Online-Rubbellose im Check: Warum 100 € hier reichen und anderswo 300 € erlaubt sind
- Online-Rubbellose gelten als sehr beliebt und werden in immer mehr Bundesländern angeboten.
- Spielerinnen und Spieler bekommen ein sofortiges Ergebnis und die Möglichkeit, direkt das nächste Los zu kaufen.
- Dabei gibt es jedoch große Unterschiede – dazu zählen insbesondere sehr unterschiedliche Limits.
- Wir prüfen, wieso es so unterschiedliche Limits gibt und inwieweit der Spielerschutz auch beim Online-Rubbeln greift.
Dieselben Lose können je nach Bundesland andere Limits haben. © OnlineCasinosDeutschland.com
Aktueller Anlass: Bayern rubbelt jetzt auch online
Am 25. August 2026 hat die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung in Bayern angekündigt, ab sofort auch Online-Rubbellose anzubieten. Diese Lose sind sowohl auf lotto-bayern.de als auch in der LOTTO Bayern App verfügbar.
Zunächst wurden die drei Lose HEIßE 7, GOLDENE 7 und PLATIN 7 eingeführt. Ihr seht diese Lose auf eurem Display und könnt sie dann mit dem Finger freirubbeln. Der Preis für die Lose beträgt 2 €, 5 € und 10 €.
Für uns sind besonders die Rahmenbedingungen interessant. Ihr könnt pro Stunde zehn Lose kaufen. Das Tageslimit liegt bei 30 Losen. Zudem gibt es eine Beschränkung in Bezug auf den Einkaufswert: Täglich könnt ihr bei LOTTO Bayern nicht mehr als 300 € für Online-Lose ausgeben.
Die Pressemeldung mit der Ankündigung der Lose enthält auch eine Passage zum Spielerschutz. So gibt es für die Online-Lose individuelle Einsatz- und Verlustlimits und die LOTTO Bayern App ist an LUGAS und OASIS angeschlossen. Ein automatisiertes System zur Früherkennung von eskalierendem Spielverhalten ist ebenfalls integriert worden.
Das neu angekündigte Tageslimit von 300 € gilt nur für Bayern. In anderen Bundesländern weichen die Vorgaben deutlich ab. In Niedersachsen könnt ihr maximal 20 Lose am Tag kaufen und einen Einkaufswert von 100 € am Tag nicht überschreiten. In NRW beträgt das Limit ebenfalls 300 € pro Tag. Wir fragen uns: Warum gelten für dasselbe Glücksspiel so unterschiedliche Grenzen?
Zahlen zeigen: Sofortlotterien wachsen & Online-Rubbellose werden wichtiger
Sicher fragt ihr euch, wieso wir überhaupt so viel Zeit in das Thema Online-Rubbellose stecken. Das ist kein Zufall, denn die Zahlen der letzten Jahre belegen, dass Sofortlotterien in Deutschland stark wachsen. Auskunft gibt beispielsweise die Jahresbilanz der staatlichen Lotteriegesellschaften.
Sofortlotterien haben ihren Umsatz deutlich gesteigert. Der DLTB hat ein Plus von 3,6 % im Vergleich zum Vorjahr ermittelt. Insgesamt wurden im Jahr 2025 770 Mio. € für Sofortlotterien ausgegeben.
Besonders interessant ist, dass über die Apps der Landeslotteriegesellschaften 1,4 Mrd. € an Spieleinsätzen generiert wurden. Das macht einen Anteil von 17,5 % der gesamten Spieleinsätze aus. Weitere Zahlen kommen aus den einzelnen Bundesländern.
Baden-Württemberg
LOTTO Baden-Württemberg hat in seinen Geschäftsberichten detaillierte Zahlen dazu veröffentlicht, wie sich die Sofortlotterien im Land in den letzten Jahren entwickelt haben. Dort wurden Online-Rubbellose bereits im Jahr 2020 eingeführt.
Gleich im ersten Jahr wurden dann 76 Mio. € mit Sofortlotterien in Baden-Württemberg umgesetzt. Davon hatten Online-Rubbellose einen Anteil von rund 6,8 Mio. €. Nur ein Jahr später stieg dieser Wert auf 9,4 Mio. €. Das entspricht einem Zuwachs von 38 %.
Seit dem Jahr 2022 hat LOTTO Baden-Württemberg keine detaillierten Zahlen zu Online-Rubbellosen mehr veröffentlicht. Der Gesamtumsatz der Sofortlotterien in dem Bundesland ist seit Jahren schwankend.
Hessen
Auch LOTTO Hessen veröffentlicht jährlich Geschäftsberichte, die uns interessante Zahlen zu der Entwicklung von Sofortlotterien liefern. Die Lotteriegesellschaft fasst in ihren Berichten Rubbellose und Online-Games zusammen. Es lässt sich eine relativ kontinuierliche Entwicklung erkennen:

Bis auf das Corona-Jahr 2022 hat sich der Umsatz mit Sofortlotterien stetig erhöht. Inzwischen ist auch der vorherige Höchstwert aus dem Jahr 2021 geknackt. Für 2025 liegen noch keine belastbaren Zahlen vor.
