Gaming-Sucht bei Kindern und Jugendlichen

Die Gaming-Sucht gilt insbesondere bei Kindern und Jugendlichen nicht zu unterschätzen, denn seit dem Jahre 2018 gilt die Computer- und Videospielsucht offiziell als eine anerkannte Krankheit bei der WHO (World Health Organisation). Während Erwachsene hier weniger betroffen sind, flüchten insbesondere Kinder gerne in ihre virtuelle Welt. Dies kann derart ausgeprägt stattfinden, sodass Kinder und Jugendliche nach und nach in eine Gaming-Sucht abrutschen, ohne es eigentlich zu bemerken. Ähnlich ergeht es den Eltern, welche sich ab einem gewissen Punkt die Videospielsucht-Frage stellen. Dann ist es allerdings meist zu spät, weshalb das Kind dringend Hilfe benötigt. In Spanien gab es nun einen Härtefall eines 15-jährigen Teenagers, welcher sein Leben komplett aus der eigenen Hand gab.

Junge sitzt vor PC-Bildschirm und spielt gespannt ein Videospiel.

Die Gaming-Sucht gilt bereits seit einigen Jahren als anerkannte Krankheit. Aus diesem Grund gilt sie als nicht zu unterschätzen, weshalb besonders Eltern in der Verantwortung stehen. ©Fredrick Tendong/Unsplash

Die Gefahren einer Gaming-Sucht

Kinder und Jugendliche sind stark von einer Gaming-Sucht betroffen, weshalb Eltern hier Verantwortung übernehmen müssen. Diese Kinder verbringen meist viel Zeit vor ihren technischen Konsolen und Computern. Die Dauer der Spielzeit nimmt hierbei schleichend zu, während das Bedürfnis des Kindes ebenfalls drastisch ansteigt. Ohne es zu merken, kommen die Kinder diesem Bedürfnis nach, bis sie Schule und andere Pflichten komplett aus den Augen verlieren. Während es den einen auffällt und egal ist, erkennen andere die Situation, in der sie stecken nicht. Folge dessen sollten Eltern das Spielverhalten ihrer Kinder immer im Auge behalten und bereits im frühen Stadium vor einer Spielsucht warnen. Die Aufklärung vor der Gaming-Sucht ist hierbei essenziell, damit das Kind eigenes Verantwortungsbewusstsein gegenüber dieser Thematik entwickelt.

15-jähriger kommt nur noch Fortnite-Sucht nach

Das Battle Royale mit Grafik auf Comic Basis fand in der kompletten Welt seinen Anklang und wurde sowohl von Alt als auch jung gerne gespielt. Doch insbesondere Kinder fanden großen gefallen an dem revolutionären Spiel, bei dem mit Bauen und Editieren der Bauteile der Sieg errungen werden kann. Dieser 15-jährige steckte allerdings derart tief in seiner Spiel-Sucht, weshalb er ganze 18-20 Stunden täglich vor seinem PC verbrachte. Letzten Endes hat sich seine Lebensqualität drastisch verschlechtert. Seiner Schulpflicht kam der junge Teenager nicht mehr nach, während er auch Lebensgrundlagen wie Schlafen und Essen vernachlässigte. Auch seine Hygiene ließ letzten Endes zu wünschen übrig, weshalb den Eltern keine andere Wahl blieb, sich Hilfe zu holen.

Veränderung des Verhaltens durch Spielsucht

Der Teenager verlor jeglichen Bezug zur Realität. Befand er sich nicht vor seinem Computer, so sprach er von nichts anderem als vom Battle Royale Shooter Fortnite und den Aufgaben, die er dort erledigen “musste”. Seine Sorgen drehten sich nur noch um das Videospiel, während er immens reizbar und aggressiv war.

