sie trägt oft bunte Haarbänder.
Kizunas genaues Alter ist nicht bekannt, aber es lässt sich vermuten, dass der Charakter etwa 16 bis 17 Jahre alt sein könnte. Ihr Geburtstag ist der 30. Juni.
Sie postet täglich Videos und versorgt ihre Abonnenten auf YouTube, X, Instagram und TikTok mit neuem Content. Im Jahr 2017 hat Kizuna dann erstmals auch Gaming-Content geteilt.
Sie hat dafür mit dem japanischen Spielentwicklungsunternehmen Asobimo zusammengearbeitet und sich dabei gestreamt, wie sie verschiedene Titel des Unternehmens gespielt hat. Sie ist außerdem auch in einem Spiel der Firma aufgetaucht.
Inzwischen gibt es sogar ein KizunaAI-Paket in dem weltweit beliebten Spiel Fortnite. Zu den exklusiven Inhalten zählen pinke Haarbänder, Flügel, ein Mikrofon, eine Gitarre und weitere Gegenstände, die typisch für Kizuna AI sind. Auf YouTube streamte sie sich kürzlich auch beim Spielen von Fortnite.
Shudu: Digitales Supermodel
Auch Shudu Gram ist eine KI-generierte Influencerin und gilt als das erste digitale Supermodel. Sie zeichnet sich durch einen makellosen Körper, eine strahlende Haut und ein perfektes Gesicht aus. Shudu wurde von einem Fotografen entwickelt, der ein perfektes Model erschaffen wollte.
Passend zu ihrem Image präsentiert Shudu in den sozialen Medien natürlich Mode. Schon kurz nach ihrer Entwicklung meldeten sich die ersten Designer, die eine Kooperation mit ihr eingehen wollten. Seitdem promotet das wunderschöne Model immer wieder Kleidung auf ihrem Kanal.
Lil Miquela
Lil Miquela heißt mit vollem Namen Miquela Sousa und ist eine KI-Influencerin mit mehr als 2,4 Millionen Followern auf Instagram. Sie präsentiert dort Mode, gibt Interviews und zeigt sich mit anderen Prominenten.
Neben ihrem Status als Influencerin hat Lil Miquela auch schon Musik veröffentlicht. Singles wie Not Mine, Over You und Hate Me erinnern an die Musik von Dua Lipa oder Robyn. Ihr meistgestreamter Song ist Hate me und hat mehr als 4 Millionen Streams auf Spotify.
Sind Avatare die besseren Influencer?
Doch wieso setzen Unternehmen überhaupt auf KI-Influencer? Geht es um die reinen Kosten, die gespart werden? Oder gibt es noch weitere Gründe, die für virtuelle Persönlichkeiten sprechen?
Wir haben für euch einige Vorzüge zusammengefasst, die nur digitale Charaktere bieten:
- Keine Skandale: Virtuelle Persönlichkeiten sind komplett steuerbar. Sie haben also keine eigene Meinung und können auch keine Skandale verursachen oder mit unüberlegten Äußerungen in Ungnade fallen. Auch Fehltritte aus der Vergangenheit können nicht ans Licht kommen. Stattdessen können die Entwickler im Hintergrund genau festlegen, welche Aussagen die Influencer treffen.
- Rund um die Uhr verfügbar: KI-Influencer brauchen keine Pause. Sie haben kein Privatleben, um das sie sich kümmern müssen. Sie schlafen nicht und haben keine anderen Verpflichtungen. Stattdessen sind sie an 365 Tagen im Jahr 24/7 verfügbar und könnten theoretisch rund um die Uhr streamen und posten.
- Für Marken-Image entwickelt: Ein weiterer entscheidender Vorteil von KI-Influencern ist, dass sie speziell entwickelt werden, um eine Marke zu repräsentieren. Sie sind somit perfekt auf das Produkt und die Branche abgestimmt, sodass sie sich hervorragend als Experten positionieren können.