Datenlage zum Verkauf von Online-Rubbellosen ist schwierig
Wir wollten euch in diesem Artikel gerne deutschlandweite Zahlen zum Verkauf von Online-Rubbellosen präsentieren. Dafür haben wir uns an den Deutschen Lotto- und Totoblock gewandt. Dieser hat uns Folgendes mitgeteilt:
„Rubbellose sind kein gemeinschaftliches Produkt des Deutschen Lotto- und Totoblocks. Entsprechend unterscheiden sich die rechtlichen Rahmenbedingungen und Genehmigungen für dieses Angebot von Bundesland zu Bundesland. Dies gilt insbesondere für Online-Rubbellose: Während einige Landeslotteriegesellschaften derzeit keine Online-Rubbellose anbieten, verfügen andere erst seit Kurzem über entsprechende Genehmigungen. Hinzu kommt, dass Rubbellose im stationären Vertrieb anonym erworben und gespielt werden. Entsprechende Kundendaten werden daher nicht erhoben. Aus diesen Gründen können wir zu Ihren Fragen leider keine verlässliche Aussage für alle Bundesländer treffen.“– Deutscher Lotto- und Totoblock
Da Online-Rubbellose von den Landeslotteriegesellschaften selbst organisiert werden, gibt es also keine zentrale Datenbank zu den Rahmenbedingungen, den Verkäufen und der Kundschaft. Um Aussagen über Online-Rubbellose zu treffen, sind die Daten der Landeslotteriegesellschaften also die einzige Grundlage.
Das gleiche Los – aber völlig andere Regeln
Wir haben es weiter oben schon kurz angeschnitten: Für Online-Rubbellose gelten in Deutschland sehr unterschiedliche Vorgaben. Das wollten wir genauer wissen und haben uns deshalb die Angebote in den einzelnen Bundesländern angeschaut.
Hier findet ihr eine Vergleichstabelle mit den maximalen Einsätzen und Losen pro Bundesland:
| Bundesland | Einsatz/Tag | Lose/Tag | Lose/Stunde |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 100 € | 20 | 10 |
| Bayern | 300 € | 30 | 10 |
| Berlin | 100 € | 20 | 10 |
| Bremen | 100 € | 10 | Sechsminütige Cool-Down-Phase nach 5 gekauften Losen |
| Hessen | – | 30 | – |
| Niedersachsen | 100 € | 20 | 10 |
| Nordrhein-Westfalen | 300 € | 30 | 10 |
| Rheinland-Pfalz | 100 € | 15 | 5 |
| Saarland | 100 € | 20 | 10 |
| Sachsen | – | 30 | – |
| Sachsen-Anhalt | 100 € | 10 | Fünfminütige Cool-Down-Phase nach 5 gekauften Losen |
| Schleswig-Holstein | 100 € | 20 | – |
| Thüringen | 100 € | 25 | 10 |
*In Brandenburg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern werden keine Online-Rubbellose angeboten.
Wie ihr seht, gibt es bei allen Parametern Unterschiede. Die Anzahl der Lose pro Stunde variiert von fünf bis zehn. Hinzu kommen in Bremen und Sachsen-Anhalt die sogenannten Cool-Down-Phasen nach fünf gekauften Losen. Diese sollen Spieler daran hindern, zu viele Lose am Stück zu kaufen.
Bei den erlaubten Losen pro Tag geht die Spanne weit auseinander. Bremen und Sachsen-Anhalt sind die Schlusslichter: Dort sind nur zehn Lose pro Tag erlaubt. In Bayern und NRW sind es sogar 30.
Ein Detail ist uns bei der Recherche ins Auge gefallen. Es gibt das Los PLATIN 7, das in mehreren Bundesländern angeboten wird. Es kostet 10 € und verspricht einen Spitzengewinn von 500.000 €. Wenn ihr eine Sieben freimacht, erhaltet ihr den Betrag, der daneben steht. Falls daneben noch das Glückssymbol „Stern“ zu sehen ist, wird der Betrag verzehnfacht. Bei einem Geldbündel gewinnt ihr alle 20 Beträge auf dem Los.
Das Los ist in allen Bundesländern gleich, aber der erlaubte Spielumfang hängt davon ab, wo ihr wohnt. In Berlin dürftet ihr beispielsweise nur zehn PLATIN 7 Lose pro Tag kaufen, da ihr dann das Tageslimit von 100 € erreicht. In Bayern oder NRW könnt ihr sogar 30 pro Tag kaufen.
Was sagen die Lotterien zu den unterschiedlichen Limits?
Ihr habt in der Tabelle oben gesehen, dass in Deutschland ziemlich unterschiedliche Vorgaben gelten, wenn es um Online-Lose geht. Uns hat interessiert, wie es dazu kommt und was die Lotterien selbst dazu sagen. Lotto Niedersachsen und LOTTO Baden-Württemberg haben unsere Fragen dazu beantwortet.
