Neuer britischer Gambling Act

Änderungen des britischen Glücksspielgesetzes stehen bevor. Die konservative Regierung prüft Anpassungen des Gambling Acts für das digitale Zeitalter. Die britische Regierung hat eine Erklärung herausgegeben, in der es heißt, dass die aktuelle Gesetzgebung aktualisiert werden muss. Die Regierung müsse das Glücksspielgesetz überprüfen, um den Besonderheiten des Sektors besser gerecht zu werden.

Jockeys auf Pferden beim Pferderennen.

Nicht nur Online-Casinos müssen anders reguliert werden, es werden ebenfalls Rufe nach neuen Regelungen im Pferderennen laut. ©macayran/Pixabay.com

Kreditkarten und Lootboxen im Visier

Laut des Dokuments, dass die Regierung vor kurzem vorgestellt hat, müssen sich die Änderungen, die an dem wichtigen Teil der Gesetzgebung zur Regulierung der Glücksspielbranche vorgenommen werden müssen, in erster Linie auf die Verwendung von Kreditkarten und sogenannten Lootboxen konzentrieren. Beide Themen gehören zu den am häufigsten diskutierten Problemen im modernen Glücksspielsektor in Großbritannien. Dabei werfen die Regierungsvertreter der Branche sogar vor, die Teilnahme am Glücksspiel und die Zahl der Problemspieler erhöht zu haben. Insbesondere jüngere Menschen seien als Zielgruppe verstärkt gefährdet durch die einhergehenden Probleme von unkontrolliertem Glücksspiel.

Aus der Erklärung der Labour Party geht hervor, dass die Abgeordneten darauf abzielen, das Vereinigte Königreich sicherer zu machen. Es solle der sicherste Ort werden, an dem man online sein kann und dazu gehörten alle Bereiche des Internets, einschließlich des Online-Glücksspiels. Die Partei sei bereit, Kinder und gefährdete Menschen vor dem Zugriff auf schädliche Inhalte zu schützen und sicherzustellen, dass Online-Glücksspiele nicht zur Finanzierung terroristischer Organisationen im Internet verwendet werden.

Aufgrund des stetigen Fortschritts der Internetdienste ist der British Gambling Act nicht mehr zeitgemäß. Die Anforderungen an eine angemessene Regulierung werden immer größer, weil die Digitalisierung immer weiter Einzug hält. Eine Anpassung des Gesetzes ist daher nur folgerichtig. Darüber hinaus will die britische Regierung auch die Regelungen für Glücksspielwerbung überprüfen und aktualisieren. Die Erklärung ist Teil eines Manifests von 59 Seiten, in dem es neben dem Gambling Act um zahlreiche weitere Themen wie den Brexit, die Einwanderung und das Gesundheitssystem geht.

“Ich glaube, dass ein neues Glücksspielgesetz erforderlich ist, damit wir für das digitale Zeitalter geeignet ist. Die Gesetzgebung muss einige der Probleme angehen, die mit größeren Schäden für die Kunden verbunden sind.”Jeremy Corbyn, Parteivorsitzender, Labour Party

Forderungen nach einem modernen Glücksspielgesetz

Das britische Glücksspielgesetz ist bereits 2005 in Kraft getreten. Daher sind weite Teile des technologischen Fortschritts nicht berücksichtigt und entsprechende Regularien fehlen. Mit der heutzutage stetigen Verfügbarkeit der Online-Casinos hat man sich damals ebenso wenig auseinandergesetzt wie mit den Lootboxen, die heutzutage in zahlreichen Videospielen enthalten sind und eine deutliche Glücksspielkomponente aufweisen. Das Problem an den Lootboxen ist dabei, dass sie Jugendliche und Kinder an das Glücksspiel heranführen.

Daher gibt es eine Reihe an Forderungen, um den British Gambling Act zu modernisieren. Es sollen neue Grenzen festgelegt werden, beispielsweise in Form von Einsatzlimits für Online-Casinos, aber auch für stationäre Spielbanken. Eine Abgabe der Glücksspielanbieter soll dafür verwendet werden, um problematischen Glücksspielern zu helfen und die Prävention zu verstärken. Ebenso steht das Verbot zur Nutzung von Kreditkarten und VIP-Programmen für Vielspieler zur Debatte.

Die Labour Partei bezeichnete in der Erklärung Glücksspiele sowie drogenbedingte Todesfälle und alkoholbedingte Gesundheitsprobleme “als Angelegenheiten der öffentlichen Gesundheit, die in erweiterten Suchthilfeangeboten entsprechend behandelt werden müssen.”

Tierschutz wird ebenfalls diskutiert

Da in Großbritannien der Reitsport stark mit dem Glücksspiel verknüpft ist, wird auch der Tierschutz in diesem Zusammenhang diskutiert. Bereits im August hatte die Labour Party in einer Erklärung einen stärkeren Tierschutz gefordert und auch im Wahlkampf darauf hingewiesen. Die Partei stellt den Einsatz der Peitsche als Motivationsinstrument in Frage und verspricht, dass eine Regierung unter der Leitung der Labour Party eine unabhängige Überprüfung zur Verwendung der Peitsche durchführen wird.

Aktuell ist die Verwendung der Peitsche für zwei Zwecke erlaubt: zur Sicherheit von Reiter und Reittier sowie zur Ermutigung bzw. Motivation. Die Überprüfung der Labour Party würde darauf abzielen, festzustellen, ob die Verwendung zur Ermutigung gerechtfertigt ist. Die Gesundheit der Tiere im Pferdesport ist also ebenso zum Wahlkampfthema geworden.

Die British Horseracing Authority (BHA), die aktuell für die Kontrolle der Pferderennen und der Fürsorge für die Pferde verantwortlich ist, sieht jedoch keine Veranlassung für Änderungen. Das kann auch daran liegen, dass die Labour Party eine neue Kontrollinstanz installieren will, die die Gesundheit der Tiere überwacht. Die BHA reagierte daher not amused – vor allem, da man anderes erwartet hatte. Allerdings ist es auch in der Politik erlaubt, seine Meinungen zu ändern und sich den neuen Gegebenheiten anzupassen.

“In ihrer Glücksspielbewertung vom September 2018 skizzierte Labour, dass sie Ausnahmen für das Pferderennen vorsehen würde und erkannte die ‘intrinsische’ und ‘traditionelle’ Verbindung zum Wetten in ihrer Politik eines Whistle-to-Whistle-Werbeverbots an. Es gibt nichts im heutigen Manifest, was diese Position widerspiegelt.”

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Die Themse, eine Brücke und der Big Ben in London.

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