- Aufbau mehrerer Kanäle: KI-Influencer können unbegrenzt viele Accounts in den sozialen Medien haben. So können sie für jede einzelne Branche und Sparte ihrer Arbeit ein eigenes Profil anlegen. Das gibt den Unternehmen im Hintergrund die Möglichkeit, den Content perfekt auf die jeweilige Zielgruppe abzustimmen.
- Analysen & Auswertungen: Die Betreiber hinter den KI-Influencern können genau auswerten, welcher Content bei den Followern wie gut ankommt. Die Algorithmen und Systeme können exakt auswerten, wie die Beiträge zu noch mehr Engagement führen und die Marken noch besser promoten können.
Tatsächlich gibt es also viele Gründe, die dafür sprechen, dass virtuelle Persönlichkeiten die besseren Influencer sein könnten. Das liegt vor allem daran, dass sie komplett steuerbar sind und pausenlos funktionieren. Die menschlichen Züge, die den virtuellen Influencern fehlen, sind ihre größte Stärke.
Interview mit einem Experten: Deshalb setzen Unternehmen auf KI-Influencer
Uns interessiert in diesem Zusammenhang auch ein Blick hinter die Kulissen. Wie blicken KI-Experten auf das Thema Influencer? Und wie schätzen sie die Gefahren ein?
Um diese Themen besser einschätzen zu können, haben wir uns mit einem KI-Experten aus Großbritannien in Verbindung gesetzt. Er möchte namentlich nicht genannt werden, weshalb wir die Antworten anonym wiedergeben.
1. Was sind Ihrer Erfahrung nach die wichtigsten Faktoren, die einen Influencer erfolgreich machen?
„Menschen, die Beiträge zu Themen veröffentlichen, die starke psychologische Erregung hervorrufen (Wut, Ehrfurcht, Freude, Entsetzen), werden wahrscheinlich erfolgreich sein.“
2. KI-Influencer werden in verschiedenen Branchen immer beliebter. Wie sehen Sie deren Einbindung in die Landschaft des Influencer-Marketings?
„Ich denke, das Problem ist, dass es sich um Massenware handelt, sodass es 100.000 KI-Influencer geben wird, die alle denselben Effekt erzielen. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass es Unterschiede zwischen ihnen geben wird.“
3. Was unterscheidet Ihrer Meinung nach KI-Influencer von menschlichen Influencern in Bezug auf die Marketingeffektivität? Sehen Sie in diesem Zusammenhang Vor- oder Nachteile bei der Verwendung von KI?
„Sie sind günstig.“
4. Wie nehmen Menschen Ihrer Erfahrung nach KI-Influencer im Vergleich zu menschlichen Influencern wahr, insbesondere in Bezug auf Glaubwürdigkeit und Engagement?
„Ich glaube, dass es den meisten Menschen eigentlich egal ist, was eine KI sagt, aber ich denke, dass es genau wie bei menschlichen Influencern bestimmte Communitys gibt, die mit dem, was sie sehen, einverstanden sind.“
5. Was sind einige potenzielle Risiken der Verwendung von KI-Influencern im Glücksspielmarketing? Könnten sie Emotionen manipulieren oder ein unrealistisches Bild von Gewinnen und Verlusten vermitteln?
„Nun, Glücksspiel-Influencer sind eine ziemlich üble Sache. Ich glaube, dass KI-Influencer von ihren „Besitzern“ dazu benutzt werden, um schutzbedürftige Menschen maximal auszubeuten. Sie werden dazu benutzt werden, Menschen zu manipulierten Spielen zu drängen und sie dazu zu bringen, „alles zu setzen“… Ziemlich traurig.“
Welche Auswirkungen haben KI-Influencer auf Glücksspiel-Werbung?
Dass immer mehr Unternehmen auf KI-Influencer setzen, hat auch Auswirkungen auf die Glücksspiel-Werbung. Denn jede Branche muss kontinuierlich ihre Zielgruppe im Auge behalten – und die wird beim Glücksspiel immer jünger.