Die familiäre Situation war dadurch stark belastet, weshalb sich die Familie in der Vergangenheit dazu entschied, externe Hilfe zu holen. Die ambulante Therapie, zu der sich die Familie entschied, konnte dem Jungen allerdings nicht weiterhelfen. Sämtliche Therapie-Ansätze blieben erfolglos, da vereinbarte Spielzeiten nicht eingehalten werden konnten. Der Stand der Gaming-Sucht galt als zu stark ausgeprägt, sodass nur härtere Ansätze nötig waren.

Stationäre Behandlung und totaler Entzug – Vergleich zur Drogensucht

Das Verhalten des jungen Gamers hatte sich über die vergangene Zeit drastisch verändert, sodass eine Sucht nicht mehr abzustreiten war. Der Teenager war psychisch derart abhängig, dass die Sucht bereits mit einer Drogen-Sucht vergleichbar galt. Aus diesem Grund konnte eine langsame Entwöhnungsphase nicht zum Ziel führen, da das Suchtlevel als deutlich zu hoch galt. Vergleichbar mit einer Medikamenten-Sucht.

Folge dessen gab es für den jungen Spanier einen radikalen und sofortigen Totalentzug. Laut Betreuer war das Suchtlevel des Jugendlichen auf einem Level mit einer Alkohol- und Drogensucht, weshalb der Entzug auch seine entsprechende Zeit dauert.

Glückliches Ende nach langer Therapie

Der totale Entzug und die stationäre Behandlung waren für den Jungen nicht ohne. Es hat eine gewisse Zeit gedauert, bis der Junge bemerkte, wie sehr das Spiel sein Leben zerstörte. Nach einiger Zeit wurde es ihm allerdings immer bewusster, weshalb er auch selbst die Gefahr des Spiels erkannte. Obwohl er zunächst nicht wollte, ließ er sich dennoch dazu überreden, sein Spiele-Konto doch noch zu löschen. Alles in allem dauerte der Entzug ganze 2 Monate, was teils deutlich länger war als bei den meisten Alkohol- und Drogenentzügen.

Rückfälligkeit bei Gaming-Sucht

Die Rückfälligkeit darf bei der Gaming-Sucht nicht unterschätzt werden, da in der heutigen Zeit die Suchtmittel zum Alltag gehören. Computer, PCs und Laptop gehören mittlerweile zum Bildungsweg dazu, wie das Smartphone in die Hosentasche. Die Reize sind folglich jeden Tag vorhanden, weshalb die Rate der Rückfälligkeit immens hoch ausfällt. Aus diesem Grund müssen Kinder und Jugendlich immens vorsichtig sein, was den weiteren Umgang mit technologischen Unterhaltungsgeräten angeht. Die Aufklärung sollte aufgrund dessen ausgiebig ausfallen, während dem Kind ein anderes Hobby nahegelegt werden sollte. Ein Mannschaftssport wie Fußball und Co. dienen hierbei perfekt zur Unterstützung des Kindes. Es eignet sich ein gesundes Hobby an, bei dem auch die Gesundheit und das soziale Miteinander gefördert werden.

Gaming-Sucht als Vorstufe zur Glücksspiel-Sucht?

Eine direkte Verbindung kann zwischen den beiden Suchtkrankheiten zwar nicht erkennt werden, doch im Allgemeinen gibt es dennoch einige Punkte die sich gleichen. Betroffen sind meist psychisch schwächere Personen, welche das Abgleiten in die Sucht gar nicht bemerken. Personen, die im Kindesalter folglich an einer Gaming-Sucht litten, haben mit Sicherheit größere Chancen, in eine Glücksspiel-Sucht zu fallen. Allen voran, da viele Videospiele Glücksspiel-Elemente enthalten, welche letzten Endes die sogenannte Gaming-Sucht begünstigen. Folge dessen können bereits einige Parallelen erkannt werden. Wer folglich bereits an einer Gaming-Sucht litt, der sollte besonders auf verantwortungsvolles Glücksspiel achten.

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