Glücksspiel-Wochenrückblick: Tischlimits im Online-Poker, Bundesliga-Wetten & Klage gegen Valve

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  • Eine Petition setzt sich für höhere Tischlimits im Online-Poker ein.
  • Ein Insider berichtet, dass viele Bundesliga-Spieler auf ihre eigenen Partien wetten.
  • Der international bekannte Spieleentwickler Valve wird vom Bundesstaat New York verklagt.
Eine Person spielt Poker, ein Mann übergibt ein Bündel Bargeld und ein Richter schwingt seinen Richterhammer.

Auch in dieser Woche fassen wir für euch drei spannende Glücksspiel- und Sportwetten-Meldungen zusammen. © Onlinecasinosdeutschland.com/Nano Banana

Höhere Tischlimits im Online-Poker? Petition gestartet

Der Online-Pokermarkt wird durch den Glücksspielstaatsvertrag von 2021 reguliert. In dem Vertrag ist ein Tischlimit festgelegt: Spielerinnen und Spieler dürfen in Deutschland an maximal vier Tischen gleichzeitig spielen. Diese Regelung soll dem Spielerschutz dienen.

In dieser Woche wurde auf der bekannten Plattform OpenPetition eine Petition zu diesem Thema gestartet. Der Verfasser fordert, das Tischlimit auf mindestens acht gleichzeitige Tische zu erhöhen.

Der Initiator schreibt, dass die aktuelle 4-Tisch-Regelung die Kanalisierung in den legalen Markt gefährde. Ambitionierte und erfahrene Pokerspieler würden in ihrem strategischen Spiel gehemmt werden, da sie durch Multitabling gezielt die Varianz minimieren. Auch die modernen Pokerformate, die besonders schnelllebig sind, würden durch die derzeitige Regelung gehemmt.

Wer an mehr als vier Tischen spielen wolle, weiche deshalb laut dem Initiator auf den Schwarzmarkt aus und spiele dort ohne jegliche Schutzmechanismen. Dadurch würde der Spielerschutz, der durch die 4-Tisch-Regelung eigentlich gewährleistet werden sollte, geschwächt.

Die Petition richtet sich an den Deutschen Bundestag, seinen Petitionsausschuss und die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Der Initiator hat sich ein Ziel von 30.000 Unterschriften gesetzt. Bislang haben 308 Personen die Petition unterschrieben (Stand: 27. Februar 2026).

Der Zeitpunkt für die Petition ist mit Bedacht gewählt: Im Jahr 2026 wird es eine Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags und seiner bisherigen Wirksamkeit geben. Es gilt als wahrscheinlich, dass im Anschluss Anpassungen vorgenommen werden.

Insider packt über illegale Sportwetten in der Bundesliga aus

Es gibt immer mal wieder Berichte über aktive Sportler, die auf ihre eigene Sportart wetten. Prominente Beispiele sind unter anderem Sandro Tonali im Fußball oder Mark King im Snooker. Doch ein aktueller Bericht lässt diese Vorfälle wie Lappalien erscheinen.

Im Magazin Stern ist aktuell ein Interview mit einem ehemaligen Bundesliga-Spieler zu lesen. Dieser ist nicht mehr aktiv und bleibt anonym. Er berichtet davon, wie er jahrelang illegal auf Spiele seiner eigenen Liga gewettet habe. Dadurch soll er rund 1 Million Euro verloren haben.

Das schockierende Geständnis:

“Ich muss zugeben: Ohne vorher einen Wettschein gekauft zu haben, haben mich viele Spiele nicht mehr gekickt. Richtigen Spaß hatte ich nur noch, wenn ich gewettet habe.”– , ehemaliger Bundesliga-Spieler, ntv

Fangen wir vorn an. Im Fußball und in den allermeisten anderen Sportarten sind Wetten auf den eigenen Sport verboten. Es ist Fußballspielern demnach nicht erlaubt, auf Fußball zu wetten – auch nicht auf andere Klassen oder Spiele in anderen Ländern. Und schon gar nicht auf Spiele mit eigener Beteiligung.

Diese Regelung soll die Integrität des Sports wahren. Genau aus diesem Grund ist der aktuelle Bericht so schockierend.