Unternehmen könnten somit virtuelle Persönlichkeiten erschaffen, die als Werbeträger für ihr Angebot dienen. Sie können Spiele vorstellen, Boni bewerben und Aktionen promoten. Damit können sie dann vor allem eine jüngere Zielgruppe und digital affine Menschen ansprechen. Denn diese sind mit traditioneller Werbung kaum zu erreichen.
KI-Influencer könnten außerdem die Interaktionen erhöhen. Gerade im Live-Streaming können Interaktionen die Bindung deutlich erhöhen und die Marke stärken. Plattformen wie TikTok oder Twitch bieten sich dafür hervorragend an, denn dort ist die junge Zielgruppe zu erreichen und Interaktionen werden aktiv gefördert.
Bisher keine Forschung zu KI-Influencern in der Glücksspielbranche
Wir hätten euch an dieser Stelle gerne Statistiken, offizielle Zahlen oder Forschungsergebnisse präsentiert. Doch bisher wird das Thema KI-Influencer im Glücksspielkontext noch nicht behandelt.
Wir konnten keinerlei Zahlen oder Studien zu dem Thema finden. Das bestätigten uns auf Nachfrage auch unsere Kontakte in der Glücksspielforschung.
Können Glücksspiel-KI-Influencer gefährlich für euch sein?
Viele Menschen begeistern sich für KI und sind neugierig, welche neuen Möglichkeiten sie bietet. Bei all dem Hype solltet ihr jedoch nicht vergessen, dass Künstliche Intelligenz auch gefährlich werden kann.
In Bezug auf Glücksspiel-KI-Influencer gibt es einige Risiken:
- Vertrauen & Transparenz: Die Wahrnehmung spielt in Bezug auf KI eine enorm große Rolle. Denn nicht immer ist klar zu erkennen, dass es sich um eine virtuelle Persönlichkeit und nicht um einen echten Menschen handelt. Unternehmen sollten also transparent mitteilen, dass es sich um KI-Influencer ohne echte Person im Hintergrund handelt. Das schafft Vertrauen zwischen Unternehmen und Spielern.
- Täuschung: Es besteht das Risiko, dass Spieler durch die KI-Influencer getäuscht oder sogar manipuliert werden – diese Gefahr besteht auch bei echten Influencern. Wenn unrealistische Gewinne dargestellt und Spieler emotional manipuliert werden, kann dadurch Schaden entstehen. Seriöse Unternehmen sollten immer die realen Gewinnchancen angeben.
- Fehlende Regulierung: Es gibt genaue Vorgaben dazu, wie Menschen Glücksspiel bewerben dürfen. Die Frage ist allerdings, inwiefern das auch für KI-Influencer gilt. Denn es handelt sich dabei ja nicht um echte Personen. Es scheint, als wären gesetzliche Anpassungen notwendig, um KI-Influencer und Avatar-Streamer in der Glücksspielwerbung zu regulieren.
Wie ihr seht, sollten KI-Influencer mit Vorsicht genossen werden. Euch sollte immer klar sein, dass es sich nicht um unabhängige Personen handelt. Sie werden speziell erschaffen, um ein bestimmtes Produkt oder Angebot zu bewerben, und werden dabei vollständig von dem Unternehmen dahinter kontrolliert.
Beispiel: Deepfake-Videos von Knossi und Montana Black verbreitet
Wie schnell KI genutzt werden kann, um euch zu manipulieren, hat sich schon 2023 gezeigt. Damals ging ein Video des bekannten Entertainers Jens Knossi Knosalla viral. Darin kündigte er an, eine App entwickelt zu haben, über die jedermann Geld verdienen könne. Es war von einem Betrag von 2 Millionen Euro die Rede.
