Radrenn-Saison 2020 unter Corona

Sportveranstaltungen haben es unter Corona schwer, auch der Radsport leidet. Um das Rad am Laufen zu halten, musste der Weltverband UCI reagieren, viele Events wurden verschoben. Die drei großen Rundfahrten (Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta a España) werden innerhalb von nur 100 Tagen von August bis November stattfinden. Am letzten Wochenende haben sich bereits zwei Highlights des Radsports überschnitten.

Das Hauptfeld bei einem großen Radrennen.

Gerade im Radsport bieten sich unglaublich viele Möglichkeiten, um Wetten zu platzieren. ©RobWingate/Unsplash

Critérium du Dauphiné vs. Lombardei

Covid-19 fordert auch im Radsport seinen Tribut. Dies zeigt sich am Beispiel der 72. Critérium du Dauphiné. Aufgrund der Gesundheitskrise wurde die Südfrankreich-Rundfahrt, die als Generalprobe für die Tour de France gilt, von Juni in den August (12.08.-16.08) verlegt. Am vergangenen Wochenende fanden außerdem nur fünf anstatt acht Etappen statt. Die erste Etappe von Clermont-Ferrand nach Saint-Christo-en-Jarez wurde umgestaltet.

Bei den ersten beiden Etappen konnten sich Wout Van Aert und Primoz Roglic als Tagessieger durchsetzen, beide sind Teil des momentan fast unschlagbar erscheinenden Teams Jumbo-Visma. Großen Anteil an den Siegen hatte der frühere Zeitfahrweltmeister Tony Martin, der folglich von einem gleichwertigen Team sprach, in dem jeder versucht sich weiterzuentwickeln. Die Siege seien das Ergebnis von harter Arbeit.

Als Tageszweiter konnte Primoz Roglic die Gesamtführung des Teams auch bei der dritten Etappe von Corenc verteidigen. Den Sieg holte sich Davide Formolo vom Team UAE-Emirates infolge eines langen Solos. Auf der vierten Etappe von Ugine nach Megève gewann überraschend Lennard Kämna vom Team Bora-hansgrohe, der hiermit den ersten Profisieg seiner Laufbahn einfuhr.

Parallel dazu erzielte Jakob Fuglsang vom Team Astana in Como bei der 114. Austragung der Lombardei-Rundfahrt (15.08.) einen Sieg. Trotz Hitze ließ der Däne die Konkurrenz auf verkürzten 231 Kilometern hinter sich. George Bennett (Jumbo-Visma) und Alexandr Vlasov (Astana) wurden zweiter und dritter. Wegen Corona hatte man das italienische Rennen, das eigentlich im Herbst stattfindet, genau in die Zeit der Südfrankreich-Tour verlegt.

Schwere Stürze überschatten Siege

Lennard Kämnas Sieg in Megève wurde von einem schweren Sturz seines Teamkollegen Emanuel Buchmann überschattet. Der 27-jährige deutsche Hoffnungsträger für die Tour de France musste nach rund 30 Kilometern mit tiefen Schürfwunden ins Krankenhaus eingeliefert werden. Laut Aussagen von Welt habe er Glück gehabt. Den Sturz hat Buchmann mit einem Hämatom und ohne Knochenbrüche überstanden.

In Italien kam es zu einem weitaus heftigeren Sturz. Der 20-jahrige Belgier Remco Evenepoel, ein Supertalent des Radsports, kollidierte mit einer Mauer, überschlug sich und stürzte einen Abhang hinab. Laut Aussagen seines Teams Deceuninck-Quick-Step wurde Evenepoel ins Krankenhaus gebracht. Eine Untersuchung ergab eine Quetschung der rechten Lunge und einen Beckenbruch. Wann Evenepoel wieder in die Pedale treten kann, ist unklar.

Wie steht es um die großen Touren?

Neben kleineren Events stehen ab Ende August auch die großen Touren enggestaffelt auf dem Programm der UCI. Die 107. Austragung Tour de France, die 2019 der 22-jährige Kolumbianer Egan Bernal gewinnen konnte, sollte dieses Jahr am 27. Juni in Nizza starten. Neuer Startschuss ist der 29.08., die Tour endet am 20.09. Erstmals stehen dabei 12 neue Etappenstädte auf dem Plan.