Der anonyme Spieler berichtet, zunächst nur Poker mit seinen Teamkollegen gespielt zu haben. Darüber kam er dann zum Wetten und hätte mit der Zeit immer mehr Geld eingesetzt. Damit sei er nicht alleine gewesen: Seiner Einschätzung nach habe es in jedem Bundesligaverein zwei bis drei Spieler gegeben, die regelmäßig auf die Bundesliga gewettet hätten.

Dafür hätten sie keine gängigen Sportwettenanbieter genutzt, sondern inoffizielle Plattformen und Mittelsmänner. Die Zahlung sei in bar erfolgt. Unterm Strich habe der anonyme Spieler fast immer verloren. Er habe dennoch weitergemacht, da der Adrenalinkick stets da gewesen sei.

Werden Spieler dabei erwischt, wie sie auf die eigene Sportart wetten, kann dies empfindliche Strafen nach sich ziehen. In der Vergangenheit wurden Sperren und Geldstrafen verhängt. Besonders empfindlich werden die Strafen, wenn Spieler auf ihre eigenen Spiele wetten.

Champions League & Europa League Playoffs: Gemischte Ergebnisse für deutsche Teams

In dieser Woche fanden in der Champions League, Europa League und Conference League die Rückspiele der Playoffs statt, um zu ermitteln, welche Teams ins Achtelfinale einziehen. Auch drei deutsche Mannschaften haben in dieser Woche gespielt.

In der Champions League hat Bayer Leverkusen den Einzug ins Achtelfinale geschafft. Nachdem sie im Hinspiel mit 2:0 gegen Olympiakos Piräus gewonnen hatten, ging das Rückspiel 0:0 aus. Die Leverkusener sind dadurch weiter und treffen im Achtelfinale entweder auf den FC Arsenal oder den FC Bayern. Die Teams haben die Ligaphase auf den ersten beiden Plätzen abgeschlossen und werden somit ein harter Gegner für Leverkusen.

Weniger erfolgreich waren die Playoffs hingegen für Borussia Dortmund. Nachdem sie das Hinspiel gegen Atalanta Bergamo mit 2:0 gewonnen hatten, schien das Achtelfinale in greifbarer Nähe. Das Rückspiel endete jedoch mit 1:4 und der BVB ist ausgeschieden.Am Donnerstag fand dann noch die Rückrunde der Europa-League-Playoffs statt. Das Spiel VfB Stuttgart – Celtic Glasgow endete mit 0:1. Da die Stuttgarter das Hinspiel jedoch mit 4:1 gewonnen hatten, sind sie in die nächste Runde eingezogen.

Nachdem nun feststeht, welche Teams es in den internationalen Wettbewerben ins Achtelfinale geschafft haben, wird nun der Spielplan festgelegt. Die Champions-League-Auslosung findet heute (27. Februar) ab 12 Uhr deutscher Zeit statt. Im Anschluss daran werden auch die Achtelfinale der Europa League und der Conference League ausgelost.

Spieleentwickler Valve wird vom Bundesstaat New York verklagt

Eine Meldung hat in dieser Woche weltweit für Aufsehen gesorgt: Der US-Bundesstaat New York verklagt den Spieleentwickler Valve wegen des Einsatzes von Lootboxen. Valve ist weltweit bekannt für Spiele wie Counter-Strike, Half-Life und Dota.

Letitia James, die Generalstaatsanwältin von New York, wirft dem Unternehmen vor, illegales Glücksspiel zu fördern und Kinder der Gefahr von Spielsucht auszusetzen. Die Lootboxen des Unternehmens seien der „Inbegriff des Glücksspiels“. Damit verstoße Valve gegen die Verfassung und das Strafgesetz des Bundesstaats.

Aufnahme des New Yorker Supreme Court.

Neben Valve wurden bereits zahlreiche andere Unternehmen wegen Lootboxen in ihren Spielen angeklagt. © Wikipedia

Lootboxen sind immer wieder ein Streitthema und haben bereits zu zahlreichen Klagen geführt. Spieler kaufen sich mit Lootboxen die Chance auf virtuelle Gegenstände wie Kleidung, Waffen oder Dekoration. Dabei können sich sowohl seltene als auch gängige Gegenstände in den Lootboxen befinden. Gekauft werden sie mit echtem Geld.

Da Spieler vorab nie wissen, welche Gegenstände sie erhalten, werden Lootboxen häufig als Glücksspiel bezeichnet und scharf kritisiert.

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