Russisches Roulette: Geschichte und Ursprung

Den Begriff “Russisches Roulette” kennt fast jeder - aus Filmen, Liedern, Büchern oder als Redewendung für Situationen, in denen das Risiko groß ist. Doch woher stammt diese Bezeichnung eigentlich? In diesem Artikel dreht sich alles rund um das tödliche Risikospiel, seinen Ursprung und seine Geschichte. Interessiert dich die Geschichte des normalen Roulettes, dann musst du einmal hier entlang.
Russisches Roulettes
Veröffentlicht am: 8. Oktober 2020

Was ist “Russisches Roulette”?

Russisches Roulette ist ein tödliches Glücksspiel. Es funktioniert folgendermaßen: Der Zylinder eines Revolvers, in dem sich nur eine Patrone befindet, wird gedreht, bis die Position der Patrone unbekannt ist. Als nächstes wird der Revolver an die Schläfe des Beteiligten gehalten und der Abzug betätigt. Je nachdem, an welcher Position die Patrone sich befindet, kann der Schuss entweder ausgelöst werden oder nicht. Wird er ausgelöst, hat dies üblicherweise den Tod des Beteiligten zufolge.

Oft wird russisches Roulette auch mit mehreren Teilnehmenden gespielt. Auch dann ist nur ein Revolver im Spiel, der so lange reihum gegeben wird, bis der Schuss fällt. Eine weitere Variante wäre die Begrenzung de Spiels auf eine bestimmte Anzahl von Versuchen. Hier wird die Trommel des Revolvers vor jedem Versuch auf ein Neues gedreht.

Durch die Zufallskomponente kann russisches Roulette nur spezifisch mit einem Revolver gespielt werden, da die Betätigung anderer Waffen zum sofortigen Auslösen eines Schusses führen würde.

Ursprung des Begriffes “Russisches Roulette”

Wie durch den Namen bereits vermutet werden kann, stammt der Begriff und das tödliche Glücksspiel mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Russland. Wann es genau erfunden worden ist, ist unklar, jedoch wird vermutet, dass es aus der Zeit des Zarenreiches kommt. In dieser Zeit, also ab der 1850er Jahre, ist auch die Anzahl von Handrevolvern in Russland stark angestiegen.

In den 1920ern wurde das Spiel zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Der Schweizer Autor Georges Surdez hat zum ersten Mal in einer Erzählung über das Spiel geschrieben, welche 1937 in einem der damals bekanntesten Zeitschriften, dem amerikanischen “Collier’s” veröffentlicht wurde. In der Kurzgeschichte, die auch Russian Roulette hieß, wurde das Spiel den Soldaten der russischen Armee im ersten Weltkrieg zugeschrieben. Ob dies tatsächlich der Fall war, ist jedoch nicht belegt.

Auch in anderen fiktionalen Werken spielte russisches Roulette immer wieder eine Rolle, wie beispielsweise im amerikanischen Film “Die Ungetreue von 1948”. Immer wieder werden einzelne Todesfälle durch das Glücksspiel bekannt. Ein berühmter Fall stammt aus der französischen Polizei: Im Oktober 2004 wurde ein Beamter von seinem Kollegen mit einem Kopfschuss getötet. Die Teilnahme am russischen Roulette wird auch häufig als Foltermaßnahme eingesetzt.

Russisches Roulette in der Popkultur

So viel steht fest: Nach der ersten Erwähnung 1937 hat russisches Roulette seinen Platz in der Popkultur gefunden und gefestigt. Mittlerweile findet sich der Ausdruck nicht nur in Geschichten, Büchern oder Filmen Platz, sondern auch in Liedertexten, Cartoons oder Gemälden. Den größten Einfluss hatte das tödliche Glücksspiel vermutlich auf die Leinwand Hollywoods.

Besonders berühmt und berüchtigt ist eine Szene im Film The Deer Hunter aus dem Jahr 1978. Hier werden drei Freunde, die während des Vietnamkriegs in Kriegsgefangenschaft geraten, gezwungen, russisches Roulette zur Belustigung der Wachen zu spielen. Nachdem der Revolver dreimal nicht abfeuert, nutzen die Gefangenen die Kugeln gegen die Wachen und ermöglichen ihre Flucht. Wie man sich vorstellen kann, sind die Szenen, in denen russisches Roulette porträtiert wird, unglaublich nervenaufreibend. Jedes Mal, wenn auf den Abzug gedrückt wird, ist einer der Charaktere dem Tod nahe.

Im späteren Verlauf des Filmes geht es um das Trauma, das einer der Soldaten davonträgt. Er verdient beim Glücksspiel mit dem russischen Roulette seinen Lebensunterhalt. Auch ein überraschendes Ende findet in diesem Film mit Robert De Niro, John Savage und Christopher Walken statt, auf welches jetzt nicht genauer eingegangen wird (Spoiler Alarm!).

Die Handlung des Films und die Verwendung von russischem Roulette als Foltermethode für Kriegsgefangene im Vietnam Krieg wurde kontrovers beurteilt, da diese Details nicht einer wahren Begebenheit entsprechen. Man darf hier aber auch nicht vergessen, dass russisches Roulette gerne symbolisch für zufällige Gewalt verwendet wird.

Wahrscheinlichkeiten und Varianten des russischen Roulettes

Im russischen Roulette geht es um die Gesetze der Wahrscheinlichkeitstheorie. Die klassische “Variante” wird mit einem Revolver mit sechs Kammern gespielt, wobei sich nur in einer der Kammern eine Patrone befindet. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuss fällt, steigt mit jeder Runde. Anders ist dies, wenn der Zylinder des Revolvers nach jedem Betätigen des Abzuges gedreht wird. Grundsätzlich ist diese Option für die Beteiligten von Vorteil. Die Überlebenschancen liegen dann bei 83,3 Prozent.

Oft diskutiert wird auch die Möglichkeit zur Manipulation und den von den Beteiligten beeinflussbaren Faktoren. Hierzu zählen beispielsweise die Anfangsposition der Patrone. Unter Umständen ist das Gewicht der Patrone spürbar. Für Geübte ist außerdem der Zeitraum der Drehung sowie das Wissen über die Drehgeschwindigkeit eine Möglichkeit zur Beeinflussung über die Position der Patrone. Bei manchen Revolvern verrät auch schon die Bauart, wo die Patrone einrastet bzw. ermöglicht die optische Kontrolle dessen.

Auch Kratzer oder Ähnliches auf der Trommel können der Nachverfolgung der Position der Patrone dienen. Ist der Rastmoment der einzelnen Kammern unterschiedlich, teilt sich oft auf die Wahrscheinlichkeit nicht auf alle Kammern gleich auf. Ein Zündversagen ist eher unwahrscheinlich, jedoch gibt es Betrugsmanöver, bei denen eine unscharfe Patrone oder durch einen Trick auch gar keine Patrone eingesetzt wird. Der englische Mentalist Derren Brown behauptet sogar, die Gedanken des Beteiligten zu lesen, um die Position der Patrone zu erfahren.

Spannende Risikomomente kannst du übrigens besser noch beim normalen Poker erleben – und auch hier wäre es von Vorteil, wenn du die Gedanken der Spielenden lesen könntest! Hier findest du alles zu Regeln des normalen Pokers.

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