Lotto Niedersachsen
Wir wollten von Lotto Niedersachsen wissen, auf welcher Grundlage das tägliche Einsatzlimit von 100 € ermittelt wurde, ob dieser Betrag regelmäßig überprüft wird und was die Lotterie zu den deutlich höheren Limits in anderen Bundesländern sagt. Wir haben folgendes Statement als Antwort erhalten:
„Die regulatorischen Vorgaben hinsichtlich der über unsere Online-Spielplattform und Apps für iOS und Android angebotenen Sofortlotterien ergeben sich aus unserer Erlaubnis zur Veranstaltung von Lotterien in Niedersachsen. Diese sogenannten Grunderlaubnisse werden von den jeweiligen Aufsichtsbehörden in den einzelnen Bundesländern für die entsprechenden Landeslotteriegesellschaften erteilt, sodass es zu regionalen Unterschieden kommen kann.“– Lotto Niedersachsen
LOTTO Baden-Württemberg
Auch in Baden-Württemberg gelten deutlich strengere Regeln als in Bayern oder Nordrhein-Westfalen. Deshalb haben wir auch an LOTTO Baden-Württemberg verschiedene Fragen übermittelt. Hier lest ihr die interessanten Antworten:
1. Auf welcher Grundlage wurde das tägliche Einsatzlimit von 100 Euro für Online-Rubbellose in Baden-Württemberg festgelegt?
Lotto Baden-Württemberg: Die Grenze für den maximalen Tageseinsatz für den Kauf von Online-Rubbellosen auf 100 € ist in unserer Erlaubnis vom Regierungspräsidium Karlsruhe als glücksspielrechtliche Aufsichts- und Genehmigungsbehörde von Lotto Baden-Württemberg vorgegeben.
2. Gibt es wissenschaftliche, empirische oder interne Erkenntnisse, nach denen ein höheres Tageslimit mit zusätzlichen Risiken für Spieler verbunden wäre?
Lotto Baden-Württemberg: Zu dieser konkreten Fragestellung liegen uns keine wissenschaftlichen Untersuchungen vor.
3. Wie bewertet LOTTO Baden-Württemberg den Umstand, dass Spieler in anderen Bundesländern bei vergleichbaren Online-Rubbellosen bis zu dreimal so viel pro Tag einsetzen dürfen?
Lotto Baden-Württemberg: Die Erlaubnis von Lotto Baden-Württemberg, online Rubbellose anzubieten, bezieht sich auf Baden-Württemberg. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns auf unser Aufgabengebiet konzentrieren und die Vorgaben anderer Landeslotteriegesellschaften nicht kommentieren.
4. Wird die Höhe des Tageslimits regelmäßig überprüft oder anhand neuer Nutzungs-, Risiko- oder Forschungsdaten angepasst?
Lotto Baden-Württemberg: Die Einsatzbegrenzung von maximal 100 € pro Tag ist Bestandteil unserer Grunderlaubnis und eine von mehreren aufsichtsrechtlichen Voraussetzungen, um Sofortlotterien im Internet anbieten zu dürfen. Die Höhe des Tageslimits wird regelmäßig vor dem Hintergrund der spielerschützenden Maßnahme und insbesondere des Kanalisierungsauftrags geprüft und evaluiert.
Das bedeuten 300 € Rubbellose mathematisch
Bayern und NRW sind mit einem Tageslimit von 300 € die Spitzenreiter bei Online-Rubbellosen. Wir haben uns gefragt, was 300 € für Rubbellose täglich bedeuten können. Dafür haben wir uns die Ausschüttungsquoten einzelner Lose angeschaut. Dabei handelt es sich um den Anteil der Einsätze, die in Form von Gewinnen an die Spieler ausgeschüttet werden:
| Los | Bundesland | Kosten | Ausschüttungsquote |
|---|---|---|---|
| Viel Glück 2026 | NRW | 1 € | 48 % |
| HEIßE 7 | Bayern | 2 € | 55 % |
| GOLDENE 7 | Bayern | 5 € | 58 % |
| Pink Saphir | NRW | 10 € | 60 % |
| Big Cash | NRW | 20 € | 61,14 % |
Diese kurze Auswertung von fünf Losen liefert uns interessante Erkenntnisse. Die Ausschüttungsquoten unterscheiden sich erheblich. In unserer Stichprobe lagen sie bei 48 bis 61,14 %. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 38,86 bis 52 % der Einsätze nicht ausgeschüttet werden.
Wenn wir uns die Preise für die Lose und die Limits genauer anschauen, fällt eine weitere Sache auf. Je nach Los ist es rein rechnerisch gar nicht möglich, das 300-€-Limit auszuschöpfen, denn auch die Anzahl der Lose ist limitiert. Ihr könnt von den 1-€-Losen maximal 30 am Stück kaufen.
Um das 300-€-Limit auszuschöpfen, müsst ihr also mindestens die Lose zu einem Preis von 10 € kaufen. Es gibt also eine Wechselwirkung zwischen Losanzahl, Lospreis und Ausschüttungsquote.

