Britischer Pferderennsport-Verband will Events attraktiver gestalten

Der britische Pferderennsport-Verband BHA (British Horseracing Authority) will mit einer Neustrukturierung des Rennkalenders den Sport attraktiver gestalten und unter anderem sinkende Wetteinnahmen abfedern. Die Änderungen sollen ab 2024 in Kraft treten.

Pferde und Jockeys auf der Rennbahn

Änderungen im Rennkalender bei Pferderennen in Großbritannien sollen die Attraktivität steigern und die Abwärtsspirale beim Wetten stoppen. (Symbolbild) © Matthew Schwartz/pixabay.com

170 Premier Racedays geplant

Die BHA wartet zur Rennsaison im Jahr 2024 mit einigen Änderungen auf. Teil der Änderungen soll die Einführung von 170 sogenannten Premier Racedays sein [Artikel auf Englisch]. Diese Premier Racedays sollen mit höheren Preisgeldern und bekannteren Pferden locken.

Pferderennsport ist eine britische Tradition

Wenn es um Sport in England geht, denken die meisten Menschen wahrscheinlich an Fußball und Premier League. Doch auch der Pferderennsport ist auf der Insel tief verwurzelt, hat eine jahrhundertelange Tradition und gehört zu den beliebtesten Sportarten.

In Großbritannien gibt es nahezu täglich Pferderennen auf den vielen Pferderennstrecken des Landes. Lediglich Karfreitag sowie am ersten Weihnachtsfeiertag werden keine Rennen ausgetragen.

Zu den bekanntesten Rennen, die auch international bekannt sind, gehören das Epsom Derby (seit 1780 ausgetragen in Surrey), das Royal Ascot (ausgetragen in Berkshire) sowie das Grand National in Aintree.

Queen Elizabeth II. unterstützte den britischen Pferderennsport und hatte mehrere Rennpferde. Im Jahr 2013 durfte sich die Monarchin sogar über den Sieg ihrer Stute Estimate beim Ascot Gold Cup freuen

Testzeit von zwei Jahren

Die Änderungen sollen Teil eines Testzeitraums sein, der sich über zwei Jahre erstreckt. Während dieses Zeitraums sollen Faktoren wie Wirtschaftlichkeit, Zuschauerzahlen, TV-Zuschauer, Wetten und das Kunden-Feedback ins Visier genommen und ausgewertet werden.

Die Änderungspläne sollen zudem bezuschusst werden. So soll das Horseracebetting Levy Board (HBLB) die Pläne mit umgerechnet 4,4 Millionen Euro unterstützen. Die BHA reagiert damit unter anderem auf einen Rückgang der Anzahl an Pferdewetten. Darüber hinaus soll es künftig auch Rennen am Sonntagabend geben. Die BHA verspreche sich davon im Vergleich zu Rennen unter der Woche einen Zuwachs von 15% bis 20%.

“In der gesamten Branche herrschte Einigkeit darüber, dass Maßnahmen erforderlich seien, um die Attraktivität des Rennsports für die Kunden so schnell wie möglich zu steigern und den derzeitigen Gegenwind, mit dem der Sport konfrontiert ist, zu bewältigen.”Julie Harrington, Vorstandsvorsitzende, Britisch Horseracing Authority (BHA), Britishorseracing.com

Sollten diese und andere geplante Änderungen fruchten, könnten die Einnahmen in den kommenden fünf Jahren um bis zu 90 Millionen GBP steigen.

Geplante Finanz- und Risiko-Checks machen Sorgen

Der auf der Insel sehr beliebte Pferderennsport muss sich derzeit auch mit einer geplanten Gesetzesänderung befassen. So soll es in Zukunft, zunächst im Online-Bereich, Finanz- und Risiko-Checks bei den Spielern geben. Der Gesetzentwurf stößt weder bei Spielern noch bei Betreibern von Glücksspielen, zu denen auch Pferdewetten gehören, auf Gegenliebe. Es würden finanzielle Verluste sowie die Stärkung von illegalen Glücksspielen befürchtet.

Abzuwarten bleibt, wie die britische Pferderennsport-Community auf die Änderungen im Rahmen des Rennkalenders reagieren wird. Eine genaue Antwort auf die Frage, ob sich die Änderungen ausgezahlt haben, dürfte nach der zweijährigen Testphase möglich sein.

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