Buchmacher: 3 Mio. Pfund für den Greyhound-Schutz

Eine Reihe britischer Buchmacher hat eine freiwillige Vereinbarung zur Verbesserung der Greyhound-Tierschutzstandards unterzeichnet. Der in London sitzende Greyhound-Rennverband BGRF (British Greyhound Racing Fund) erhält 2019 insgesamt 3 Mio. Pfund (~ 3,4 Mio. Euro) zusätzliche Unterstützung.

Zwei Greyhounds liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Greyhounds werden über 70 km/h schnell – dass es bei den Rennen zur Sache geht ist kein Geheimnis.

Die Vereinbarung trat schon zum Jahresbeginn in Kraft, unterzeichnet haben gleich mehrere namhafte Branchengrößen: Unter anderem der in Leeds stationierte Wettanbieter SkyBet, ebenso wie sein kanadischer Inhaber The Stars Group. Dazu kommen der im englischen Warrington sitzende Betreiber Betfred, die GVC-Marke Ladbrokes Coral, der englisch-irische Glücksspielgigant Paddy Power Betfair und der Londoner Traditionsbuchmacher William Hill. Obendrauf ist das milliardenschwere Privatunternehmen Bet365 mit von der Partie.

Laut Joe Scanlon, Geschäftsführer des BGRF, steigen die Finanzmittel des Rennverbands infolge der zusätzlichen Aufstockung auf 10 Mio. Pfund (~ 11,3 Mio. Euro). Damit sei die Einrichtung bereits jetzt „nahe an den Finanzierungszielen“ des Jahres 2019 angelangt. Die Gelder der Wettunternehmen sollen vorwiegend in die Ausbildung von neuem Veterinärpersonal sowie in die Verletzungsprofilaxe und-rehabilitation der Windhunde fließen – außerdem sei hier eine Reihe neuer „spezieller Schulungsprogramme“ in Planung.

Obendrein arbeitet der BGRF eng mit der Wohltätigkeitsorganisation GBGB (Greyhound Board of Great Britain) und der britischen Charity Greyhound Trust zusammen – dank der Kooperation können jährlich im Durchschnitt 4000 Greyhounds, die ihre Rennkarriere aus Alters- oder Verletzungsgründen hinter sich gelassen haben, ein neues zu Hause finden.

Wie es heißt sollen die Fördermittel ebenso in die Sicherheit der insgesamt 21 lizenzierten Rennstrecken des Vereinigten Königreichs fließen – vor allem werde man in Verbesserungen der Zwinger, Klimaanlagen und Trainerfahrzeuge investieren. Dass es sich hierbei um höchst bedeutsame Investitionen handelt, steht außer Frage. Mit Blick auf den „großzügigen Einsatz“ bekundete jüngst Mark Bird, Geschäftsführer der GBGB, seine Dankbarkeit gegenüber den Buchmachern. Im Wortlaut heißt es:

“Wir bei GBGB haben unsere Ziele klar formuliert, wir wissen, wo diese neuen Gelder investiert werden müssen. Wir danken für die Unterstützung zur Einhaltung unserer Greyhound-Standards und Initiativen, sowohl während der gesamten Rennlaufbahn der Tiere, als auch während ihres Homing-Prozesses nach dem Ausschied aus dem Sport.”

DCMS befürwortet Konzept

Die Vereinbarung zwischen den Industrieverbänden und den Buchmachern wird aktuell auch durch das britischen DCMS (Department for Digital, Culture, Media and Sport) befürwortet. Konkret meldete sich hierzu die seit letzten November amtierende Sportministerin Mims Davies per Pressemitteilung zu Wort: Das Abkommen „untermauere die Verpflichtungen“ der Branche in den Punkten „Nachhaltigkeit und Tierschutz“. Dies sei außerdem der Startschuss zur Durchsetzung eines „langfristigen strategischen Plans“, dem sogenannten „Greyhound Commitment“. Mit der Agenda plant die britische Regierung erstens das „Wohl der Tiere verbessern“ und zweitens die „Integrität des Sports“ zu schützen. Die Ministerin diesbezüglich im Zitat:

“In Bezug auf Hunderennen, als sechst meistgesehene Sportart in Großbritannien, sollte klar sein, dass das Wohlergehen und die Betreuung aller Rennhunde, von der Registrierung bis zur Pensionierung, wesentliche Bestandteile sind, um den Erfolg des Sports auch in Zukunft zu sichern. Ich freue mich daher sehr über die Vereinbarung mit führenden Wett-Betreibern zur Sicherstellung des Wohlergehens unserer Greyhounds.”

Davies forderte in diesem Kontext auch alle übrigen Buchmacher UKs dazu auf, die freiwillige Finanzierungsvereinbarung zu unterschreiben und das Engagement zum Wohle der Greyhounds somit weiter zu fördern. Dass der BGRF-Geschäftsführer Joe Scanlon diesen politischen Zuspruch dankend annimmt, verwundert kaum. In diesem Sinne heißt es im Zitat:

“Die neue Vereinbarung wäre ohne die Unterstützung der Ministerin, ihres Teams und des DCMS, nicht möglich gewesen. Seit vielen Jahren wird unermüdlich daran gearbeitet, das Wohlergehen unserer Greyhounds zu verbessern. Wir danken natürlich auch besonders den großen Buchmacher für ihre weitere Unterstützung unseres Fonds.”

Zuspruch durch ABB

Zum Greyhound-Abkommen meldete sich zuletzt auch der in UK führende Buchmacherverband ABB (Association of British Bookmakers) zu Wort und erteilte seinen Zuspruch in der Sache: Der Schutz der Tiere sei für die Branche unerlässlich und habe zur „Wahrung der Integrität oberste Priorität“.

Darüber hinaus betonte ein Sprecher der Lobby nachdrücklich „die Beziehung zwischen Greyhound-Rennen und der Wettbranche“ – diese sei „langjährig und stark“, die Zukunft des Hunderennsports werde durch die Aufstockung der Finanzmittel gesichert. Darüber hinaus heißt es in einem Statement:

“Über 95% aller Einzelhandelsbuchmacher tragen inzwischen zu diesem freiwilligen Fonds bei und wir freuen uns, dass die zusätzliche Finanzierung Teil eines langfristigen, strategischen Plans ist, der sicherere Rennstrecken, Schulungen für Veterinärpersonal und Heime für pensionierte Greyhounds bietet.”

Schutzgesetze schon 2010

Im Kontext der Inkraftsetzung der sogenannten Welfare of Racing Greyhounds Regulations wurden Gesetze zum Schutz des Wohlergehens von Rennhunden bereits 2010 in England verabschiedet. Seitdem drängt die Regierung Großbritanniens die Greyhound-Rennbranche vermehrt zur Selbstregulierung – aber nichtsdestotrotz:

Gemäß den Bedingungen der Vereinbarung müssen UKs Buchmacher seit Anfang Januar zusätzlich zu den aktuellen freiwilligen Beiträgen 0,6 Prozent ihres Online-Umsatzes durch Wetten bei britischen Greyhound-Rennen in den Schutz der Windhunde fließen lassen. Der Prozess wird im Hintergrund vom britischen DEFRA (Department for Environment, Food and Rural Affairs) überwacht. Von Seiten des Ministeriums heißt es, die Branche halte derweil sämtliche Richtlinien ein. Die Erwartungen werden durch das aktuelle freiwillige Engagement der Anbieter zurzeit sogar „übertroffen“.

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