Aber was bedeuten die Daten aus der Tabelle konkret für euch Spieler? Nehmen wir das Los Pink Saphir als Beispiel. Ihr kauft davon 30 Lose im Wert von 10 € und gebt somit das Tageslimit von 300 € aus. Bei einer Ausschüttungsquote von 60 % kommen wir statistisch gesehen auf 180 € Auszahlung und 120 € Verlust.
Natürlich heißt das nicht, dass jeder Spieler mit Saphir-Losen im Wert von 300 € genau 120 € verliert. Langfristig gesehen und auf Grundlage der Zahlen handelt es sich um einen rechnerischen Erwartungswert.
Für Spieler bedeutet das: Bei 300 € Einsatz entspricht die Ausschüttungsquote dieser Lose langfristig einem rechnerischen Verlust von mehr als 100 € je 300 € Spieleinsatz.
Steigt die Ausschüttungsquote mit dem Lospreis?
Bei unserer Untersuchung der Lose und ihrer Ausschüttungsquoten haben wir eine weitere Beobachtung gemacht. In unserer Stichprobe steigt die Ausschüttungsquote mit dem Lospreis. Bei einem 1-€-Los liegt sie bei 48 % und bei einem 20-€-Los bei 61,14 %.
Daraus könnte man schließen, dass man mit teureren Losen langfristig gesehen einen größeren Anteil als Gewinn zurückbekommt. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass der absolute Einsatz pro Los stark ansteigt. Nur weil die Ausschüttungsquote höher ist, ist das Verlustrisiko nicht automatisch geringer.
Ein teures Los kann auf dem Papier die bessere Ausschüttungsquote haben, aber trotzdem deutlich mehr Geld pro Spiel kosten. Beim 1-€-Los liegt der rechnerische Erwartungsverlust bei durchschnittlich 0,52 € pro Los (48 % Ausschüttungsquote).
Bei einem 20-€-Los liegt der rechnerische Erwartungsverlust aber bei 7,77 € pro Los (61,14 % Ausschüttungsquote). Es gibt also eine rechnerische Diskrepanz zwischen dem prozentualen Nachteil und dem absoluten Verlust pro Los.
Vom Los zum Smartphone: Ist Online-Rubbeln noch dasselbe Glücksspiel?
In diesem Kapitel schauen wir uns an, wie groß der Unterschied zwischen physischen Losen und Online-Losen tatsächlich ist. Denn für beide Produkte gelten aktuell sehr unterschiedliche gesetzliche Regelungen.
Stellen wir die beiden Formen gegenüber:
| Merkmal | Physisches Los | Online-Los |
|---|---|---|
| Kauf | Kaufvorgang im stationären Handel | Unmittelbar digital verfügbar |
| Verfügbarkeit | Nur in offiziellen Verkaufsstellen | Jederzeit per App |
| Spiel | Das Los muss freigerubbelt werden | Digitales Freirubbeln |
| Geschwindigkeit | Mittel | Hoch |
| Nächstes Los | Erneuter Kauf oder Griff zum nächsten Los | Online verfügbar |
| Spielinformationen | Auf der Rückseite des Loses | Direkt in der App |
| Gestaltung | Physisches Papierprodukt in bunten Farben | Animationen, Sounds und interaktive Elemente |
Die beiden Formate unterscheiden sich deutlich voneinander. Online-Lose sind jederzeit verfügbar. Im Rahmen der Limits können mehrere Lose nacheinander gekauft werden. Sie sind schnell freigerubbelt und der Gewinn wird somit innerhalb von Sekunden angezeigt.
Der entscheidende Unterschied ist jedoch die Verfügbarkeit. Habt ihr eure Lose alle freigemacht, müsst ihr erneut in das Geschäft gehen, um euch weitere zu kaufen. Zudem haben die Annahmestellen feste Öffnungszeiten und sind danach geschlossen. Ihr habt dann keine Möglichkeit mehr, an Lose zu kommen.
Das Spiel an sich, also der Einsatz, der Gewinnplan und das Zufallsprinzip, ist online und physisch vollkommen gleich. Das Online-Los entfernt jedoch die Reibung zwischen den Spielen: Kauf, Ergebnis und das nächste Spiel rücken zeitlich enger zusammen.
Was die Forschung zu Spielgeschwindigkeit & Ereignisfrequenz sagt
In der Glücksspielforschung gibt es zahlreiche Studien, die die Spielgeschwindigkeit und Ereignisfrequenz untersuchen. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass schnellere Spiele tendenziell eher als aufregend wahrgenommen werden.
Das kann mit höheren Einsätzen, längeren Spielsitzungen und größerem Zögern, das Spiel zu beenden, einhergehen. Bei Problemspielern können sich diese Tendenzen sogar noch verstärken. Das ist unter anderem in einer Studie von Auer und Griffiths aus 2022/2023 nachzulesen.
Das kann für Online-Rubbellose bedeuten, dass die Zahl der Spielvorgänge pro Sitzung steigt – also mehr Lose gekauft werden. Allerdings heißt das nicht, dass sie problematischer oder gefährlicher sind. Das digitale Format kann jedoch viele Wiederholungen in kürzerer Zeit begünstigen.
