Stars Group startet mit Umsatzrekord

Der bekannte Glücksspielkonzern The Stars Group (TSG) konnte im ersten Quartal 2020 einen neuen Umsatzrekord aufstellen und legte um 27 Prozent zu. Eine durchaus erfrischende Mitteilung, denn viele Unternehmen auf dem Glücksspielmarkt haben mit einer anderen Entwicklung zu kämpfen.

Offenbar in die Karten spielt TSG dabei, dass das Portfolio auf mehrere Geschäftsbereiche aufgeteilt ist. Ausfälle, die aktuell vor allem beim Sport und den Sportwetten zu finden sind, lassen sich durch die Casinospiele und Pokerangebote locker ausgleichen. Ein starker Start ins neue Jahr.

Analysen auf einem Tablet.

Der Glücksspielkonzern The Stars Group feierte in den ersten drei Monaten des Jahres 2020 einen neuen Umsatzrekord. ©PhotoMIX-Company/Pixabay

Truamstart ins Jahr 2020

Von einer Entwicklung, wie sie aktuell bei The Stars Group zu bestaunen ist, können die meisten Unternehmen auf dem Glücksspielmarkt in diesen Monaten nur träumen. Unbeeindruckt von allen Faktoren hat der Konzern einen neuen Rekordumsatz erzielen können. In einer Pressemitteilung von TSG heißt es, dass der Konzern seinen Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent steigern konnte. Die Einnahmen würden sich demnach auf 735 Millionen US-Dollar belaufen, umgerechnet rund 680 Millionen Euro. Der Wert aus dem ersten Quartal 2019 wurde damit um rund 155 Millionen US-Dollar überboten. Gerade in Zeiten wie diesen eine überraschende Entwicklung.

Eine Erklärung hierfür gibt es aber ebenfalls. Der Konzern ist auf mehreren Geschäftsfeldern aktiv. Nicht nur als Mutterkonzern von PokerStars, sondern auch im Bereich der Sportwetten und Casinospiele. Speziell Letztere sind gemeinsam mit den Pokerspielen für den Zuwachs verantwortlich. CEO Rafi Ashkenazi erklärt:

”Wir haben im ersten Quartal einen Rekordumsatz mit einem Wachstum von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt und sehen auch im April eine starke Dynamik. Das starke Wachstum der Einnahmen aus Poker und Casinospielen trägt dazu bei, die Absagen von Sportveranstaltungen zu mildern. Aufgrund dieser Trends sind wir davon überzeugt, dass wir mit unserem gut diversifizierten und Bareinnahmen generierenden Geschäft (…) ideal positioniert sind, um durch den weiteren Gegenwind im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 navigieren zu können.”Rafi Ashikenazi, CEO, The Stars Group

Was passiert nach der Krise?

Aktuell entwickelt sich das Geschäft für TSG enorm erfreulich, aber auch zwiegespalten. Die Sportwetten sind aktuell ein leichter bis mittelschwerer Krisenherd. Der Konzern hat zwar keine genauen Angaben über die einzelnen Ausfälle gemacht, rechnet aber wohl damit, dass pro Monat allein in Großbritannien zwischen zehn und 15 Millionen Pfund weniger umgesetzt werden. Der Grund hierfür liegt vor allem in den zahlreichen Absagen von sportlichen Großveranstaltungen wie der Europameisterschaft im Fußball, verschiedenen Hunderennen oder Pferderennen. Zu spüren bekommt The Stars Group das zum Beispiel beim Tochterangebot von BetStars. Der Wettanbieter musste sein Portfolio enorm reduzieren und hält den Betrieb vor allem mit unterklassigen Fußball-Ligen in Osteuropa und Wetten auf eSports am Laufen.

Schwierig zu bewerten ist nun vor allem die Lage nach der Pandemie. Sollte der Sportbetrieb wieder zur Normalität zurückkehren, könnte das den Umsätzen im Casino- und Pokerbereich enorm zusetzen. Laut des Berichts sei aber bei den Verbrauchern im Sportwetten-Segment aufgrund der Absagen zumindest ein negativer Einfluss im Verhalten erkennbar. Dieser kann bei einer Wiederaufnahme aber möglicherweise auch schnell wieder verschwinden.

Auch 888 Holdings präsentiert Zahlen

Während bei The Stars Group die ersten drei Monate des Jahres 2020 analysiert werden, hat auch der Branchennachbar der 888 Holdings seine Geschäftszahlen vorgelegt. In diesem Fall jedoch die Geschäftszahlen für das Jahr 2019. Erkennbar ist hier ein Zuwachs im Umsatz, gleichzeitig aber auch ein Rückgang bei den Gewinnen. Laut Konzern ist diese Entwicklung vor allem mit gestiegenen Gebühren zu erklären, die unter anderem in Großbritannien fällig werden. Im Detail konnte der Konzern beim Umsatz ein Zuwachs von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen. Damit wurde der Umsatz auf stolze 560,3 Millionen US-Dollar angehoben.

Im gleichen Atemzug muss der Gewinnrückgang genannt werden. Der Gewinn vor Steuern hat sich mehr als halbiert. 2018 waren dies noch gut 108,7 Millionen US-Dollar, 2019 waren es lediglich 45,3 Millionen US-Dollar. Den größten Anteil an den positiven Entwicklungen beim Umsatz hatten die Casinospiele des Konzerns. Hier waren es Umsätze von 317,6 Millionen Euro im Jahr 2018. 2019 kamen 13 Prozent dazu und so wurden gut 359,3 Millionen Euro Umsatz generiert. Einen Rückgang musste der Konzern bei den Poker-Umsätzen hinnehmen. 49 Millionen Euro Umsatz wurden in 2018 erreicht, 2019 wurden es nur 42,7 Millionen Euro.

Besserer Schutz für Spieler

Obwohl der Konzern damit in den kommenden Monaten vor einer durchaus fordernden Aufgabe steht, liegt die Konzentration aktuell in anderen Bereichen. Der Spielerschutz sei momentan besonders wichtig, heißt es von der 888 Holdings. Itai Pazner, der CEO des Konzerns, teilte mit, dass man erkenne, dass die Menschen weiterhin vermehrt Zeit im eigenen Wohnraum verbringen würden. Der Stresslevel sei erhöht, ebenso würde es vielerorts wirtschaftliche Unsicherheiten geben.

Das „unerschütterliche Engagement von 888 zur Verhinderung von Glücksspiel-Schäden“ sei damit wichtiger als je zuvor. Umgesetzt werden soll dieser Schutz unter anderem durch eine neue Software. Diese scannt die Aktivitäten der Spieler und meldet diese bei entsprechenden Mustern an den Support. Dieser reagiert, um die möglichen Schäden für die Kunden gering zu halten.

Zusätzlich dazu wurde eine neue Spielerschutz-Kampagne mit dem Titel „Safer. Better. Together.“ Lebens gerufen. Mit dieser Kampagne wurden unter anderem verschiedene Spielerschutz-Tools beworben, welche laut Konzern daraufhin von den Kunden auch stärker genutzt worden seien.

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