Charles Fey – Vater des Einarmigen Banditen

Wer hat Spielautomaten erfunden? Es war ein Deutscher. Der Siegeszug der Slot Machine begann Ende des 19. Jahrhunderts in San Francisco. Dort hatte der aus Bayern in die USA eingewanderte Charles Fey die Idee, einen mechanischen Geldspielautomaten zu entwickeln, der nach Geldeinwurf mit einem seitlichen Hebel in Gang gesetzt wurde. Daher bürgerte sich für die Maschine der Name Einarmiger Bandit ein – natürlich auch, weil glücklose Spieler sich von dem neuen Gerät beraubt fühlten. Dabei waren die Gewinnchancen gar nicht so schlecht.
Spielautomaten Gewinnerin
Veröffentlicht am: 21. September 2020

Der Spielautomat trat einen Siegeszug rund um die Welt an. Heute haben die Spieler die Auswahl aus Tausenden von Maschinen. Zu den beliebtesten Slots gehören Titel wie Starburst, Mega Moolah, Book of Ra und Gonzo’s Quest. Diese und viele weitere stellt ОnlineCasinosDeutschland.com vor. Spielautomaten sichern den Großteil der Einnahmen von Casinos, seien sie nun herkömmliche Spielstätten, die man persönlich besucht, oder Online Casinos. In den USA machen sie 70% des durchschnittlichen Einkommens von Casinos aus.

Wer war Charles Fey?

Der Vater des Spielautomaten kam viel rum, und er hatte immer ein Fernziel: die Neue Welt. Charles Fey wurde 1862 als Augustinus Josephus Fey in Vöhringen an der Iller geboren. Eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus erinnert dort an ihn. Eine ähnliche Ehrung erfuhr er auch in San Francisco. Die dortige Inschrift, die an seine ehemalige Werkstatt erinnert, datiert den Beginn an den Arbeiten an einem Spielautomaten auf 1894, den Durchbruch von Feys Bemühungen auf 1898.

Es war ein langer Weg, der Fey bis dorthin führte, aber er verfolgte ihn unbeirrt. Er machte sich früh aus dem heimischen Bayern in die Welt auf. Sein Streifzug als Tüftler und Experte für elektrische Geräte, Telefone und Telegraphen führte ihn durch mehrere Länder. Als er sich schließlich in den USA niederließ, änderte er seinen Namen. Man rief ihn dort mit dem Spitznamen “Gus”, was ihm nicht gefiel. Deshalb nannte er sich lieber “Charles”.

Sehnsuchtsziel Amerika

Augustinus/Gus/Charles begann seine erfolgreiche Laufbahn als Mechaniker und Techniker in der bayerischen Heimat bei einem Hersteller landwirtschaftlicher Geräte. Schon im Alter von 15 Jahren zog es ihn in die Fremde. Eigentlich wollte Fey immer in die USA. Doch noch konnte er sich die Überfahrt nicht leisten. So arbeitete er zunächst in Frankreich bei einem Hersteller für Sprechanlagen und als Werkzeugmacher. Nach dreijährigem Aufenthalt ging es weiter nach Großbritannien, wo Fey sich mit der Herstellung nautischer Geräte fünf Jahre lang das Geld für die ersehnte Atlantik-Überquerung verdiente.

In den USA suchte Fey zunächst seinen bereits ausgewanderten Onkel im Bundesstaat New Jersey auf, dann reiste er weiter bis an die Westküste. Fey ließ sich in San Francisco nieder. Von dort machte er noch einen Abstecher nach Mexiko und heiratete danach Marie Volkmar. Aus dieser Ehe entsprangen vier Kinder.

Warum hieß der erste Spielautomat “Liberty Bell”?