Unser Test: Wie leicht lässt sich weiterspielen?
Ist es tatsächlich so, dass Lose online eine höhere Geschwindigkeit haben als das physische Pendant? Animieren die Apps vielleicht sogar zum Weiterspielen? Wir wollen uns in diesem Artikel nicht auf Annahmen stützen. Deshalb haben wir unseren eigenen Test durchgeführt.
Dafür haben wir uns in der App von LOTTO NRW selbst einige Online-Rubbellose gekauft und ganz genau beobachtet, wie dieser Prozess abläuft. Es ging nicht darum, wie schön die App ist, sondern darum, wie leicht Nutzer weiterspielen können und wie sichtbar Informationen zur Gewinnstruktur und zum Spielerschutz sind.
| Kriterium | Beobachtungen |
|---|---|
| Klicks von der Startseite zum Online-Los | 1 Klick: Auf der Startseite nach unten scrollen und die Los-Sektion auswählen |
| Zeit bis zum Ergebnis | Ca. 15 Sekunden: Rubbel-Box aufrufen, Los auswählen und freimachen |
| Klicks bis zum nächsten Los | 1 Klick: Unter dem Los wird „Weiteres Los spielen“ angezeigt |
| Direktes Folgeangebot? | Nein: Es gibt keine Aufforderung, weitere Lose zu kaufen |
| Präsenz von Nochmal-Spielen? | Hoch: Direkt unter dem freigemachten Los |
| Klicks von Startseite zu den persönlichen Limits | 3 Klicks: Menü öffnen, „Meine Daten“ auswählen und dann „Spiellimits festlegen“ ausklappen |
| Sichtbarkeit von Spielerschutz | Mittel: Hinweise dauerhaft unter den Spielen zu sehen, aber nur klein |
| Inszenierung von Gewinnen & Verlusten | Blinkende Gewinnfelder vs. Verlustanzeige |
Einstieg & Losauswahl
Wenn ihr die App von LOTTO NRW öffnet, müsst ihr nach unten scrollen. Dort findet ihr dann eine Sektion zu Online-Losen. Klickt ihr diese an, landet ihr direkt in der Übersicht mit allen verfügbaren Losen.

In der Vorschau werden euch direkt einige Informationen angezeigt:
- Name des Loses
- Preis
- Gewinnchancen
- Hauptgewinn
Besonders prominent sind unserer Einschätzung nach die Bilder. Jeder Eintrag zeigt ein Bild des Loses auf einem bunten Hintergrund. Wir haben zuerst die Bilder wahrgenommen und erst danach die anderen Informationen.
In dieser Übersicht wählt ihr dann das Los eurer Wahl aus. Jedes Los hat oben rechts einen kleinen Button, der den Buchstaben „i“ zeigt. Tippt ihr darauf, werden euch weitere Informationen wie die Gewinnchancen und der Gewinnplan angezeigt.

Scrollt ihr auf diesen Seiten nach unten, werden euch im Footer immer verschiedene Informationen zum Spielerschutz angezeigt. Diese sind im Verhältnis allerdings kleiner und schwerer zu lesen als die restlichen Informationen.
Spielvorgang
Habt ihr euch für ein Los entschieden, wählt ihr die Menge aus und legt eure Auswahl in den Warenkorb. Im Warenkorb bestätigt ihr dann alles und anschließend landen die gekauften Lose in der sogenannten Rubbel-Box. Dort findet ihr eine Übersicht mit allen Losen, die ihr noch nicht gespielt habt.
Hinweise zu den geltenden Limits in NRW konnten wir in der App nicht finden. Sie tauchten erst auf, als wir zu viele Lose kaufen wollten. Dann erschien eine Einblendung mit den Limits.

Wenn ihr eure Lose spielen möchtet, öffnet ihr die Rubbel-Box und wählt ein Los aus. Ihr tippt dann auf „Los öffnen“ und könnt das Los dann freimachen. Von der Auswahl bis zum Ergebnis dauert es ca. 15 Sekunden. Ihr müsst das Los aktiv freirubbeln, dieser Schritt kann nicht übersprungen werden.
Habt ihr verloren, erscheint die Anzeige „Leider nicht gewonnen“. Dabei gibt es weder Sound noch Animationen.

Anders sieht es aus, wenn ihr mit eurem Los gewinnt. Dann startet eine kurze Animation, bei der die Gewinnfelder blinken. Euch wird dann angezeigt, wie viel Geld ihr gewonnen habt. Gewinne werden in der App also deutlich stärker inszeniert als Verluste:

Eine interessante Sache haben wir dabei beobachtet. Ihr habt in der App die Möglichkeit, die Gewinnanzeigen auszublenden. Habt ihr dies aktiviert, zeigt euch die App nicht an, ob und wie viel ihr gewonnen bzw. verloren habt.
