Deutscher Meister 2022 – Holt sich Bayern den Titel?

In der Bundesliga fehlt bereits seit Jahren die Spannung im Meisterschaftsrennen, denn in den vergangenen 9 Jahren in Folge gab es kein Vorbeikommen am Bundesliga-Primus. Die Münchner präsentierten in den letzten Jahren immer den besten und attraktivsten Fußball, weshalb sie nach 34. Spieltagen verdienterweise die Meisterschale in die Luft stemmen konnten. In diesem Jahr kann nun die 10. Meisterschaft in Folge gelingen, doch wie stehen die Chancen für die Münchner und kann die Konkurrenz in diesem Jahr mithalten?

Allianz Arena von außen.

Kann der FC Bayern die 10. Meisterschaft in Serie schaffen? ©Herr Bohn/Unsplash

Meisterfavorit Bayern – Wird der Titelgewinn ein Selbstläufer?

In den vergangenen Jahren wussten die Münchner konstant zu überzeugen und gaben sich keine Blöße. Als es unter Niko Kovac lange Zeit danach aussah, als ob die Bayern die Meisterschaft verpassen könnten, übernahm Co-Trainer Hansi Flick kurzerhand und führte den erfolgsverwöhnten Klub zum Sixtuple. Seither scheint sich das “Mia San Mia” der Münchner nochmals weiterentwickelt zu haben, denn in Sachen Mentalität ist der deutsche Rekordmeister mit Sicherheit kaum zu toppen.

In dieser Spielzeit wird es allerdings zu weitreichenden Veränderungen kommen, da die größte an der Seitenlinie stattfand. Julian Nagelsmann tritt zur neuen Spielzeit in die Fußstapfen von Hansi Flick, während dieser den Chef-Posten beim DFB übernimmt. Folge dessen werden Trainer und Mannschaft eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigen, um sich spielerisch, als auch taktisch, miteinander abzustimmen. Nichtsdestotrotz verfügen die Münchner über einen qualitativ hochwertigen Kader, welcher das Zeug zur 10. Meisterschaft in Folge hat.

Geldmangel aufgrund von Corona – Ist der Kader auch breit genug?

Der FC Bayern München verfügt zweifelsohne über die beste Startaufstellung der gesamten Bundesliga, allerdings benötigen sie für den Gewinn der Meisterschaft auch die nötige Kaderbreite. Die Nagelsmann-Elf besteht aus 13-14 starken Stammspielern, während die Positionen dahinter qualitativ eher Mau besetzt sind. Hasan Salihamidžić verpasste bereits im vergangenen Jahr, den Kader breiter aufzustellen. Folge dessen blieben die Münchner in der vergangenen Spielzeit hinter ihren Erwartungen zurück, weshalb sich die Flick-Elf nur mit dem Meistertitel zufriedengeben musste.

Transferaktivitäten der Münchner

Bislang hielt sich der 9-fache Serienmeister auf dem Transfermarkt drastisch zurück. Nachdem Dayot Upamecano für 42.5 Mio. Euro verpflichtet wurde, wurden weitere 15-20 Mio. für Chef-Trainer Nagelsmann an den Liga-Konkurrenten überwiesen. Nach den ablösefreien Abgängen von Jerome Boateng, David Alaba und Javi Martinez verlor der Bundesliga-Primus 3 qualitativ hochwertige Spieler, die es nun zu ersetzen gilt. Mit Upamecano kam bislang nur ein hochqualitativer Ersatz, weshalb Sportdirektor Hasan Salihamidžić bis zum Transfermarkt-Ende stark unter Druck stehen wird. Derzeit scheinen die Münchner auf Hochtouren nach einem Ersatz für Joshua Kimmich und Leon Goretzka zu fahnden. Mit Marcel Sabitzer von RB Leipzig scheinen sie den perfekten Mann auserkoren zu haben, doch zunächst müssen die Münchner noch weitere Verkäufe tätigen.

