William Hill bietet 271 Mio. Euro für Mr Green

Um seine internationalen Expansionen voranzutreiben, hat der Londoner Traditionsbuchmacher William Hill, ein Angebot in Höhe von rund 271 Mio. EUR für die Übernahme des schwedischen Onlinecasinos Mr Green (MRG) präsentiert. Die Entscheidung liegt nun bei Aktionären des Stockholmer Nasdaq-Unternehmens.

Die geplante Akquisition beschleunige Hills „Diversifikation am Markt“ und fördere zudem unmittelbar das „digitale und internationale Geschäft“, so das Statement von Hill-CEO Philip Bowcock. Die Annahmefrist für das millionenschwere Barangebot werde laut Geschäftsführer voraussichtlich am 10. Dezember beginnen und am 11. Januar 2019 enden. Sollte MRG der Akquisition zustimmen, werde die Übernahme schon bis zum 17. Januar zum Abschluss gebracht.

In einer Pressemitteilung, welche das Angebot umreißt, nennt Hill zudem eine Reihe von „Kernattributen“, die für die Akquisition sprechen – eine Übernahme von MRG würde demnach Hills „Geschäft und seine Strategie entscheidend verbessern“. Das London Stock Exchange-Unternehmen erwartet folglich einen Umsatzanstieg in punkto Onlineglücksspiel von 42 auf über 47 Prozent gemessen am Gesamtumsatz. Auf internationaler Ebene rechnet Hill mit einem Zuwachs von 14 auf 21 Prozent. Der Buchmacher erklärt darüber hinaus:

„Nach Vertragsabschluss werden wir eine sorgfältige Überprüfung der Fähigkeiten und Bedürfnisse in Bezug auf unsere kombinierten Operationen vornehmen. Wir wollen optimale Führungs- und Mitarbeiterstrukturen, um den zukünftigen Erfolg der Gruppe zu garantieren.“

Internationale Drehscheibe Malta

Sollte die MRG-Übernahme tatsächlich zustande kommen, plant Hill laut eigenen Aussagen, eine Reduktion seiner Aktivitäten auf seinem Heimatmarkt UK. Grund ist der Brexit 2019 – und die damit verbundene Ungewissheit um Hills zukünftigen Status im britischen Überseegebiet Gibraltar. Ein weiteres Kernattribut bildet in diesem Sinne MRGs Lizenzstandort Malta, als internationale Drehscheibe, sprich „operative Expertise“. Hill-CEO Bowcock kommentiert:

„MRG wird William Hill ein internationales Zentrum in Malta, mit Markteintritts-Know-how und starken Wachstumsimpulsen in einer ganzen Reihe europäischer Länder bieten. William Hill wird immer mehr von einer einzigen Marke zu einer Reihe von Marken wechseln, was die Wachstumschancen in neuen und bestehenden Märkten maximieren kann.“

Hill hält derzeit keine Anteile an MRG und hat das Angebot laut Fachpresse über eine Tochtergesellschaft unterbreitet. Infolge der PASPA-Aufhebung konzentrierte sich der Buchmacher binnen letzter Monate vor allem auf sein USA-Geschäft, unter anderem im Bundesstaat Mississippi.

Vollendete Tatsachen?

Was danach klingt, obliegt letzten Endes Greens Aktionären in Stockholm, wie es aktuell von Seiten des MRG-Vorstandsvorsitzendem Kent Sanders heißt. Der Preis pro Green & Co.-Aktie liegt zurzeit bei knapp 6,90 EUR, was sich mit Hills Angebot deckt. Sander selbst sieht angesichts des möglichen `Big Deals´ durchaus Vorteile für MRG und gar die gesamte Branche. Es heißt:

„Wir glauben, dass Größe für die Globalisierung der iGaming-Branche von höchster Bedeutung ist.“

Wie Sander verrät, habe Greens Verwaltungsrat den Shareholdern bereits zur Annahme des Angebots geraten. Über 40 Prozent der Anteilseigner sollen bereits unwiderrufliche Vereinbarungen zur Unterstützung des Angebots unterzeichnet haben.

Hills Akquisitionsangebot landet unmittelbar auf dem Tisch, nachdem MRG, vergangene Woche ein Q3-Rekordwachstum bekannt gab. Gemessen am dritten Quartal 2017 wurde eine Umsatzsteigerung von 50,9 Prozent auf umgerechnet über 431 Mio. EUR erzielt. Der Bruttogewinn stieg dabei um knapp 50 Prozent auf rund 72 Mio. EUR. Ob Mr Green seine Erfolge in Zukunft tatsächlich unter dem Dach William Hills feiert, bleibt abzuwarten.

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