Habt ihr ein Los freigemacht, wird euch unten „Weiteres Los spielen“ angezeigt, falls ihr noch Lose in eurer Rubbel-Box habt. Das ist zwar keine Aufforderung, mehr Lose zu kaufen, aber immerhin ein Hinweis darauf, dass ihr noch mehr Lose zur Verfügung habt.
Spielerschutz & Spielende
Informationen zum Spielerschutz findet ihr in der App sowohl auf der Startseite als auch im Footer bei den Losen. Dort ist beispielsweise ein Link zu check-dein-spiel.de eingefügt, über den ihr eure Spielgewohnheiten besser einschätzen könnt.

Zudem gibt es umfangreiche Möglichkeiten, Limits zu eurem Account hinzuzufügen. Die gelten dann nicht nur für die Lose, sondern für alle Spiele in der Lotto-App. Mit nur drei Klicks landet ihr bei diesen Einstellungen. Ihr könnt dort aus vorgegebenen Limits von 250 €, 500 € und 700 € wählen. Alternativ könnt ihr auch selbst einen Betrag eingeben. Ihr klickt dann auf „Speichern“ und schon gilt das Limit. Dieser Prozess ist sehr einfach.
Habt ihr eure Lose gespielt, verlasst ihr den Bereich einfach über die Zurück-Taste auf eurem Smartphone. Es gibt also kein aktives Beenden der Sitzung. Auch eine Übersicht der Einsätze und Gewinne wird euch nicht angezeigt. Die könnt ihr euch aktiv in der Spielhistorie anschauen.
Wie Spieler selbst zu Online-Rubbellosen stehen
Wir haben bisher Statistiken angeschaut und die Stimmen von Lotteriegesellschaften gehört. Was uns jetzt noch fehlt, ist die Wahrnehmung der Spieler. Wie stehen sie zu Online-Rubbellosen? Nehmen sie Unterschiede wahr? Spielen sie online anders?
Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, haben wir Spielerinnen und Spieler befragt, die regelmäßig Lose spielen. Die spannenden Antworten lest ihr in diesem Kapitel.
Reddit-Umfrage
Wir haben auf Reddit in verschiedenen Communitys (unter anderem r/gambling, r/lottery und r/onlinegambling) einige Fragen zu Online-Losen gestellt. Wir wollten von den Spielern wissen, ob sie physische Lose und Online-Lose anders spielen.
In unserer nicht repräsentativen Umfrage haben wir viele interessante Antworten bekommen. Den meisten Usern war gar nicht klar, dass sich ihr Spielverhalten so stark unterscheidet. Das Thema scheint online relativ großes Interesse geweckt zu haben.
Bei den Antworten gibt es einen klaren Tenor. Die User finden, dass physische Lose langsamer, bewusster und als Ritual gespielt werden. Online ist das Rubbeln hingegen schnell, wiederholbar und nahtlos. Dadurch kann man online schnell mehr ausgeben, als man eigentlich wollte. Diese Wahrnehmung deckt sich mit unseren bisherigen Erkenntnissen zur Ereignisfrequenz.
Comment by u/MiriamLovesSport94 from discussion in onlinegambling
Übersetzung: Der größte Unterschied liegt im Tempo: Papierlose bremsen einen aus, während man mit Online-Losen sofort weiterspielen kann.
Besonders interessant finden wir, dass viele Antworten das Wort „Friction“, also Zwischenschritte, erwähnen. Online fehlt der Gang zur Kasse, das Übergeben von Bargeld und das physische Aufrubbeln. Dadurch fehlt auch eine natürliche Bremse.
Comment by u/MiriamLovesSport94 from discussion in gambling
Übersetzung: Bei Online-Spielen schwindet das Geld schneller, da es zwischen den Spielrunden keinerlei Reibungsverluste gibt.
Comment by u/MiriamLovesSport94 from discussion in gambling
Übersetzung: Online-Einkäufe laufen völlig reibungslos ab; der gesamte Vorgang fühlt sich schnell und nahtlos an. Im Vergleich dazu gab es einmal eine Veranstaltung, bei der ich 50 Rubbellose gewonnen habe … das hat mit Pausen über eine Stunde gedauert, und als ich fertig war, tat mir die Hand weh.
Weitere Nutzer geben zudem an, dass sie das physische Freirubbeln als eine Art Ritual wahrnehmen. Sie beschreiben das Online-Spiel hingegen als ein wiederholtes Drücken auf einen Knopf. Digitale Lose scheinen für einige Spieler also den Charakter des Spiels zu verändern.
Das geht sogar so weit, dass Online-Rubbellose in manchen Antworten mit Online-Slots verglichen werden. Ein anderer Nutzer findet, dass Online-Gewinne weniger befriedigend sind als bei einem physischen Los. Verluste könnten dadurch seiner Meinung nach auch weniger wehtun.
Spieler-Interview: Ich kaufe nur physische Lose
Wir haben uns für diesen Artikel mit einer Spielerin zusammengesetzt. Sie kauft nur physische Lose und hat damit jahrelange Erfahrung. Wir haben sie zu ihren Spielgewohnheiten und zu ihren Ansichten rund um Lose bzw. Online-Lose befragt.
