Poker Prinzessin Molly Bloom – Die wahre Geschichte

2017 machte der Kriminalfilm „Molly’s Game“ (in Deutschland 2018 unter dem Titel „Mooly’s Game – Alles auf eine Karte“ erschienen) den Namen Molly Bloom einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Unter der Regie Aaron Sorkins gibt der Molly Bloom Film mit Jessica Chastain in der Hauptrolle einen faszinierenden Einblick in die Welt der Poker Runden mit hohen Einsätzen in verschwiegenen Hinterzimmern. Der Streifen erzählt, wie Molly Bloom Poker benutzt, um zur Gesellschafterin von Prominenten und Superreichen zu werden. Hier ist die wahre Geschichte hinter der Filmhandlung. Weitere Informationen über alle Aspekte von Poker sowie über Online Casinos im Allgemeinen, findet man bei uns!
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Veröffentlicht am: 1. August 2020

Ein Leben wie im Film

Das Leben der Molly Bloom ist idealer Filmstoff. Ihre sportliche Karriere als Mitglied der US-Ski-Nationalmannschaft fand durch einen üblen Sturz während eines Qualifikationsrennens für die Olympischen Spiele ein jähes Ende. Molly began 2003 ein neues Leben in Los Angeles, wo sie als rechte Hand eines Geschäftsführers mit dessen Leidenschaft für Poker in Berührung geriet und private Spielrunden für ihn organisierte. Schnell erkannte Molly Bloom Poker als geeignetes Mittel, in die Welt der Superreichen vorzustoßen. Sie veranstaltete die begehrtesten Poker Runden der Welt. An ihrem Spieltisch trafen sich Hollywood-Größen, Wall-Street-Magnaten und Industriekapitäne. Doch interessierte sich auch das FBI für sie, wurde sie drogenabhängig und von der russischen Mafia bedroht: Einer ihrer Abgesandten schob Molly sogar den Lauf seines Revolvers in den Mund. 2014 veröffentliche sie ihre Memoiren unter dem Titel “Molly’s Game: Die wahre Geschichte der 26-jährigen Frau hinter den exklusivsten Hochrisiko Poker Runden der Welt”. Das Buch wurde zur Inspirationsquelle für den Molly Bloom Film.

Die frühen Jahre

Molly schlug sich in Los Angeles zunächst mit einer Reihe von Jobs durch, auch als Kellnerin. Schließlich wurde sie Assistentin der Geschäftsführung in einer Firma. Als rechte Hand ihres Chefs half sie diesem auch dabei, seine privaten Pokerrunden zu organisieren. Zugang bekam nur, wer mindestens 10.000$ als Startgeld für die Spiele im Viper Room Nachtclub am legendären Sunset Strip von Hollywood mitbrachte.Dort stellten sich Berühmtheiten wie Leonardo DiCaprio, Ben Affleck und Toby Maguire ein. Da Molly Bloom Poker kaum kannte, machte sie sich bei Google mit dem Spiel und seinen Finessen vertraut. Bald darauf war sie in der Lage, ihre eigenen Poker Partys anzubieten und Schwergewichte des Hochrisiko-Spiels für ihre Spieltische zu interessieren. Sie machte sich 2007 mit ihrer eigenen Firma Molly Bloom Inc selbstständig.

In ihrem Buch erinnert sich Molly Bloom, wie der Spiderman-Darsteller Toby Maguire bei ihr Millionen gewann, aber kaum Trinkgeld hinterließ. Einmal, so berichtet sie, habe er ihr 1000$ angeboten. Er habe dafür jedoch verlangt, dass sie wie ein Seehund belle. Später begleitete Maguire einen bei Molly eintretenden Kundenverlust mit Häme und rief sie an, um sie wissen zu lassen, wie sehr er sich darüber freue, dass ihre früheren Gäste nun zur Konkurrenz gingen.