Doch nichts an dem Video ist echt. Es handelt sich um einen Deepfake: Knossi hat das Video niemals aufgenommen oder daran mitgewirkt. Betrüger haben das Video per Deepfake erstellt und Knossi sagen lassen, was sie wollten.
In dem Video wurde eine App beworben, die daraufhin massenhaft heruntergeladen wurde. Betrüger nutzten also das Gesicht von Knossi, um ihre App zu verbreiten. Dies war auch erfolgreich, da viele User den Deepfake nicht erkannten und dachten, es handele sich um ein echtes Video.
Auch Montana Black ist bereits Opfer einer solchen Deepfake-Kampagne geworden. Angeblich machte der Streamer in dem Clip Werbung für ein Unternehmen, das Duft-Zwillinge bekannter Marken verkauft. Auch dabei handelte es sich nicht um echte Werbung mit Monte: Das Video war ein Deepfake und Montana Black hat einer Verwendung seiner Person nie zugestimmt.
Diese zwei Beispiele zeigen, wie gefährlich der Einsatz von KI bereits jetzt ist. Denn einerseits werden Nutzer gezielt getäuscht und haben kaum eine Möglichkeit, zwischen echten und künstlich erzeugten Inhalten zu unterscheiden.
Andererseits leiden auch die Betroffenen, denn ihr Ruf kann durch solche Deepfakes stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Hinzu kommt, dass sie sich kaum gegen solche Kampagnen wehren können, denn oftmals ist es schwer, an die Verantwortlichen ranzukommen. Ist ein solches Video erst einmal online, ist es außerdem sehr schwer, die Verbreitung zu stoppen.
Rechtsanwalt Christian Solmecke ordnet den Fall Montana Black für euch rechtlich ein:
Wie reagieren echte Spieler auf KI-Influencer?
KI-Influencer werden aktuell vor allem in der Modebranche eingesetzt. Im Glücksspielbereich sind sie uns noch nicht begegnet. Wir haben uns aber trotzdem gefragt, was Spielerinnen und Spieler davon halten würden, wenn ein Casino eine virtuelle Persönlichkeit einsetzt, um ihr Angebot zu promoten.
Dafür haben wir auf Reddit gefragt, ob die Gambling-Community den Empfehlungen von KI-Influencern trauen würde. Die Reaktionen darauf waren eindeutig. Ein Großteil der User lehnt KI-Influencer im Glücksspiel-Bereich konsequent ab:
Comment byu/MiriamLovesSport94 from discussion inGenZ
Übersetzung: Nein. Nächste Frage.
Comment byu/MiriamLovesSport94 from discussion inGenZ
Übersetzung. Nein. LOL? Wer würde das schon?
Comment byu/MiriamLovesSport94 from discussion inGenZ
Übersetzung. Ich vertraue nicht mal echten Influencern, wenn sie ein Produkt oder einen Service bewerben.
Aus den zahlreichen Antworten gehen vor allem zwei Aspekte hervor. Zum einen scheinen die Menschen allgemein kein Vertrauen in Influencer (mehr) zu haben. Das könnte darin begründet sein, dass es viele schwarze Schafe unter den Influencern gibt, die alles Mögliche bewerben, ohne sich wirklich mit den Dingen zu beschäftigen. Viele Influencer locken ihre Abonnenten außerdem in den Glücksspiel-Schwarzmarkt.
Andererseits lehnen viele Menschen KI grundsätzlich ab. Sie trauen generell nichts, was mit KI in Verbindung steht. Dementsprechend dürften KI-Influencer es in der Glücksspielbranche besonders schwer haben.
Interview mit einer Spielerin: Die Skepsis bleibt
Nachdem die Rückmeldung auf Reddit ausschließlich negativ war, wollten wir mehr darüber erfahren, wie die Menschen KI-Influencer wahrnehmen. Wieso lehnen sie diese ab? Fürchten sie die Risiken? Oder ist es die allgemeine Ablehnung von KI?