Des Weiteren halten die Münchner halten die Münchner auch auf der Rechtsverteidiger-Position die Augen offen, insbesondere da sich Benjamin Pavard kurz vor Bundesliga-Start eine Bänderverletzung zugezogen hat und für mehrere Wochen ausfallen wird. Hierbei wünscht sich der 34-jährige Chef-Trainer Nagelsmann einen technisch versierten und schnellen Rechtsverteidiger, welcher auch in einer 5er-Kette als Schienenspieler agieren kann. Von Wunschspieler Sergino Dest gab es allerdings eine Absage, während andere Kandidaten qualitativ nicht als ausreichend betrachtet werden.

Die Meisterschafts-Konkurrenz im Überblick

Während die Münchner erneut als Favorit auf den Sieg der deutschen Meisterschaft gelten, arbeitet die Konkurrenz im Hintergrund unter Hochdruck an ihren Leistungen. Es ist mit Sicherheit nicht abzustreiten, dass der FC Bayern über die stärkste Startaufstellung und die meiste Erfahrung verfügt, doch mit Dortmund und Leipzig sind gleich 2 Kontrahenten immens stark aufgestellt. In der Allianz Arena stellt sich das Team nahezu von selbst auf, während die Meisterschafts-Kontrahenten über einen deutlich breiteren Kader verfügen. Angesichts der Dreifach-Belastung könnte dies für die Münchner auf lange Sicht ein großes Problem darstellen, weshalb es zum Ende hin auf einen Titel-Dreikampf hinauslaufen könnte.

Dortmund in starker Verfassung

Die Schwarzgelben verfügen mit Sicherheit über den breiter aufgestellten Kader, weshalb dem BVB in diesem Jahr gute Chancen zugerechnet werden. Die Dortmunder verloren mit Jadon Sancho zwar einen wichtigen Leistungsträger, doch mit Donyell Malen konnten sie einen namhaften Ersatz an Board ziehen. Junge Spieler wie Giovanni Reyna und Co. sind aus Entwicklungssicht in diesem Jahr ein gutes Stück weiter, weshalb diese deutlich mehr Verantwortung unternehmen werden. Nun bleibt es nur noch abzuwarten, wie die Schwarzgelben unter dem neuen Chef-Coach Marco Rose auflaufen wird. Der Ex-Gladbacher scheint auch beim BVB auf sein bewährtes System mit Doppelspitze zu setzen, weshalb Erling Haaland und Co. mit Sicherheit eine Wucht darstellen werden. Nun benötigen die Schwarzgelben nur noch die nötige Konstanz, welche ihnen in den vergangenen Jahren immer fehlte.

RB Leipzig ist ebenfalls heiß auf den Titel

Die roten Bullen mussten in diesem Jahr nicht nur ihren hoch angesehenen Chef-Trainer Julian Nagelsmann abgeben, vielmehr gab es mit Dayot Upamecano und Ibrahma Konaté 2 bittere Abgänge. Nichtsdestotrotz haben die Verantwortlichen in Leipzig ihre Arbeit gut gemeistert und den Kader entsprechend verstärkt. Für die Innenverteidigung wurden mit Mohamed Simakan und Josko Gvardiol 2 junge, vielversprechende und bereits gestandene Innenverteidiger verpflichtet. In der Offensive kam zudem der 28-Tore-Mann André Silva von Kontrahent Eintracht Frankfurt, welcher seine Torquote nun bei den Sachsen fortführen möchte. Bleibt nun abzuwarten, wie erfolgreich der Amerikaner Jesse Marsch die Nachfolge von Julian Nagelsmann antreten wird. Die Vorbereitung gab allerdings großen Grund zur Hoffnung.

Fazit – Bayern nicht zu stoppen

Angesichts der Erfahrung und Qualität des Rekordmeisters, werden sie auch in diesem Jahr nicht zu stoppen sein. Allerdings wird es mit Sicherheit kein Selbstläufer, sondern vielmehr eine umkämpfte Meisterschaft, die nur kurz vor Saisonende entschieden wird. Taktikfuchs Julian Nagelsmann wird auch seine Station in München meistern und das Starensemble von der Isar zum 10. Meistertitel in Folge führen. Für Sportwetten-Fans ist es folglich sehr ratsam, nicht gegen den FC Bayern zu setzen, auch wenn die Quoten mit Sicherheit verlockend sind. Die fehlende Kaderbreite werden die Münchner mit ihrer Erfahrung und Mentalität ausgleichen, weshalb die Favoritenrolle klar verteilt ist.

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