Osaka verschiebt Pläne für Casino

Ein Skandal um Bestechung hatte die Legalisierung der japanischen Casinos bereits verlangsamt. Dazu kamen die Rückzieher mehrerer internationaler Glücksspielfirmen. Nun sorgt die Coronakrise für weitere Verzögerungen: Die Millionenmetropole Osaka hat angekündigt, die Pläne für die Eröffnung eines Casinos erneut aufzuschieben. Unterdessen hat der US-Casinoriese Mohegan den Standort Nagasaki ins Visier genommen. Erhält das indigene Unternehmen eine Lizenz?

Ein Kanal im Zentrum von Osaka, Japan.

Osaka gilt neben Yokohama, Nagasaki und Wakayama als perfekter Standort für ein Casino. ©ChantalLim/Unsplash

Bewerbungsprozess auf Oktober verschoben

Man hätte meinen können, dass die Einführung japanischer Casinos nach den ersten Urteilen im Bestechungsskandal um Tsukasa Akimoto wieder Fahrt aufnimmt. Die Coronakrise sorgt nun jedoch für weitere Verzögerungen: Eigentlich wollte die 2,7 Millionen Einwohner zählende Metropole Osaka bis März 2027 ein Casino Resort eröffnen. Das Vorhaben wird nun jedoch verschoben. Wie weit, ist bis dato völlig unklar.

Der Startschuss für das erste Casino Japans verzögert sich nicht zum ersten Mal: Als Ministerpräsident Shinzo Abe die Weichen für Casino Resorts im März 2019 stellte, indem er das Glücksspielgesetz änderte, wurde von Osaka eigentlich das Jahr 2026 zur Eröffnung angepeilt. Parallel hat die japanische Regierung angekündigt, auch den Bewerbungsprozess für internationale Anbieter von Januar bis Juli auf Oktober zu verlegen.

Corona behindert interessierte Betreiber

Die japanische Regierung plant, die Casino Resorts vorerst an drei Standorten zu eröffnen. Neben Osaka zählen Yokohama, Nagasaki und Wakayama zu den Metropolen, die sich um eine Lizenz beworben haben. Ob es in diesen Städten zu ähnlichen Verzögerungen wie in Osaka kommen wird, ist zurzeit noch ungewiss. In Osaka wird diese Woche ein Treffen hochrangiger Beamter stattfinden, um weitere Details zu besprechen.

In einer im Juni 2020 gestarteten Umfrage gaben 89 Prozent der interessierten Unternehmen an, dass ihr Engagement in Japan durch die Auswirkungen der Pandemie beeinträchtigt wird. Zwei Drittel erklärten allerdings, weiterhin eine japanische Lizenz zu verfolgen. Einige Betreiber sind dagegen dauerhaft abgesprungen, was nur sekundär auf die Coronakrise zurückzuführen war.

Einen wesentlichen Faktor bildeten regulatorische und strategische Differenzen zwischen den Bewerbern und den japanischen Organisatoren. So hatte sich der französische Casino- und Hotelbetreiber Partouche aufgrund von unterschiedlichen Visionen wieder aus Japan zurückgezogen. Im Vorfeld hatten auch Wynn Resorts und Las Vegas Sands ihren Rückzug bekanntgegeben. Letzteres Unternehmen gab an, mit der Lizenzlaufzeit von lediglich 10 Jahren unzufrieden zu sein. Der Rückzug erfolgte, obwohl Sands bereits seit 2005 versucht hatte, in Japan zu expandieren.

Mohegan will Lizenz in Nagasaki

Einer der Anbieter, der neben Caesars, Melco, MGM und Galaxy weiterhin starkes Interesse an einer Japan-Lizenz zeigt, ist der indigene US-Casinobetreiber Mohegan Gaming & Entertainment. Die Firma hat den Standort Nagasaki ins Auge gefasst. Um die Chancen auf einen Lizenzerhalt zu erhöhen, hat Mohegan jüngst ein Abkommen mit dem japanischen Unternehmen Oshidori International Development GK abgeschlossen.

Oshidori ist Teil des Investmentunternehmens Oshidori International Holdings und wurde eigens für die Entwicklung von japanischen Casino Resorts ins Leben gerufen. Laut Mohegan wolle man bei der Entwicklung mit einem japanischen Unternehmen von Weltklasse zusammenarbeiten und eine dynamische Gemeinschaft eingehen. Oshidori sei dafür die erste Wahl, der Standort Nagasaki sei außerdem ein erstklassiges internationales Reiseziel.

Wie auch die anderen Standorte, wird Nagasaki die Wahl seines Betreibers im Herbst 2021 treffen. Schon jetzt hat Oshidori damit begonnen, für den neuen Partner zu werben. Man sei Stolz mit einem internationale erfahrenen Casinobetreiber wie Mohegan zu kooperieren, die Partnerschaft biete bahnbrechende Entwicklungsmöglichkeiten, so Alex Yemenidjian, Präsident und Chief Executive von Oshidori.

Mario Kontomerkos, CEO von Mohegan, nannte Japan einen der schnellst-wachsenden Glücksspielmärkte der Welt. Man fühle sich geehrt, mit Oshidori zu kooperieren – es sei eine unvergleichliche Erfahrung mit dem Team zusammenzuarbeiten. Das Casino Resort werde der gesamten Region zugutekommen. Japan biete bedeutsame Entwicklungsmöglichkeiten, die Wachstumsstrategie von Mohegan berücksichtige auch die Cross-Marketing-Chancen zwischen Japan und Korea. Als Betreiber von zehn der größten Casinos weltweit, darunter das Hellinikon Casino in Griechenland, wolle man eine umfassende Expertise nach Japan holen.

Gewinne für Touristen unversteuert?

Schon jetzt überlegt Japan wie die Casino Resorts internationale Touristen anlocken könnten: Geplant wird, (u. a.) die Casinogewinne für Ausländer von der Steuer zu befreien, womit auch Investoren angelockt werden sollen. Premierminister Yoshihide Suga äußerte die Hoffnung auf mehr ausländische Kundschaft und Investoren auch in Bezug auf die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio.

Es wäre sinnlos, wenn niemand in die Casinos käme, nachdem sie gebaut wurden, hieß es diesbezüglich aus Regierungskreisen. Allerdings müssten die Casinos den internationalen Standards entsprechen. Der Plan, die Casinogewinne für Ausländer steuerfrei zu gestalten, wurde bereits in ein Steuerreformpaket für das Jahr 2021 aufgenommen. Allerdings ist es fraglich, ob die Maßnahme in der jetzigen Situation von großer Relevanz ist. Die Entwicklungen bleiben abzuwarten.

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