Macaus Casinos kaum besucht

In Macau sind die Casinos seit einiger Zeit wieder offen. Der erwartete Ansturm bleibt bislang jedoch aus und so sind kaum Spieler an den Tischen zu sehen. Eigentlich war erwartet worden, dass nach der rund zwei Wochen dauernden Schließung der Casinos nach der Wiedereröffnung wieder zahlreiche Spieler an die Tische zurückkehren.

Allerdings: Obwohl die Casinos geöffnet sind, herrschen noch immer Reisebeschränkungen. Und die machen die Anreise für Chinesen vom Festland unmöglich. Genau diese Gäste sorgen jedoch für die größten Umsätze der Anbieter. Trotz der verzwickten Situation ist die chinesische Sonderzone aber vielen anderen Glücksspielmärkten schon einen großen Schritt voraus.

Casinogebäude in der Metropole Macau.

Die Spielcasinos in Macau sind wieder geöffnet. Der ganz große Ansturm ist bislang aber ausgeblieben. ©falco/Pixabay

Ostertage: Vom Knaller-Geschäft zum Reinfall

Die Glücksspielbranche in Macau ist vielen anderen Branchen einen großen Schritt enteilt. Während in Deutschland zum Beispiel noch alle Spielcasinos geschlossen sind, kann in Macau bereits seit dem 19. Februar wieder gespielt werden. Zuvor mussten auch hier die Betriebe für rund zwei Wochen vom 4. Februar an schließen. Eigentlich hatten die Unternehmen damit gerechnet, dass dann auch wieder einige Gäste den Weg in die Casinos finden würden. Bislang ist dem jedoch nicht so. Zu spüren bekommen haben das die Glücksspielunternehmen vor allem an den Ostertagen.

Diese sind traditionell bei den Spielern aus China mit einer Reise nach Macau verbunden. An diesen Ostertagen blieb der Besuch jedoch aus. Wie es aus den Medien zu entnehmen war, zählten die großen Casinos (unter anderem City of Dreams, Wynn Palace, Wynn Macau oder MGM Macau) in der vergangenen Woche im Schnitt nur rund sieben Spieler an den Spieltischen und acht Spieler an den Automaten.

Zu kämpfen haben die Glücksspielunternehmen demnach vor allem mit den Reisebeschränkungen. Diese machten es für Spieler vom chinesischen Festland unmöglich, den Casinos in Macau einen Besuch abzustatten. Mittlerweile wurden die Beschränkungen etwas gelockert, dennoch ist vielen Chinesen die Lust auf eine Reise nach Macau wohl erst einmal vergangen.

Gesamtsituation hat sich in Macau verschlechtert

Bereits im vergangenen Monat mussten die Casinos einen Umsatzrückgang von 80 Prozent hinnehmen. Nachdem sich die Beschränkungen und die Gesundheitssituation seit dem jedoch nicht verschlimmert haben, war man eigentlich von einem steigenden Umsatz im April ausgegangen. Steigen dürfte dieser auch, jedoch nur minimal. Ärgerlich für die Unternehmen, die zuletzt große Summen in Renovierungen investiert hatten.

Zahlreiche Spielbereiche wurden renoviert, Möbel ausgetauscht und Spieltische neu bezogen. Bis diese Kosten wieder eingenommen werden, dürfte es nun noch eine ganze Weile dauern. Immerhin geht der Besuchsverkehr in Macau so nur enorm schleppend voran. Ärgerlich ist das für die Casinos aber noch aus einem weiteren Grund. Schon im vergangenen Jahr waren die Ergebnisse nicht zufriedenstellend. Die aktuelle Situation ist da nicht gerade förderlich. Macau droht mehr und mehr eine echte Schieflage.

Die gute Nachricht: Bei einer anhaltenden Entwicklung wie aktuell dürfte es vermutlich nicht mehr ganz so lange dauern, bis die ersten Chinesen vom Festlan doch mal wieder eine Reise in die Spieler-Metropole wagen. Und spätestens ab dann kann es mit Macau eigentlich nur noch bergauf gehen.

Liechtenstein: Großer Boom vorerst gestoppt

Auch in Europa ist die Glücksspielbranche vor allem im stationären Betrieb von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Während auch hier auf einigen Märkten bereits wieder Entspannung in Sicht ist, geht es an anderen Orten noch deutlich angespannter zur Sache. So zum Beispiel in Liechtenstein.

Das Land hat in den letzten Jahren einen beeindruckenden Casino-Boom erlebt und vor allem finanziell enorm von diesem starken Sektor profitiert. Rund 80 Millionen Schweizer Franken wurden im vergangenen Jahr von den vier Casinos in Liechtenstein generiert. Der Staat kassierte davon rund 30 Millionen Franken ein. 2018 lag die Summe noch bei 19 Millionen Franken.

Dieser Boom wird aktuell jedoch erst einmal unterbrochen. Seit dem 17. März sind die Spielcasinos durch Maßnahmen der Regierung geschlossen. Das sorgt im „Las Vegas von Europa“ aktuell für Unruhe. Martin Frommelt, der Sprecher der Casinos Austria AG, erklärt gegenüber dem „Handelsblatt“:

“Wir haben 2019 pro Tag einen Bruttospielertrag von 60.000 Schweizer Franken erzielt, der nun natürlich fehlt.”

Zukunft liegt dennoch im Glücksspiel

Obwohl der boomende Markt in Liechtenstein damit gerade durch seine erste Krise geht, möchte man dem Geschäft weiterhin treu bleiben. Läuft alles wie geplant, wird die Anzahl der Spielcasinos im kleinen Fürstentum noch in diesem Jahr von vier Anlaufstellen auf sechs Anlaufstellen erhöht. Zu den Casinos in Bendern, Ruggell, Triesen und Schaanwald sollen dann noch zweitere Spielcasinos ihre Pforten öffnen.

Investoren steigen vor allem aus dem Ausland ein. Insbesondere aus den Nachbarländern wie Österreich gibt es eine Menge Interesse. Nicht ohne Grund: Liechtenstein ist direkt mit mehreren europäischen Ländern verbunden und verfügt über viel Grenzverkehr. Und die meisten Casinos finden sich vor allem in Grenznähe. Sollten die Reisebeschränkungen in Europa gelockert werden, dürfte der Boom also unbeeindruckt fortgesetzt werden können.

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Mehrere Personen spielen an einem Roulette-Tisch.

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