Dänemark führt Einsatzlimits ein

Das dänische Glücksspielunternehmen Danske Licens Spil, die iGaming-Tochterfirma des schwedischen Nationallotterieanbieters Danske Spil, hat verbindliche Einsatzlimits für seine Kunden eingeführt. Die Einsatzgrenzen müssen die Spieler selbst in regelmäßigen Abständen festlegen. Die Maßnahme wird als Kontrollservice eingestuft und basiert auf einem neuen Verhaltenskodex für Glücksspielanbieter, welcher im vergangenen März in Kraft gesetzt wurde. Hier ein Überblick zu den Entwicklungen.

Das Zentrum der dänischen Hauptstadt Kopenhagen.

Ein Blick auf die dänische Hauptstadt Kopenhagen. Auch hier hat der iGaming-Boom Einzug erhalten. (©pixabay)

Einsatzgrenzen ab sofort Pflicht

Mit sofortiger Wirkung hat es der dänische Glücksspielanbieter Danske Licens Spil seinen Kunden zur Pflicht gemacht, Einsatzlimits für ihre bevorzugten iGaming-Marken festzulegen. Folglich müssen sämtliche Kunden täglich, wöchentlich und monatlich ihre maximalen Einzahlungsgrenzen für Online Casinospiele und Oddset-Marken festlegen. Sollten Kunden den neuen Verpflichtungen nicht nachkommen, können die Spielkonten solange gesperrt werden, bis die entsprechenden Limits festgelegt wurden. Auch Kunden der nationalen Lotterie und Teilnehmer von Sofortgewinnspielen erhalten darüber hinaus die Möglichkeit, Einsatzlimits festzulegen, diese sind allerdings nicht verpflichtend.

Die staatliche Glücksspielorganisation Danske Spil bietet ihren Kunden schon seit einigen Jahren verschiedene Kontrollfunktionen in Bezug auf Einsatzgrenzen an, diese waren jedoch bisher nicht verpflichtend – das Unternehmen stellte in diesem Zusammenhang fest, dass nicht mehr als 15 Prozent der Spieler die Serviceangebote genutzt haben. Niels Erik Folmann, Geschäftsführer von Danske Licens Spil, bezog Stellung zu der neuen Verpflichtung und kommentierte diesbezüglich:

“Wir wissen, dass Einzahlungslimits ein Mittel sind, das den Spielern hilft, ihre Verhalten besser zu kontrollieren. Wir wollen, dass unsere Kunden mit Sorgfalt spielen und möchten ihnen helfen, sich ihres Spielkonsums bewusst zu werden. Wir hoffen, dass unsere Kunden die Möglichkeit, sich über ihren Konsum auf dem Laufenden zu halten, generell begrüßen werden. Studien zeigen, dass eine große Herausforderung unter den Spielern darin besteht, sich die Fähigkeit zu erhalten, eigene Gewohnheiten zu verfolgen. Popup-Meldungen können Sie zum Beispiel daran erinnern, dass es Zeit ist, eine Pause einzulegen und etwas anderes zu tun.”

Zum Verständnis

Wie Folmann weiterführend erklärte wurden die neuen Kontrollfunktionen im Rahmen einer kürzlich erfolgten Anpassung des dänischen Glücksspielstaatsvertrags eingeführt. Bereits seit letzten März gilt in diesem Kontext ein neuer Verhaltenskodex auf dem regulierten dänischen Online Glücksspielmarkt. Sämtliche lizenzierten Betreiber stehen seitdem in der Pflicht „ihr Bestes tun“, um maximalen Spielerschutz zu gewährleisten. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem verbindliche Einsatzlimits und sogenannte „Reality-Checks“. Außerdem stehen wie bereits angedeutet implementierte Popup-Meldungen auf der Agenda, die den Kunden zum Beispiel auf Spielpausen hinweisen. Folmann betonte dazu gegenüber dem Nachrichtenportal iGamingBusiness:

“Die obligatorischen Einzahlungs- und Popup-Meldungen werden unsere allgemeinen Bemühungen im Bereich der Betrugsprävention ergänzen, wo wir beispielsweise auch präventive Pflegeanrufe an Kunden durchführen, wenn wir Anzeichen für ein riskantes Spielverhalten sehen. Dies ist Teil unserer Verantwortung als staatliches dänisches Glücksspielunternehmen. Wir freuen uns darauf, zu verfolgen, wie unsere Kunden auf die neuen Serviceangebote reagieren.”

Folmann ergänzte an dieser Stelle, dass bisher zwar noch keine Kontrollen hinsichtlich der Einhaltung unter den Betreibern durchgeführt wurden, eine Nichteinhaltung jedoch bereits einen Regelverstoß darstelle. Es gebe in diesem Sinne „keine Entschuldigung dafür, mit der Umsetzung zu warten“, so das Kredo des CEOs, der an dieser Stelle eine Reihe nationaler Betreiberverbände in die Pflicht nimmt: Erstens die Danish Online Gaming Association (DOGA), zweitens den Spielautomatenbetreiberverband Dansk Automat Brancheforening, drittens den Casino-Betreiberverband Dansk Kasinoforening und viertens die Lotteriegesellschaften Klasselotteriet, Landbrugslotteriet und Varelotteriet. Alle Verbände waren zudem auch an der Erarbeitung der neuen Vorschriften beteiligt.

Positive Entwicklung des Onlinemarkts

Abseits aller Vorschriften hat sich der regulierte Online Glücksspielmarkt Dänemark innerhalb der letzten Jahre positiv entwickelt. Im Jahr 2018 stiegen die Bruttospielerlöse hier im Vergleich zum Vorjahr um ganze 5,7 Prozent auf umgerechnet 1,13 Mrd. Euro. Vor allem wurde das Wachstum durch Online Sportwetten und Online Casinos vorangetrieben. Die landbasierten Casinos und herkömmlichen Spielautomaten sind hingegen seit einigen Jahren rückläufig.

Die Geschäftszahlen wurden Anfang April von der dänischen Glücksspielbehörde Spillemyndigheden veröffentlicht. Die Behörde verwies in diesem Kontext jedoch darauf, dass die beachtlichen Zuwachsraten insbesondere auf die letztjährige Fußball-WM (14.06.-15.07) zurückzuführen sind.

Die dänischen Brutto-Gaming-Einnahmen aus Sportwetten stiegen im vergangenen Jahr demnach von rund 312 Mio. Euro auf rund 339 Mio. Euro, was unter dem Strich 26 Prozent des Gesamtumsatzes 2018 ausmacht. Natürlich waren die Sportwetteinnahmen innerhalb des WM-Monats am höchsten: Im Juni kletterten die Umsätze rasant auf rund 32 Mio. Euro. Im Juli folgte ein weiterer Anstieg auf über 33 Mio. Euro. Ob es in Dänemark auch ohne Fußball-WM – und angesichts der aktuell eingeführten Einsatzgrenzen – zu weiteren Wachstumsschüben kommen wird, bleibt an dieser Stelle vorerst abzuwarten.

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