Die Spieler Trugschluss Definition

Irren ist menschlich, na klar. Es gibt jedoch eine bestimmte Art Irrrtum, die bei einer bestimmten Art von Menschen regelmäßig auftritt: Der Spieler Trugschluss, zu Englisch Gambler’s Fallacy. Er ist eine Variante des uralten Wunsches, das Schicksal vorhersagen zu können. Alle angeblichen Methoden dafür sind zum Scheitern verurteilt, dennoch will das kaum jemand einsehen, das geht nicht nur Spielern so. Gewinngarantien können auch Ratgeberseiten wie ОnlineCasinosDeutschland.com nicht bieten. Jedoch findet man dort Tipps zur realistischen Einschätzung von Gewinnchancen.
Glückspieler
Veröffentlicht am: 27. Juli 2020

Der weit verbreitete Spielerfehlschluss ist ein psychologisches Phänomen, das nicht aufs Glücksspiel beschränkt ist. Er tritt in allen Situationen auf, in denen zufällige Ereignisse eine Rolle spielen. Im Wesentlichen geht es dabei um die fehlerhafte Annahme, dass der Zufall logischen Gesetzen folgen würde und sich deshalb vorhersagen lasse. Der Trugschluss des Spielers besteht darin, aus bereits eingetretenen Ereignissen Zwangsläufigkeiten für die Zukunft abzuleiten. Beim Roulette wäre das typischerweise die Überzeugung: “Sieben Mal hintereinander ist eine rote Zahl gekommen, jetzt muss Schwarz mal dran sein.” Nein. Keinesfalls. Ein Rouletterad hat kein Gedächtnis, Würfel auch nicht.

Statistik kennt keine Gerechtigkeit

Eine gewisse Ausnahme stellen Kartenspiele dar. Hier können sich die Wahrscheinlichkeiten bestimmter Ergebnisse dadurch ändern, dass Karten bereits aus dem Spiel sind. Je mehr der Stapel abschmilzt, desto höher ist natürlich die Chance, dass eine der verbliebenen Karten gezogen wird. Welche das ist, bleibt aber völlig unbestimmt von vorherigen Ereignissen. Jedes davon steht für sich selbst.

Der Zufall folgt keinen Ansprüchen an Gerechtigkeit; die “Doktrin der Fälligkeit von Chancen”, wie Gambler’s Fallacy manchmal auch genannt wird, ist ein klassischer Spieler Trugschluss. Die Wahrscheinlichkeit des gleichmäßigen Eintretens von Rot und Schwarz am Roulettetisch ist nur mathematisch gegeben, muss sich aber nicht an einem Abend erfüllen, denn die Statistik ist unbestechlich, aber nicht einklagbar. Viele Menschen, nicht nur Spieler, verstehen nicht, was eine 50:50-Chance wirklich ist. Sie bedeutet nicht, dass bei 100 Drehungen des Rouletterads 50 Mal eine schwarze Zahl gezogen wird und 50 Mal eine rote. Vielmehr verhält es sich so: Für jede Spielrunde gibt es eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine der beiden Farben. Und zwar immer und völlig unabhängig davon, wie viel oder wenig sie bereits dran war.

Historische Milionenverluste in Monte Carlo durch Spieler Trugschluss

Der Spielerfehlschluss zog 1913 in Monte Carlo größere Aufmerksamkeit auf sich. Deshalb heißt er auf Englisch auch “Monte Carlo Fallacy”. An einem schicksalhaften Sommerabend des Jahres 1913 blieb die Roulettekugel im Casino von Monte Carlo 26 Mal hintereinander in einem schwarzen Fach liegen. Die Einsätze überschlugen sich während dieser Serie, denn die Spieler waren der Überzeugung, dass Rot nun zwangsläufig an der Reihe wäre. Millionenverluste waren die Folge.

26 Umdrehungen aber sind statistisch gar nichts. Um Rot zu seinem statistischen Recht zu verhelfen, hätte es viel mehr Zeit benötigt, vielleicht mehrere Abende. Der Unterschied zwischen Durchschnittsergebnissen und statistischer Wahrscheinlichkeit ist groß. Diese eigentlich einfach einzusehende Tatsache hielt damals niemanden davon ab, am gleichen Ort und gleichzeitig aus objektiven Tatsachen die falschen Schlüsse zu ziehen und sich dabei derselben irrigen Logik zu bedienen: Trugschluss des Spielers.