Wir haben daraufhin ein Interview mit einer Spielerin geführt, die namentlich nicht genannt werden möchte. Sie hat uns ihre Ansichten zu KI-Influencern geschildert. Wir geben diese anonym wieder.
1. Wie bist du zum ersten Mal auf Glücksspielinfluencer gestoßen, und was hat dein Interesse daran geweckt?
„Also das erste Mal, dass ich so richtig darauf aufmerksam geworden bin, war, als Jan Böhmermann sich in einer Sendung kritisch mit Influencern wie Knossi auseinandergesetzt hat. Da ging es um aggressive Werbung von solchen Influencern und berühmten Persönlichkeiten, wie Scooter oder eben Knossi, die Werbung für Online-Casinos machen. Mich interessiert also die kritische Perspektive auf diesen Bereich.“
2. Hast du schon einmal von KI-Influencern oder Avatar-Streamern gehört, die für Glücksspielprodukte werben? Was hältst du von der Idee, dass solche virtuellen Persönlichkeiten Einfluss auf das Glücksspiel haben?
„Von KI-Influencern habe ich schon mal gehört, aber noch nie von welchen, die explizit Werbung für Glücksspiel machen. Ich glaube, es gibt genug reale Persönlichkeiten, die Werbung für Glücksspiel machen. Ich wüsste nicht, welchen Vorteil es für Konsumenten von solcher Werbung haben sollte, wenn ein KI-Influencer zu sehen ist. Ich denke mal, es wird für das dahinterstehende Unternehmen langfristig einfach günstiger sein. Ich glaube außerdem, dass es ganz individuell darauf ankommt, für welche Art von Werbeinhalt jemand empfänglich ist. Mag man eher weibliche oder männliche Influencer, mag man es eher lustig oder informativ. KI könnte da wahrscheinlich ein größeres Spektrum bieten.“
3. Was denkst du über die Verwendung von KI-Avataren als Werbeträger im Glücksspielbereich – denkst du, sie könnten ein Ersatz für echte Influencer werden?
„Ich bin zwiegespalten. Einerseits finde ich es kritisch, wenn reale Influencer Geld damit verdienen, für Glücksspiel zu werben. Andererseits finde ich auch zu viel Konsum von KI‑erstellten Inhalten schwierig. Um die Frage konkret zu beantworten: Ja, ich denke, KI-Influencer oder Avatare könnten echte Influencer ersetzen, ob sie das tatsächlich tun sollten, ist eine andere Frage, in deren Beantwortung man ganz viele Faktoren mit einbeziehen müsste.“
4. Glaubst du, dass KI-Influencer das Vertrauen der Spieler beeinflussen könnten? Würdest du einem Avatar eher oder weniger vertrauen als einem menschlichen Influencer?
„Ich denke, das kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Wenn ich KI generell kritisch gegenüberstehe, dann wird mir wohl auch eine KI-Werbefigur eher weniger gut gefallen. Für mich persönlich ist da kein Unterschied im Vertrauen, da sowohl reale Influencer als auch KI-Influencer vom jeweiligen Glücksspielanbieter mit Vorstellungen bezüglich des Werbeinhaltes bekannt gemacht werden.“
Fazit: KI-Influencer könnten es im Glücksspiel schwer haben
Unsere Recherchen haben ergeben, dass KI-Influencer in der Glücksspielbranche einen schweren Stand haben könnten. Das Glücksspiel lebt vor allem von Vertrauen und Transparenz. Diese zwei zentralen Merkmale scheinen bei KI-Influencern auf der Strecke zu bleiben.
Influencer haben an sich schon einen schlechten Ruf und viele Menschen stehen KI kritisch gegenüber. Diese Mischung scheint ziemlich schwierig zu sein und könnte Glücksspielanbieter vor Herausforderungen stellen.
Die Frage wird sein, ob es ihnen gelingen kann, die Skepsis der Spieler zu beheben.