In Kalifornien arbeitete Frey für die California Electric Works Company. Er machte sich dann selbstständig und stellte Telefon-, Telegrafen- und Elektrozubehör her. In seiner Freizeit bastelte er an allerlei Apparaten herum – und er war leidenschaftlicher Glücksspieler. Die Kombination von Bastel- und Spielleidenschaft führte zur Konstruktion des ersten Einarmigen Banditen. Fey nannte den Ur-Slot “Liberty Bell”. Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse darüber, warum er diesen Namen wählte. Aber angesichts seiner großen Sehnsucht danach, sein Glück in den USA zu machen, darf man davon ausgehen, dass die berühmte Freiheitsglocke für ihn wie für viele Auswanderer des 19. Jahrhunderts ein starkes Symbol war, eine Verheißung der Möglichkeit, das von der US-Unabhängigkeitserklärung garantierte “Streben nach Glückseligkeit” (“pursuit of happiness”) umzusetzen.

Drei Walzen für einen halben Dollar

Es war also kein Wunder, dass Fey für seinen revolutionären Apparat die Glocke als einträglichstes Gewinnsymbol wählte – drei von ihnen in einer Reihe repräsentierten den höchsten Gewinn, einen halben Dollar. Das Prinzip des Slots ist seitdem immer dasselbe, wenn auch inzwischen technisch wesentlich ausgefeilter: Rotierende Walzen rasten zu Gewinnlinien ein. Der seitliche Hebel ist weitgehend verschwunden, stattdessen löst man eine Spielrunde mit Knöpfen aus – oder mit Schaltflächen, die diese repräsentieren, wenn man online spielt.

Es sind im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Funktionen hinzugekommen, Tasten für Risikospiel beispielsweise, mit denen man schon erzielte Gewinne noch einmal aufs Spiel setzen kann, um sie eventuell zu erhöhen. In moderne Slots sind auch Geldprüfer integriert, die eiBanknoten auf Echtheit checken. Die Glücksspielgesetze in Deutschland schreiben vor, dass nicht beliebig viel Geld eingeführt werden kann. Wer eine 50-Euro-Note in eine Maschine steckt, kann erleben, dass er einen Großteil der Summe zunächst als Wechselgeld zurückbekommt, damit der Einsatz begrenzt bleibt.

Wie ging es nach “Liberty Bell” weiter?

Fey war 33 Jahre alt, als er seine bahnbrechende Erfindung machte. Insgesamt trug sie neben der Freiheitsglocke vier weitere Gewinnsymbole: Karo, Pik, Herz und ein Hufeisen. Die Liberty Bell gab es nur einmal auf jeder Walze. Es existierten zu dieser Zeit bereits mechanische Glücksspiele, die Glücksrädern entsprachen, die man mit Geldeinwurf in Gang setzte. Es war sogar schon eine Poker Maschine im Angebot. Alle diese Apparate hatten jedoch keinen so hohen Gebrauchswert wie Feys einfacher, aber verlässlicher Mechanismus. Diesen kopierten andere Hersteller schnell, während Fey selbst mit seiner Erfindung nicht viel Geld gemacht haben soll, obwohl er sie ständig verfeinerte und eine eigene Firma dafür gründete.

Der umtriebige Auswanderer ließ sich sogar ein ziemlich cleveres Geschäftsmodell einfallen und verkaufte seine Slots nicht, sondern vermietete sie an Casinos und Saloons. Die Profite wurden geteilt. Dass Fey offenbar trotzdem auf keinen grünen Zweig kam, schrieb er selbst dem Umstand zu, dass er sich auf eine unvorteilhafte Fusion mit einer anderen Firma einließ, der Mills Novelty Company aus Chicago. Fey entwickelte bis ins hohe Alter immer weiter Slot Machines, er war ein besessener Tüftler.

Der Mann aus Bayern trat eine wahre erfinderische Lawine in Gang. Früchtesymbole wurden für Spielautomaten populär, weshalb sie im Englischen auch fruit machines heißen. In den 1930-er Jahren gab es eine Revolution der Technik für Slots: Bally Manufacturing (spätere Firmennamen waren Bally Gaming und Bally Technologies) warfen elektromechanische Maschinen auf den Markt. 50 Jahre später entwickelte International Game Technology in Nevada Slots mit Multimillionen-Jackpots. Aristocrat Technologies aus Australien schrieb ein weiteres Kapitel der Spielautomaten-Geschichte mit Pionierarbeit in der Entwicklung von Video Slots. Alles dank eines Mannes, der an das Glück glaubte: Charles Fey.

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