Die psychologischen Hintergründe

Die Spieler Trugschluss Definition basiert auf guter Forschungslage. Ihre psychologischen Mechanismen wurzeln tief in unserer Evolutionsgschichte und lassen uns völlig unabhängig von individueller Intelligenz oder Bildungsniveau den blödsinnigsten Annahmen folgen.

Erfahrung täuscht

Dabei ist uns persönliche Erfahrung eher im Wege als hilfreich, weil Wahrscheinlichkeitsrechnung Abstraktionsvermögen verlangt. So dürften die meisten Menschen noch nie davon gehört haben, dass die Zahlen 1,2,3,4,5, und 6 zusammen sechs Richtige beim Lotto ergaben. Gemischtere Zahlenkombinationen scheinen uns deshalb mehr wahrscheinlich, weil wir immer wieder mit ihnen zu tun haben. Das sind sie aber nicht. Jede einzelne von ihnen hat dieselbe statistische Chance wie die niedrigsten sechs Zahlen in der Lottotrommel zusammen, als Hauptgewinn aufzutauchen.

Phantom-Muster

Eine andere Fehlleistung unseres Gehirns ist, dass es immer Muster sehen will, selbst dort, wo keine sind. Wir sind ständig unbewusst auf der Suche nach Mustern, weil sie uns die Orientierung erleichtern. Das war ein entwicklungsgeschichtlicher Vorteil für uns. Er versetzte uns in die Lage, uns Dinge besser zu merken und schneller zu lernen. Jedoch weisen wir unwillkürlich schon kleinsten Details Musterqualität zu, ohne das große Ganze zu kennen.

Vergebliche Hoffnung auf Einsicht des Schicksals

Oder wir ignorieren es einfach, wie beim Spieler Trugschluss. Wir wissen, dass die Gesetze der Mathematik sich keinen Deut um unsere persönlichen Anliegen kümmern. Dennoch können wir nicht umhin, vom Schicksal Gerechtigkeit zu erwarten. Darüber könnte man sich in philosophische Betrachtungen verlieren, die bis ins Religiöse reichen. Alle bisherigen Erfahrungen am Spieltisch jedenfalls haben ergeben: Im Casino waltet keine Vorsehung. Fair ist dort nur eines: Jeder Spieler hat die gleichen Chancen. Aber er hat kein Anrecht zu gewinnen, weil er zuvor verloren hat. Selbst dann, wenn das schon sehr lange der Fall ist. Das ist theoretisch leicht zu verstehen, aber praktisch schwer zu ertragen. So schwer, dass Spieler dazu neigen können, Betrug zu vermuten, wenn bestimmte Ergebnisse anhaltend ihren Erwartungen widersprechen.

Ähnliche Trugschlüsse in anderen Lebensbereichen

Wie bereits erwähnt, trifft die Spieler Trugschluss Definition nicht nur auf Glücksspieler zu. Hier einige Beispiele aus anderen Lebensbereichen:

  • Überleben im Krieg: Im Ersten Weltkrieg unterlagen Soldaten einem Bombentrichter-Trugschluss: Sie suchten gern dort Deckung, wo es schon einmal eingeschlagen hatte, weil sie glaubten, dass dort ein weiterer Treffer unwahrscheinlicher sei.
  • Investititionen: Manche Investoren glauben, dass anhaltendes Steigen oder Fallen von Aktien an mehreren aufeinander folgenden Handelstagen unweigerlich eine Umkehr des Trends nach sich ziehen muss. Dies kann dazu führen, dass sie zu lange an Aktien festhalten oder sich zu früh von ihnen trennen.
  • Vorhersage des Geschlechts eines Neugeborenen: Als das Geschlecht eines Embryos noch nicht zuverlässig vor der Geburt festgestellt werden konnte, wollten angehende Eltern trotzdem gerne wissen, ob es nun ein Junge oder ein Mädchen wird. Anzeichen dafür glaubten sie aus anderen Geburten in ihrem Heimatort ableiten zu können. Ihre falsche Rechnung lautete: “Jetzt sind schon vier Jungs im Dorf geboren worden – wahrscheinlich wird unser Kind ein Mädchen.”

Niemand ist vorm Trugschluss des Spielers gefeit. Selbst Wissenschaftlern unterläuft er, wenn sie allzu fest an die Gültigkeit bestimmter Forschungsergebnisse glauben wollen. Das Einzige, was hilft: Wir müssen vor uns selbst auf der Hut sein. Und wissen, dass unser Hirn nicht immer logisch denken will.

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