Düstere Erfahrungen in New York

Da Mollys Geschäfte in Los Angeles immer schlechter liefen, machte sie 2009 in New York mit exklusiven Pokerrunden für schwerreiche Teilnehmer weiter. Zu diesem Zeitpunkt began sie die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren. Sie war immer mehr auf Drogen angewiesen, um sich als Ausrichterin der nächtlichen Poker Partys wach zu halten. Um wieder runterzukommen, benutzte sie Alkohol. Sie litt laut ihren eigenen Erinnerungen unter Angstattacken und Depressionen. Auch strich sie nun einen Teil der Einsätze als Hausanteil ein, womit sie nicht mehr nur am Rande des Gesetzes balancierte, sondern ihn überschritt.

In ihren Memoiren beschreibt sie auch, wie die russische Mafia 2010 an sie herantrat und Schutzgeld von ihr erpressen wollte. Molly Bloom lehnte ab. Daraufhin brach ein Mafioso bei ihr ein, verprügelte sie, stahl Geld und Schmuck und setzte ihr eine Pistole an den Kopf. Molly Bloom machte trotzdem weiter, sie konnte sich der dunklen Seite der Poker-Welt nicht mehr entziehen. In einem Interview beschrieb sie es so: “Ich verlor mich selbst, als ich an das große Geld kam und von Gier beherrscht wurde. Es ist traurig, wenn man sich moralisch so vor die Hunde gehen sieht.”

Mit dem Gesetz in Konflikt

2011 hob das FBI eine von Mollys Poker Runden aus. Die FBI-Agenten waren im Zuge von Betrugsermittlungen gegen einen ihrer Spieler, Bradley Rudermann, auf ihre Aktivitäten aufmerksam geworden. Rudermann hatte mit Schneeball-Systemen Geld gemacht und es an den Poker Tisch getragen. Gerichtliche Auswertungen ergaben, dass er dort fünf Millionen$ seiner illegalen Einnahmen verspielte. Die Gerichtsverfahren führten auch dazu, dass einige der Namen der Teilnehmer der Hinterzimmer Poker Runden öffentlich wurden, darunter Schauspieler und professionelle Glücksspieler wie Toby Maguire, Nick Cassavetes, Gabe Kaplan und Dan Bilzerian.

2013 wurde die Poker Prinzessin Molly Bloom unter dem Verdacht des illegalen Glücksspiels und der Geldwäsche festgenommen. Ihr drohten bis zu zehn Jahre Gefängnis. Sie kam mit einem Jahr auf Bewährung, einer Geldstrafe von 200.000$ und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit davon. Jedoch war auch ihr Vermögen futsch.

Alles auf eine Karte – Das Buch und der Film

Molly Bloom weigerte sich standhaft, die Namen ihrer Kunden zu enthüllen. Auch in ihren Memoiren nannte sie nur die, die ohnehin bereits bekannt waren. Das Buch half ihr dabei, ihre hohen Schulden zu bezahlen, die durch die Kosten des Gerichtsverfahrens entstanden waren. Es war ihre Idee, dem Buch einen Molly Bloom Film folgen zu lassen, von dem sie Regisseur Aaron Sorkin überzeugte.

Der Film hält sich bemerkenswert eng an die wahre Geschichte und baut auf dem Ski-Unfall auf. Der Viper Room findet sich leicht verfremdet als Cobra Club wieder. Blooms Rechtsanwalt im Film, den Idris Elba spielt, ist jedoch frei erfunden. Es wurde gemutmaßt, dass Regisseur Sorkin mit dieser Figur sein eigenes Verhältnis zu Molly Bloom abbildete, das sich von anfänglicher Skepsis zu Hochachtung wandelte.

Der Film war ein kommerzieller Erfolg und brachte Sorkin eine Oscar-Nominierung für die beste Drehbuch-Adaption ein. Er ist außerdem ein schlagender Beweis dafür, dass die Wirklichkeit jedes Erfindungsvermögen in den Schatten stellen kann.

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