1. Wie lange spielst du schon physische Rubbellose und wie häufig kaufst du welche?
Ich würde sagen, ich kaufe seit ungefähr 10 Jahren Lose. Und ich kaufe sie mehrmals im Jahr. Ich habe da aber keine festen Rituale oder sowas.
2. In welchen Situationen kaufst du normalerweise ein Rubbellos – spontan, gezielt oder zum Beispiel zusammen mit Lotto?
Meistens kaufe ich Rubbellose spontan. Zum Beispiel, wenn ich vor Weihnachten welche für Adventskalender brauche. Manchmal nehme ich auch spontan Lose für meine Kinder oder meinen Enkel mit. Wenn ich Lotto spiele, hole ich aber eher keine Lose.
3. Wie viele Lose kaufst du typischerweise auf einmal?
Ich würde sagen, ungefähr fünf auf einmal. Aber die sind dann nicht alle für mich. Wenn ich Lose für Adventskalender hole, sind es natürlich mehr.
4. Was passiert bei dir normalerweise nach einem Verlust: Kaufst du direkt ein weiteres Los oder ist dann erst einmal Schluss?
Bei mir ist dann erstmal Schluss. Ich bin dann sauer und enttäuscht. Ich kaufe also keine neuen Lose direkt danach. Dann wäre ja noch mehr Geld weg.
5. Und wie reagierst du nach einem Gewinn – nimmst du das Geld mit oder kaufst du davon häufiger neue Lose?
Wenn ich gewinne, dann nehme ich das Geld mit. Ich kaufe also keine neuen Lose. Ich nehme das Geld dann für mich und kaufe mir etwas davon. Zum Beispiel eine Tafel Schokolade oder sowas.
6. Welche Rolle spielt für dich das physische Aufrubbeln selbst? Gehört dieser Vorgang zum Reiz des Spiels?
Ja, das Aufrubbeln gehört für mich absolut zum Spiel dazu. Ich finde das verlockend und spannend. Oft kann ich die Überraschung dann kaum abwarten und mache das Los ganz schnell frei.
7. Hast du schon einmal Online-Rubbellose ausprobiert oder bewusst darauf verzichtet? Warum?
Nein, das habe ich noch nie gemacht. Ich bin auch gar nicht für Online-Lotto angemeldet. Mir ist das, um ehrlich zu sein, zu kompliziert. Für spontanes Spielen wäre das aber gut. Ich wäre also grundsätzlich offen dafür.
8. Glaubst du, dass du online mehr Lose hintereinander spielen würdest als mit Papierlosen?
Ja, online würde ich bestimmt mehr Lose hintereinander spielen. Einfach weil das schneller ist und man da besser drankommt. Die Lose sind da einfacher verfügbar.
9. Hilft dir der Gang zur Verkaufsstelle oder der einzelne Kauf dabei, dein Spielen automatisch zu begrenzen?
Ja klar. Total. Ich bin da auch froh drum, um ehrlich zu sein. Sonst würde ich ja noch mehr Lose kaufen.
10. Was ist für dich persönlich der größte Unterschied zwischen einem klassischen Papierlos und einem Online-Rubbellos?
Ich habe ja gerne was in der Hand. Mir würde der physische Aspekt fehlen, weil ich ja so gerne die Lose freirubbele. Das war schon immer so und gehört einfach dazu. Online ist das viel komplizierter mit App, Anmeldung und so weiter.
Spieler-Interview: Ich spiele nur Online-Lose
Natürlich wollen wir auch über die andere Seite sprechen. Darum haben wir uns ebenfalls mit einem Spieler unterhalten, der nur Online-Rubbellose kauft. Wir haben ihn gefragt, was dahintersteckt, wie seine Spielgewohnheiten sind und wie es sich für ihn anfühlt.
1. Seit wann spielst du Online-Rubbellose und wie häufig nutzt du sie?
Ich spiele seit ungefähr 2 bis 3 Jahren Online-Rubbellose. Und da ca. einmal im Monat.
2. Warum spielst du online und nicht mit physischen Rubbellosen?
Online ist das viel einfacher und unkomplizierter. Ich komme auch im Alltag nie ins Lotto-Geschäft. Und extra für ein Los fahre ich da nicht hin.
3. Wie viele Lose spielst du normalerweise in einer Sitzung? Bist du schon mal an das Limit gekommen?
Pro Sitzung spiele ich immer fünf Lose. An ein Limit bin ich dabei noch nie gekommen. Ich wusste bis jetzt nicht mal, dass es das gibt.
4. Wie schnell entscheidest du nach einem Verlust, ob du direkt noch ein weiteres Los spielst?
Ich kaufe immer fünf Lose und spiele sie dann direkt. Ob ich gewinne oder verliere, ist dabei egal. Nach den fünf Losen kaufe ich keine mehr.
5. Und was passiert nach einem Gewinn – hörst du eher auf oder setzt du einen Teil des Gewinns direkt wieder ein?
Ich höre dann trotzdem auf. Ich bleibe immer bei meinen fünf Losen, auch wenn ich gewonnen habe.
