Sands verkauft Vegas-Casinos

Nach mehr als 30 Jahren gibt Sands den Standort Las Vegas auf und verkauft seine beiden Casinos. Das Flaggschiff „Venetian“ und das „Sands Expo and Convention Center“ sollen zusammen mit den Geschäften und den Immobilien des Glücksspielkonzerns für insgesamt 6,25 Milliarden US-Dollar (5,2 Millionen Euro) verkauft werden. Auch wenn das Unternehmen seit Längerem mit diesem Schritt kokettiert haben soll, hat der Tod des Firmengründers Sheldon Adelson den entscheidenden Ausschlag gegeben. Der Casinomogul erlag nach langem Kampf dem Krebs und verstarb mit 87 Jahren. Das Kerngeschäft von Sands soll zukünftig auf dem asiatischen Kontinent liegen.

Das Venetian-Casino in Las Vegas.

Das „Venetian“ gilt als Flaggschiff von Sands und ist eines der stadtprägendsten Gebäude in Las Vegas. ©PixelAnarchy/Pixabay

Das Erbe von Sheldon Adelson

Mit dem Verkauf des Venetian und des Expo und Convention Center will die Führungsriege von Sands endgültig in die globale Elite der Glücksspielbranche aufsteigen. In der offiziellen Pressemitteilung heißt es, dass der Verkauf der Immobilien das Erbe von Gründer Sheldon Adelson weiterführen soll. Zwar sei der Abgang aus Las Vegas für alle Beteiligten kein leichtes Unterfangen, dennoch befände sich das Kerngeschäft von Sands bereits seit einiger Zeit nicht mehr in der US-Glücksspielmetropole.

Durch den Verkauf der beiden Vegas-Casinos wäre man nun in der Lage, ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte aufzuschlagen, das ganz klar auf den asiatischen Markt abzielt. Besonders die Entwicklungen in Macau und Singapur würden dabei im Fokus stehen. Die wachstumsorientierte Konzernphilosophie ließe diesbezüglich keinen anderen Schritt zu, als Las Vegas den Rücken zu kehren.

Patrick Dumont, President and Chief Operating Officer des Konzerns, sieht Sands mit der Verkaufssumme von 6,25 Milliarden US-Dollar bestens aufgestellt, um in der florierenden asiatischen Casinobranche zum Marktführer zu avancieren. Entsprechend soll das Geld in den Ausbau der dortigen Geschäfte reinvestiert werden:

“Unsere langjährige Strategie, in unsere asiatischen Aktivitäten zu reinvestieren und Kapital an unsere Aktionäre zurückzugeben, wird durch diese Transaktion verbessert. Da sich unsere Branche weiterentwickelt, insbesondere im Hinblick auf den digitalen Markt, sind wir außerdem bestrebt, diese Möglichkeiten zu erkunden. “Patrick Dumont, President and Chief Operating Officer von Sands, Offizielle Pressemitteilung von Sands

Was geschieht in Vegas?

Auch wenn das Venetian und das Expo und Convention Center nicht mehr Teil von Sands sein werden, bleiben die beiden Casinos Las Vegas jedoch erhalten. Nach aktuellem Stand planen die neuen Eigentümer „Apollo Global Management“ und „VICI Properties“ die Fortführung der geschäftlichen Abläufe, was Sands-Geschäftsführer Robert Goldstein besonders freudig stimmt. Als ehemaliger Manager des „Venetian“ pflege er eine spezielle Beziehung zu dem altehrwürdigen Etablissement. In der offiziellen Pressemitteilung betonte er, dass Apollo und VICI die richtigen Unternehmen seien, um das Casino auch in Zukunft erfolgreich führen zu können.

“Das Venetian ist ein erstklassiges Etablissement mit einem sehr talentierten Team von Mitarbeitern. Ich bin absolut zuversichtlich, dass man in Las Vegas in kürzester Zeit wieder zum Alltagsgeschäft zurückkehren kann. Die fleißigen und engagierten Mitarbeiter werden dafür sorgen, dass die Gäste im Venetian weiterhin in den Genuss eines unvergessenen Erlebnisses kommen werden. Ich werde die weiteren Entwicklungen auf jeden Fall im Auge behalten.”Robert Goldstein, Geschäftsführer von Sands, Offizielle Pressemitteilung von Sands

Macau: Das Glücksspiels-Mekka

Die Bestrebungen von Sands, verstärkt im asiatischen Markt zu operieren, dürfte für Branchenkenner keine überraschende Neuigkeit sein. Zwar gilt im Westen Las Vegas als größte Glücksspielmetropole, tatsächlich kann die Wüstenstadt im US-Bundesstaat Nevada jedoch schon lange nicht mehr mit den Entwicklungen auf dem asiatischen Kontinent mithalten. Vor allem gegenüber Macau wirkt Vegas eher kleinlaut.

Die Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China war bis zur Jahrtausendwende ein eher unbedeutender Fleck auf der Weltkarte, ehe sich die etwa 30 Quadratkilometer große Halbinsel nach und nach zum Mekka des Glücksspiels entwickelte. Heute zieren prachtvolle, vergoldete und verglaste Casinopaläste die Skyline der Stadt, die im Laufe der Zeit nicht nur zur Glücksspiel-Hauptstadt des Fernen Ostens, sondern die der ganzen Welt geworden ist.

Allein im Jahr 2016 pilgerten über 30 Millionen Besucher nach Macau. Zwar kommt ein Großteil der Touristen vom chinesischen Festland, allerdings gibt es mittlerweile steigende Besucherzahlen aus anderen Teilen Asiens und der gesamten Welt. Im direkten Vergleich mit Las Vegas wird deutlich, wie sehr die beiden Glücksspielstädte in ihrer Entwicklung auseinanderliegen. So haben Spieler in Macau im Jahr 2016 Einsätze in Höhe von 28 Milliarden US-Dollar geleistet. In Vegas waren es lediglich 6,3 Milliarden.

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