Glücksspiel-Wochenrückblick: Organisierte Kriminalität, DFB-Pokal-Finale der Frauen & Glücksspiel an der Front

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  • Der Drogen- und Suchtbeauftragte der Regierung warnt vor illegalem Glücksspiel und fordert härtere Maßnahmen.
  • Die Spielerinnen des FC Bayern München gewinnen den DFB-Pokal. Abschied für Alexandra Popp.
  • Der Krieg soll Berichten zufolge viele ukrainische Soldaten an der Front in die Spielsucht treiben.
Zwei Spielautomaten in einer Kneipe, der DFB-Pokal und ein Soldat spielt Slots auf seinem Smartphone.

In unserem Wochenrückblick erfahrt ihr, was in der Glücksspielbranche wichtig war. © OnlineCasinosDeutschland.com/ChatGPT

Drogen- und Suchtbeauftragter Streeck warnt vor höchst gefährlicher Lage

Hendrik Streeck (48) von der CDU ist Drogen- und Suchtbeauftragter der Bundesregierung. Er warnt aktuell vor illegalem Glücksspiel und fordert, wie viele seiner Vorgänger, härtere Kontrollen.

Seiner Ansicht nach sei die organisierte Kriminalität in der Glücksspielbranche sehr präsent:

„Wir haben es mit einer höchst gefährlichen Lage zu tun, die unser Gemeinwesen zu untergraben droht. Wir reden hier nicht über ein paar harmlose Automaten im Hinterzimmer. Wir reden über organisierte Kriminalität, über Geldwäsche und über erhebliche Gewinne auf Kosten suchtkranker Menschen.“Hendrik Streeck, Drogen- und Suchtbeauftragter der Bundesregierung, Hasepost

Streeck ist der Meinung, Bund und Länder müssten entschlossener einschreiten. Er spricht sogar von einem massiven Vollzugsproblem.

Es dürfe keine Sicherheiten für Menschen geben, die mit Sucht und Illegalität Geld machen. Dafür sollen die Behörden darin geschult werden, organisierte Strukturen besser zu erkennen und Beweise zu sammeln. Dadurch soll es ihnen gelingen, illegale Angebote schneller zu beenden.

Denn aktuell werde der Staat teilweise ausgetrickst. Streeck meint damit vor allem illegale Spielautomaten, deren Gewinne verdeckt durch das Personal ausgezahlt werden. Bei diesen Geräten sei es besonders schwer, Glücksspiel nachzuweisen. Diese Lücke sollte seiner Meinung nach geschlossen werden, indem schon das Aufstellen manipulierter Geräte strafbar wird.

DFB-Pokal der Frauen: FC Bayern gewinnt & Tränen bei Alexandra Popp

Am Donnerstagnachmittag fand im RheinEnergieSTADION in Köln das DFB-Pokal-Finale der Frauen zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC Bayern München statt. Den über 46.000 Zuschauern wurde ein spannendes Spiel geboten.

Die Spielerinnen des FC Bayern München galten vor dem Spiel als Favoritinnen. Denn sie sind nicht nur Titelverteidigerinnen, sondern haben auch die Meisterschaft 25/26 gewonnen. Die Wolfsburgerinnen müssen sich hingegen mit der Vizemeisterschaft zufriedengeben.

Die erste Halbzeit war zwar spannend, aber weitestgehend ereignislos. Kurz vor der Pause dann die Wendung: Die Bayern bekamen einen Elfmeter, den Georgia Stanway (27) zum 1:0 verwandelte.

Das war der Wendepunkt der Partie. In der zweiten Halbzeit erhöhten die Bayern durch Treffer von Pernille Harder (33), Momoko Tanikawa (21) und Arianna Caruso (26) zum Endstand von 4:0. Damit haben die Spielerinnen des FC Bayern München den DFB-Pokal erfolgreich verteidigt.

Das DFB-Pokal-Finale hatte aber auch aus einem anderen Grund eine ganz besondere Bedeutung. Es war eines der letzten großen Spiele von Alexandra Popp (35) im Trikot des VfL. Sie gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Fußballerinnen und hat angekündigt, den VfL Wolfsburg am Ende der Saison zu verlassen. Sie wird in der kommenden Saison bei ihrem Heimatverein Borussia Dortmund in der 3. Liga spielen.