Die 103. Italien-Rundfahrt Giro d’Italia gilt als zweitwichtigstes Etappenrennen des Radsports. Da Corona Italien lahmgelegt hatte, war die eigentlich ab 09.05. geplante Tour eines der ersten Rennen, die verschoben werden mussten. Der neue Zeitraum liegt nun zwischen dem 03.10. und 25.10.. Auch in diesem Fall wurde die Route leicht abgeändert. Begonnen wird mit vier Etappen auf Sizilien.

Das 75. Spanien-Rundfahrt Vuelta a España ist die dritte im Bunde der drei großen Touren. Diese sollte eigentlich am 14.08. in Utrecht beginnen, Corona machte den Start jedoch unmöglich. Neuer Starttermin ist der 20.10. in Irun, womit sich die Tour mit den letzten Etappen der Italien-Rundfahrt überschneidet. Die Vuelta endet am 08.11. in Madrid.

Chancen für Sportwetten

Sportwetten haben sich inzwischen fest in der Gesellschaft verankert. In Deutschland verzeichnete der Sportwettmarkt 2019 Rekordumsätze. Auch Radsportwetten wurden innerhalb der letzten Jahre immer beliebter. Mit Blick auf die drei großen Rundfahrten, bieten sich für Wettfans viele Gelegenheiten: Wetten lassen sich zum Beispiel auf Gesamt- und Etappen-Siege, auf den Gewinn des Berg- oder Sprinter-Trikots oder auf das beste Team der jeweiligen Rundfahrt abschließen.

Die Quoten orientieren sich dabei an den vergangen Erfolgen der jeweiligen Fahrer und Teams. So gelten natürlich die ehemaligen Tour-Sieger, zum Beispiel Egan Bernal (2019), Geraint Thomas (2018) oder Chris Froome (2013, 2015, 2016 und 2017), als heiße Favoriten. Darüber hinaus werden Primoz Roglic große Erfolgschancen zugesprochen. Dieser holte 2019 den Gesamtsieg der Vuelta und gilt zudem als einer der besten Zeitfahrer.

Die benannten Favoriten werden von den Buchmachern jedoch nur mit niedrigen Quoten versehen. Wer auf einen Gesamtsieger tippen möchte, ist damit gut beraten. Um einiges schwieriger ist es hingegen, einen Tagessieger vorherzusagen. Vor allem bei Straßenrennen bieten sich schier unzählige Möglichkeiten. Es lohnt sich daher einen Blick auf die Underdogs und ihre aktuellen Leistungen zu werfen.

Hohe Quoten bei talentierten Pechvögeln

Hier ist zum Beispiel Thibaut Pinot zu nennen, der im letzten Jahr aufgrund muskulärer Probleme aufgeben musste, nachdem er bei der Tour de France eigentlich als stärkster Fahrer des Pelotons in den Bergen auftrat. Der 30-jährige Member des Teams Groupama-FDJ gilt nun als französischer Hoffnungsträger. Ihm werden realistische Chancen auf eine Podiumsplatzierung zugesprochen.

Ähnlich verhält es sich bei Tom Dumoulin vom Team Jumbo-Visma. Der 29-jährige Niederländer hatte sich im Vorjahr eine Knieverletzung zugezogen, an welcher er noch Anfang des Jahres litt. In Topform gilt er allerdings als einer der besten Fahrer des ruhmreichen Teams. Vor allem an steilen Berghängen zeigte er in der Vergangenheit seine Kraft und Ausdauer.

Ein Star der jüngeren Generation ist (neben Bernal und Evenepoel) außerdem der 21-jährige Tadej Pogačar vom Team UAE-Emirates. Dieses Jahr gewann Pogačar bereits die Volta a la Comunitat Valenciana. Obendrein wurde er dritter bei der Vuelta 2019 und gewann hierbei drei Einzeletappen.

Schlussendlich ist an dieser Stelle natürlich auch der deutsche Emanuel Buchmann zu nennen, der trotz seines Sturzes am Wochenende höchstwahrscheinlich bei der Tour de France antreten kann. 2019 erreichte er in Frankreich bereits den vierten Platz, weshalb ihm 2020 die Chance auf eine Podiumsplatzierung zugesprochen wird.

Wer letztlich das Rennen macht, bleibt abzuwarten. In jedem Fall lohnt sich sowohl der Blick in die hiesigen Sportwettbücher als auch auf die spezifischen Leistungen der Fahrer in Bezug auf bestimmte Etappen. Die Chancen auf einen richtigen Tipp steigen, sofern die aktuellen Stärken der Fahrer und Teams berücksichtigt werden. Besonders Berg- und Sprinteretappen dürften Wettfans ein interessantes Feld bieten.

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