New York: Diskussion um mobile Wetten

Die Gesetzgeber von New York diskutieren zurzeit über konkurrierende Vorschläge zur Regulierung mobiler Sportwetten. Neue Modelle wurden jüngst von Senator Joseph Addabbo und dem Abgeordneten Gary Pretlow eingereicht. Im Vorfeld hatte Gouverneur Andrew Cuomo seine Absicht signalisiert, die Legalisierung 2021 zu unterstützen. Die Debatte um die Regulation von Sportwetten hält New York schon seit längerem in Atem. Mit welchen Entwicklungen ist zu rechnen?

Der Madison Square Garden in Manhattan, New York City.

Auch Sportarenen sollen als Wettpartner der vier New Yorker Casinos am Markt teilnehmen dürfen. ©Schliff/Pixabay

Sportwetten als Teil des Sanierungsplans

Seit der Aufhebung des US-weiten Sportwettverbots durch den United States Supreme Court (USSC) im Mai 2018 haben über 18 Bundesstaaten Sportwetten legalisiert. Etliche weitere Staaten befinden sich inmitten der Reform, darunter New York, wo die Debatte um eine optimale Regulierung des boomenden Marktes schon seit längerem anhält. Zurzeit liegen mehrere konkurrierende Modelle vor, die sich vor allem auf Lösungen für mobile Sportwetten beziehen.

Erst kürzlich haben Senator Joseph Addabbo und der Abgeordneten Gary Pretlow neue Vorschläge zur Regulierung mobiler Sportwetten in New York vorgelegt. Addabbo’s Entwurf SB1183 und Pretlow’s Entwurf A1257 wurden vergangene Woche im Unterhaus eingereicht und zielen darauf ab, das staatliche Renn-, Pari-Mutuel-Wettgesetz zu ändern, um es (u. a.) indigenen Stammescasinos zu erlauben, mobile Sportwetten anzubieten.

Die Entwürfe folgen auf die Zusage von Gouverneur Andrew Cuomo, der kürzlich bekannt gab, die Legalisierung von mobilen Wetten – wenn auch vorerst nur über die staatliche Lotterie – im Jahr 2021 zu unterstützen. Die Erklärung erfolgte im Rahmen seiner Rede zur Lage der Nation vor dem Hintergrund der Coronakrise. Die Regulierung von Sportwetten wurde in den Zielen für die kommende Legislaturperiode genannt.

Da sich New York durch die Pandemie in einer schwierigen finanziellen Lage befindet, wurde die Legalisierung von mobilen Wetten ankündigt, um höhere Steuereinnahmen zu generieren. Cuomo war bislang ein Gegner von Online Sportwetten und argumentierte, dass die Verfassung nur Wetten in den nördlichen Casinos zulasse und daher eine Verfassungsänderung nötig sei, um mobile Wetten zu erlauben. Befürworter wie Senator Addabbo argumentierten hingegen, dass die Verfassungsregeln nur bedeuten würden, dass die Server für Online Sportwetten in den nördlichen Casinos untergebracht werden müssten. Prinzipiell sei es also möglich, mobile Wetten auch ohne Verfassungsänderung einzuführen.

Bis zu 14 Marken sollen erlaubt werden

Addabbo hatte bereits 2019 eine Gesetzgebung zur Legalisierung von mobilen Sportwetten vorgelegt, diese wurde jedoch im Unterhaus abgelehnt, nachdem Cuomo den Entwurf vehement angefochten hatte. Der Senator versuchte es im Jahr 2020 erneut, Cuomo und das Unterhaus wiesen die Reform jedoch erneut zurück. Mit dem jetzigen Entwurf könnte Addabbo aber erfolgreich sein, da New York dringend zusätzliche Einnahmen benötigt.

Addabbo argumentierte in der Vergangenheit schon häufiger, dass die unzureichende Regulierung in New York dazu führt, dass viele Sportfans nach New Jersey reisen, um Wetten zu platzieren. Im November verzeichnete New Jersey einen Umsatzrekord am Wettmarkt von 931,6 Mio. US-Dollar. Hiervon wurden 872,1 Mio. US-Dollar online platziert. New York würde also enorme finanzielle Chancen verspielen, so der Senator.

Sollte der neue Entwurf akzeptiert werden, ließen sich hohe Summen generieren: Von den Lizenznehmern würde erwartet, dass sie eine Gebühr in Höhe von 12 Mio. US-Dollar bezahlen. Dazu käme eine Bruttoumsatzsteuer von 12 Prozent. Jeder Betreiber würde dazu in der Lage sein, zwei Submarken unter seiner Lizenz zu betreiben. Basierend auf den vier Casinos des Staates und den drei Stammesbetreibern würden bis zu 14 Marken auf dem Markt erlaubt sein.

Es gäbe darüber hinaus die Möglichkeit, dass andere Veranstaltungsorte wie Sportstadien und Wettbüros als Partner der Casinos am Markt teilnehmen dürfen. Hierbei würden zum Beispiel Wettkioske vor Ort betrieben, wie es zum Beispiel schon bei William Hill in der Capital One Arena in Washington D.C. der Fall ist. Hierbei würde eine Abgabe von 0,2 Prozent auf Sportwetten erhoben, die als Lizenzgebühr an die jeweiligen Sportveranstalter zurückfließen würde, wobei In-Play-Wetten nur unter der Verwendung offizieller Ligadaten erlaubt werden sollen.

Dreistufiges Wettmodell in Planung

Ob es tatsächlich zur Umsetzung des Modells kommt, bleibt abzuwarten. Bisher wurden mobile Sportwetten lediglich als probates Mittel gegen die finanzielle Schieflage in den offiziellen Zielsetzungen des Staates aufgeführt. Klar ist bisher nur, dass eine Legalisierung stattfinden soll, wobei die Regierung auf ein dreistufiges Modell von Wetten setzen will.

Bei Wetten der Stufe Eins handelt es sich um herkömmliche Wetten, die durch das Endergebnis eines Sportereignisses bestimmt werden. Stufe Zwei (Live- oder In-Play-Wetten) deckt hingegen alle Wetten ab, die während des Spiels platziert werden und sich nicht auf das Endergebnis beziehen. Stufe Drei bezieht sich schließlich auf alle übrigen Wettarten, die nicht in den ersten beiden Kategorien genannt werden.

Gouverneur Cuomo forderte zuletzt, dass mobile Wetten nur über die staatliche Lotterie angeboten werden sollen, anstatt den Markt für private Betreiber zu öffnen. Auch wenn viele Staaten Sportwetten bereits legalisiert haben, so Cuomo, lägen die Rechte doch zumeist bei den landbasierten Casinos. Dies bringe, im Gegensatz zur Lotterie, viel Geld für die Casinos, nicht jedoch für den Staat. Mit weiteren Stellungnahmen ist zeitnah zu rechnen.

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