6. Hast du schon einmal mehr Lose gespielt oder mehr Geld ausgegeben, als du ursprünglich vorhattest?
Nein, habe ich noch nie.
7. Welche Rolle spielen für dich Geschwindigkeit und Bequemlichkeit – also dass das nächste Los sofort verfügbar ist?
Das spielt für mich eine große Rolle. Das ist ja der Hauptgrund dafür, dass ich online spiele. Ich habe einfach keine Lust, in einen Lottoladen zu gehen.
8. Wie stark nimmst du Animationen, Sounds oder „Noch einmal spielen“-Buttons wahr? Beeinflusst das, ob du weiterspielst?
Das nehme ich gar nicht wahr. Man könnte sagen, ich blende das aus.
9. Fühlt sich ein Online-Rubbellos für dich eher wie ein klassisches Rubbellos oder eher wie ein Online-Casinospiel an?
Das fühlt sich für mich eher wie ein Online-Casinospiel an. Man hat ja gar keinen physischen Kontakt, also kein Aufrubbeln. Das erinnert mich eher an ein Computerspiel.
10. Gibt es etwas am Online-Spiel, das dir hilft, dein Budget einzuhalten – oder etwas, das das eher schwieriger macht?
Nicht wirklich, denke ich. Das ist für mich genau das Gleiche wie bei den klassischen Losen. Ich sehe da keinen Unterschied.
LOTTO Bayern verspricht Früherkennung: Was erkennt das System tatsächlich?
Die neuen Online-Lose in Bayern haben uns aus verschiedenen Gründen interessiert. Das Limit ist in Bayern höher als in den meisten anderen Bundesländern und zur Einführung der Online-Lose wurde eine Früherkennung angekündigt.
Wir wollten wissen, was es damit genau auf sich hat und wie diese Früherkennung funktioniert. LOTTO Bayern hat uns als Antwort auf unsere Fragen folgendes Statement geschickt:
„Die neuen Online-Lose sind eine attraktive Ergänzung des Spielangebots von LOTTO Bayern. Sie sind seit Kurzem von der Regierung der Oberpfalz genehmigt und erstmals nun auch in Bayern im Online-Spielangebot. Individuelle Einsatz- und Verlustlimits, Spielersperren (Anschluss an die bundesweite Sperrdatei OASIS), Verbot des parallelen Spiels (Anschluss an das LUGAS System der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder) und Identifizierungs- und Authentifizierungsverfahren zum Ausschluss Minderjähriger und gesperrter Spieler sowie der Einsatz eines automatisierten Systems zur Früherkennung von eskalierendem Spielverhalten stehen für ein sicheres, verantwortungsbewusstes Spiel im Internet. Online-Lose werden wissenschaftlich als moderates Glücksspiel eingestuft. Dennoch halten wir uns strikt an die durch die Genehmigungsbehörde auferlegten Limits.“– LOTTO Bayern
Das Statement konkretisiert, was die Früherkennung des Systems genau leisten soll. Es heißt, dass eskalierendes Spielverhalten früh erkannt werden soll. Wie dieses System genau funktioniert und bei welchen konkreten Mustern es anschlägt, geht aus der Antwort jedoch nicht hervor.
LOTTO Bayern stuft Online-Lose als moderates Glücksspiel ein. Auf welcher wissenschaftlichen Untersuchung diese Aussage beruht, geht aus der Antwort nicht hervor.
Das Rubbellos ist digital geworden – der Spielerschutz muss nachziehen
Kommen wir am Ende dieses Artikels noch einmal auf unsere Leitfrage zurück. Was haben wir festgestellt?
Online-Rubbellose sind schon längst kein Nischenprodukt mehr. Das digitale Angebot wird immer weiter ausgebaut und ist inzwischen in vielen deutschen Bundesländern verfügbar. Die geltenden Regeln sind dabei sehr unterschiedlich. Eine öffentlich nachvollziehbare wissenschaftliche Begründung für diese Unterschiede konnten wir nicht finden.
Das Nutzungserlebnis unterscheidet sich deutlich vom klassischen Papierlos. Der Ablauf ist schneller, die Lose sind jederzeit verfügbar und leichter wiederholbar. Unser App-Test hat ein gemischtes Bild gezeigt. Weiterspielen ist einfach und Gewinne werden stärker inszeniert als Verluste. Schutzfunktionen und Limits sind aber vorhanden und leicht zu erreichen.
Unser Fazit lautet also nicht, dass Online-Rubbellose gefährlich sind. Unsere Schlussfolgerung ist, dass sie digital schneller und leichter wiederholbar sind, die Schutzregeln dabei aber stark vom Bundesland abhängen. Die wissenschaftliche Grundlage dafür ist aber nur begrenzt transparent. Wenn die Spanne bei 100 € bis 300 € täglich liegt, sollten Anbieter und Aufsichten nachvollziehbar erklären können, worauf diese Grenzen beruhen.
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