Umso mehr hätten sich viele Fans gewünscht, dass Popp ihre Karriere beim VfL Wolfsburg mit dem Gewinn des DFB-Pokals krönt. Popp hat mit dem VfL insgesamt sieben Meisterschaften und mehrere DFB-Pokaltitel gewonnen. Mit der Nationalmannschaft holte sie außerdem Gold bei den Olympischen Spielen 2016.

Eurovision Song Contest 2026: Deshalb solltet ihr auf Wetten verzichten

Viele Menschen freuen sich schon auf den Eurovision Song Contest 2026, der am Samstag (16. Mai ab 21 Uhr) in Wien stattfindet. Das musikalische Großereignis ist für die Fans das wichtigste Event des Jahres, das ausgiebig zelebriert werden muss.

Dabei solltet ihr jedoch auf Wetten auf den Eurovision Song Contest verzichten, denn diese sind in Deutschland illegal. Findet ihr online Buchmacher, die euch Quoten auf den ESC 2026 anbieten, dann solltet ihr Abstand halten.

Auch wenn diese Anbieter seriös aussehen und im Ausland lizenziert sein sollten: In Deutschland sind sämtliche Unterhaltungswetten verboten. Der Glücksspielstaatsvertrag regelt, dass lediglich Sportwetten gestattet sind. Eine gute Alternative: Startet einfach euer eigenes Tippspiel mit der Familie oder mit Freunden.

In dieser Woche konntet ihr beim Eurovision Song Contest Vorentscheid bereits einen Blick auf alle Acts werfen. Im ersten und zweiten Halbfinale haben sich insgesamt 20 Länder für das große Finale qualifiziert. Für Deutschland geht Sarah Engels (33) mit dem Song Fire an den Start.

Krieg treibt ukrainische Soldaten in die Spielsucht

In dieser Woche wurden in den deutschen Medien zahlreiche Berichte über Glücksspiel unter ukrainischen Soldaten veröffentlicht. Wie unter anderem die Tagesschau berichtet, soll Glücksspiel für die Soldaten an der Front eine Möglichkeit sein, abzuschalten. Teilweise ist sogar von Spielsucht die Rede.

Mehr als vier Jahre läuft der russische Angriff auf die Ukraine nun. Seitdem verteidigen ukrainische Soldaten ihr Heimatland an der Front. Im Interview mit der Tagesschau schildert einer von ihnen, dass er seit Kriegsbeginn keinerlei Emotionen mehr erlebe. Er sei in seiner Jugend bereits spielsüchtig gewesen und davon losgekommen – in der Armee folgte dann der Rückfall.

Psychologen bestätigen, dass es für Soldaten kaum Möglichkeiten gebe, sich zu entspannen. Deshalb sei Spielsucht an der Front verbreitet:

„Wir Zivilisten haben mehr Möglichkeiten, uns zu entspannen. Wir können ins Kino gehen, ein Buch lesen oder uns mit Freunden treffen. Was tut jemand in der Armee, wo es diese Möglichkeiten nicht gibt? Glücksspiele sind leicht zugänglich, direkt auf dem Smartphone verfügbar. Sie reduzieren Spannung und lenken von der Realität ab.“Tetiana Synitska, Psychologin, Tagesschau

Es gibt keine genauen Zahlen dazu, wie viele ukrainische Soldaten spielsüchtig sind. Wie groß das Problem ist, zeigt jedoch eine Petition aus dem Jahr 2024. Ein Soldat hatte damals online darum gebeten, Militärangehörigen den Zugang zu Glücksspiel einzuschränken. Innerhalb weniger Stunden kamen 25.000 Unterschriften zusammen.

Aktuell heißt es, die ukrainische Regierung werde diese Forderung tatsächlich umsetzen. Dafür sollen Sperren eingerichtet werden, die die Anmeldung verhindern. Diese Sperren werden allerdings nur für Seiten mit ukrainischer Lizenz gelten.

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