Glücksspiel-Survey 2021: Deutscher Sportwettenverband (DSWV) nimmt Stellung zu Studienergebnissen

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hat in einer offiziellen Erklärung seine Sichtweise zu den Studienergebnissem des Glücksspiel-Surveys 2021 dargestellt. Die erhobenen Zahlen lassen sich nach Meinung des DSWV nicht direkt mit den Statistiken aus der Vergangenheit vergleichen.

Statistiken auf einem Laptop

Die Studienergebnisse des Glücksspiel-Surveys 2021 sind nach Meinung des DSWV noch wenig aussagekräftig. (Symbolbild) © Lukas Blazek/unsplash.com

Neue Datengrundlage für die Glücksspiel-Branche

Der Glücksspiel-Survey 2021, der im März 2022 veröffentlicht wurde, ist eine Studie des Instituts für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD). Bisherige Studien zur Untersuchung der Prävalenz des Glücksspiels und problematischen Verhaltens in Deutschland wurden von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durchgeführt.

In der Einleitung der Studie weisen die Autoren bereits daraufhin, dass es sich beim Glücksspiel-Survey 2021 nicht um eine Fortsetzung des Monitorings durch die BZgA handle. Dennoch hätten diverse Medien Vergleiche zwischen den Daten des ISD und der BZgA gezogen, wie vom DSWV moniert wird.

Der DSWV hat in einer Mitteilung vom 23. August 2023 darauf hingewiesen, dass der “methodische Neustart” die Vergleichbarkeit der erhobenen Zahlen erschwere. Der Eindruck eines sprunghaften Anstiegs der Menschen mit problematischem Spielverhalten in Deutschland von rund 400.000 auf knapp 1,4 Millionen werde daher angezweifelt, zumal die Zahlen der BZgA in den letzten Jahren eher rückläufig gewesen seien.

Darüber hinaus störe sich der DSWV daran, dass medial bereits Rückschlüsse über die Auswirkungen des Glücksspielstaatsvertrages auf das problematische Spielverhalten diskutiert worden seien. Da der Glücksspiel-Survey 2021 auch laut Aussagen der Forscher einen Ausgangspunkt für die künftige Beobachtung des Marktes darstelle, seien Rückschlüsse auf die Gründe für die Entwicklung der Zahlen noch nicht sinnvoll.

Eine datenbasierte Zwischenbilanz des Glücksspielstaatsvertrages scheint aufgrund der vorliegenden Studienergebnisse noch nicht möglich zu sein. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Daten in Zukunft kontinuierlich erhoben würden und Entwicklungen aufzeigen könnten.

Wie wurden die Daten des Glücksspiel-Surveys 2021 erhoben?

Der Glücksspiel-Survey 2021 habe den Anspruch, die Grundgesamtheit der deutschen Bevölkerung im Alter von 16 bis 70 Jahren zu repräsentieren. Insgesamt sei hierfür eine Stichprobe mit 12.303 Personen befragt worden. Die Forscher hätten bereits darauf hingewiesen, dass die Repräsentativität der Ergebnisse den üblichen Einschränkungen unterliege.

Die Teilnehmer wurden einerseits hinsichtlich ihrer Spielgewohnheiten befragt, um zu ermitteln, ob und wie oft sie in den letzten 12 Monaten am Glücksspiel teilgenommen haben und welche Spiele (z.B. Lotto, Online Casinos, Sportwetten etc.) sie gespielt haben. Zudem wurden die Teilnehmer mit gängigen psychologischen Fragestellungen auf ein mögliches Suchtverhalten untersucht.

Die Datensätze enthielten ebenfalls Angaben zu Alter, Geschlecht, Schulbildung und Herkunft, sodass eine Clusterung hinsichtlich dieser Kriterien möglich ist. Unberücksichtigt blieben hingegen z.B. das Einkommen oder das Vorliegen von bestimmten Krankheitsbildern.

DSWV-Präsident spricht sich für weitere Studien aus

Mathias Dahms, Präsident des DSWV, hat betont, dass der Kommentar seines Verbandes zum Glücksspiel-Survey 2021 keineswegs eine generelle Ablehnung von Studien in der Glücksspielbranche darstelle:

Der DSWV begrüßt eine daten- und faktenbasierte Diskussion über das Spielverhalten in Deutschland. Die Ableitungen müssen jedoch schlüssig sein und auf gesicherten Fakten beruhen. Die für Ende 2026 geplante Evaluierung des Staatsvertrags muss dabei die Erfahrung aller Stakeholder berücksichtigen. Nur so kann der Erkenntnisgewinn zu einer konstruktiven Zusammenarbeit aller Anspruchsgruppen zum Wohle der Kunden führen.Matthias Dahms, Präsident des DSWV, Quelle: DSWV

Dahms erklärte darüber hinaus, er sei davon überzeugt, dass der Spieler- und Jugendschutz am besten durch eine Stärkung des legalen Angebotes mit lizenzierten Anbietern erfolgen könne.

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