Teil 2: Trends der ICE Totally Gaming 2017

Auf der Glücksspielmesse ICE Totally Gaming in London trifft sich die Branche zu Diskussion und Präsentation ihrer Produkte. Während der erste Teil der Berichterstattung verstärkt Marketingstrategien und neue Technologien behandelte, beschäftigen wir uns nun mit neuen Produkten und Kollaborationen.

Sportwetten und eSports

Der eSport Markt wird für die Buchmacher zunehmend interessant. Regelmäßige Ligaspiele und große Turniere werden von Millionen Zuschauern weltweit verfolgt. Einige Unternehmen bieten daher bereits entsprechende Wetten auf ihren Webseiten an. Der Softwareprovider Vermantia zeigte an seinem Stand ein Livematch in „Counter-Strike: Global Offensive“ (CS:GO) zwischen den Profiteams NL Gaming und eSuba. Damit sollte den Besuchern der Messe die Faszination virtueller Wettkämpfe nähergebracht und der Start entsprechender Wettangebote beworben werden.

Für Fans der Szene sind die Spiele CS:GO, League of Legends, Dota2 und Hearthstone zwar seit Jahren bekannt – für die Glücksspielindustrie sind die hoch professionellen Auseinandersetzungen in Computerspielen allerdings noch eher unbekanntes Terrain. Die Besucher konnten sich daher am Stand selbst am Taktikshooter CS:GO versuchen. Das „Vermantia eSports“ Produkt wird sich zunächst auf CS:GO-Wetten beschränken, da das Unternehmen bislang nur für dieses Spiel über eine ausreichend tiefe Datenbasis zur Quotenberechnung verfügt. Weitere Titel sollen in Zukunft folgen.

Die 100 Spiele Challenge eines Berliner Start-Ups

Die Glücksschweine am Stand von Glück Games

Quelle: Twitter, ©Glück Games
So macht man auf sich aufmerksam: Die Glücksschweine von Glück Games

Das junge Unternehmen Glück Games aus Berlin spezialisiert sich auf sogenannte „Casual Real Money Games“. Die Produkte aus dem Bereich Rubbellose und Bingo lassen sich in einigen Online Casinos sowie bei Lottoland und Lottohelden finden. Obgleich das Start-Up noch keine zwei Jahre alt ist, hat es bereits ein Portfolio aus über 40 Spielen im Angebot. Diesen enormen Output möchten die Berliner nochmals erhöhen und stellen sich selbst eine 100-Spiele-Herausforderung bis zur nächsten ICE Messe.

Für ihr aktuelles Spiel „Lotto Machine“ gewannen die Newcomer die begehrte „Games to Watch 2017“ Trophäe. Die mitgebrachten Glücksschweine scheinen ihren Zweck also erfüllt zu haben. Sie sorgen außerdem für einen bemerkenswert großen Andrang am Stand des jungen Unternehmens. Nebenbei stellten Glück Games mit „Record Breaker“ den größten Rubbellos-Jackpot mit einem Volumen von 20 Millionen Euro vor. Im Gespräch mit Totally Gaming hob Geschäftsführer Arvind Upadhyay die Bedeutung der Konferenz für neue Geschäftsbeziehungen hervor:

„Wir arbeiten derzeit hauptsächlich mit vier Partnerfirmen zusammen und haben auf der ICE in diesem Jahr bereits Vereinbarung mit einigen weiteren getroffen. Das dürfte unsere Präsenz in den nächsten Monaten etwa verdoppeln.“

Aufwendiger Spielautomat von Microgaming

Das britische Urgestein des Online Glücksspiels zeigt auf der Messe mit „Castle Builder 2“ einen interessanten, wenn auch nicht ganz neuen, Ansatz bei der Spielentwicklung auf. Mit unterschiedlichen Charakteren, Leveln, Orten und Errungenschaften erinnert der Titel stark an ein Abenteuer-Computerspiel. So wählen die Spieler ihren persönlichen Avatar aus und erklimmen mit diesem die integrierten Ranglisten. Durch die Drehung der Walzen werden Ressourcen gewonnen, die das Gebäude des Spielers zu einem Schloss ausbauen.

Hohes Besucheraufkommen bei der ICE Totally Gaming Konferenz

Quelle: Twitter, ©Totally Gaming

Durch vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten und damit verbundene höhere Gewinnchancen soll der Automat die Spieler langfristig begeistern. Mit 15 verschiedenen Spielumgebungen, 75 Gebäuden und über 300 Charakteren setzt Microgaming auf jeden Fall neue quantitative Maßstäbe, nachdem der Vorgänger „Castle Builder“ mit einem ähnlichen Konzept bereits erfolgreich war.

Stationäre Automaten für den Online Markt

William Hill gehen einen nicht unbedingt innovativen aber dennoch erfolgversprechenden Weg. Das Unternehmen möchte bekannte Hits aus den Spielhallen online verfügbar machen. Dazu gaben sie auf der Messe die Zusammenarbeit mit Reflex Gaming bekannt. Die britische Firma ist vor allem in der Herstellung stationärer Automaten aktiv und lässt sich grob mit der deutschen Firma Gauselmann vergleichen. Die Kooperation könnte sich für beide Seiten lohnen. Reflex Gaming verstärkt sein digitales Engagement und William Hill kann Freunde des offline Spiels gezielter ansprechen.

Wir haben unsere Erfahrung mit landbasiertem Spiel auf den Onlinesektor übertragen. Aufgrund unserer Vereinbarung werden wir William Hill mit Inhalten beliefern, die britische Spieler bereits aus den Spielhallen kennen.“ Mat Ingram, Geschäftsführer von Reflex Gaming

Lotterien und der zunehmende Wettbewerb

Auch die Vertreter der Lotterien sind auf der ICE vertreten. Die Branche entwickelt sich von der Vormachtstellung staatlicher Monopolisten zunehmend in Richtung Privatisierung der Angebote. Die damit einhergehenden Herausforderungen wurden in einer Diskussionsrunde besprochen. Hauptsächlich ging es um die Frage, wie Lotterien in Zukunft dem Gemeinwohl nützen sollen. Üblicherweise sind die Erträge bei staatlichem Lotto in hohem Maße zweckgebunden und fließen beispielsweise in die Sportförderung. Private Anbieter streben dagegen nach Profit.

Das sich daraus ergebende Spannungsfeld und mögliche Lösungsansätze waren die Themen der Runde um den Vertreter der holländischen Staatslotterie, Joost Den Heijer. Die Teilnehmer der Debatte waren sich darin einig, dass ein einheitlicher Regulierungsrahmen für beide Seiten erarbeitet werden muss, damit die von den staatlichen Lotterien abhängigen Projekte weiterhin gefördert werden können. Die Frage, ob zunehmender Wettbewerb insgesamt der Gemeinnützigkeit eher förderlich oder abträglich sein wird, konnte dabei nicht abschließend geklärt werden.

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