Löwen-Gruppe fährt wieder hoch

Nach dem Shutdown der deutschen Glücksspielbranche beginnen die Unternehmen langsam wieder mit dem Hochfahren. Das gilt auch für die Löwen-Gruppe. Der Konzern hatte bereits vor mehr als einem Monat umfangreiche Maßnahmen zum Schutz seiner Mitarbeiter ergriffen. Nun werden diese Maßnahmen offenbar zurückgeschraubt.

Wie der Konzern mitteilt, werden erste Mitarbeiter bereits aus der Kurzarbeit zurückgeholt, damit die Produktion möglichst zeitnah wieder ungehindert angetrieben werden kann. Gleichzeitig reiht sich auch die Löwen-Gruppe in die Reihe der Politik-Kritiker ein und mahnt, wie zuvor wie Gauselmann Gruppe und Novomatic, vor einer Stärkung von illegalen Glücksspielangeboten.

Die Spielbank Bad Ems von außen.

Nicht nur in den Spielhallen in Deutschland herrscht Ruhe. Auch die Spielbanken, wie hier in Bad Ems, haben aktuell nicht geöffnet. ©katjasv/Pixabay

Erste Mitarbeiter kehren bereits aus Kurzarbeit zurück

Die deutsche Löwen-Gruppe bereitet sich auf die Wiedereröffnung des Glücksspielmarktes in der Bundesrepublik vor. Nach mehreren Wochen der Ungewissheit scheint es beim Konzern jetzt wieder nach vorne zu gehen. Gegenüber dem Medienunternehmen VRM (u.a. Allgemeine Zeitung) erklärte Dr. Daniel Henzgen als Mitglied der Geschäftsführung des Spielautomatenherstellers, dass das schrittweise Wiederanfahren der Produktion ein erstes Zeichen der Zuversicht sei.

Man hoffe, dass die Produktion langsam wieder hochgefahren werden könne und auch die Spielhallen in Deutschland wieder die Türen öffnen dürfen. Sollte dies der Fall sein, sollen im besten Fall alle 4.000 Beschäftigten des Unternehmens wieder aus der Kurzarbeit zurückkehren. Schon jetzt sind 50 Mitarbeiter aus der Kurzarbeit wieder nach Bingen an den Hauptsitz zurückgekehrt, um Vorbereitungen für die Produktion zu treffen.

Henzgen berichtet weiter, dass die Gruppe gut gewappnet sei und sich in der Krisenzeit gut aufgestellt habe. Dennoch sei man natürlich in der Abhängigkeit von den eigenen Kunden, den Spielhallenbetreibern. Würden deren Umsätze bei null liegen, hätte dies natürlich auch Auswirkungen auf das Geschäft der Löwen. Die Situation sei vergleichbar mit der Situation der Gastronomie. Auch bei den Spielhallenbetreibern würde es sich um mittelständige Betriebe handeln, die wirtschaftlich aktuell mit dem Rücken zur Wand stehen würden.

Alle Unternehmen am Markt systemrelevant

Dass die Situation für die Branche derart bedrohlich ist, hätte wohl in den Augen von Henzgen nicht passieren müssen. Immerhin würden die Spielhallen alle hygienischen Vorgaben wie Zugangsbeschränkungen, die Maskenpflicht, den Mindestabstand und Desinfektionen mühelos einhalten können. Das Gesetz schreibe zudem pro Spielgerät eine Fläche von zwölf Quadratmetern vor, wodurch der Mindestabstand eingehalten werden könne.

„Es muss gefragt werden, wo die Ansteckungsgefahr hoch ist und wo sie niedrig gehalten werden kann. Und das sollten dann auch diejenigen sein, die öffnen dürfen“, so der Löwen-Mann. Angesprochen darauf, dass die Spielhallen nicht als systemrelevant gelten, erklärte Henzgen: „Unsere über 4.000 Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze gefährdet sind, dürften das wohl anders sehen“. Zudem seien in einer Marktwirtschaft letztendlich alle Unternehmen am Markt auch systemrelevant.

Die derzeitige Behandlung der Spielhallen könnte, so Henzgen, noch Nachteile mit sich bringen. Aktuell sei durch die Corona-Pandemie eine Entwicklung dahingehend erkennbar, dass Spieler häufiger auf illegale Angebote ausweichen würden. Diese Unternehmen würden keine Steuern zahlen, in Deutschland viel Geld verdienen und keine Arbeitsplätze schaffen. „Corona ist geradezu ein Konjunkturprogramm für illegale Anbieter“, so Henzgen. Gerade auf die innovativen und verlässlichen Unternehmen mit sicheren Arbeitsplätzen werde Rheinland-Pfalz nach dieser Krise jedoch angewiesen sein.

Diskussion neu aufrollen

Mit Blick in die Zukunft erklärt der Löwen-Mann, dass Rheinland-Pfalz durch die geplante Abschaffung von rund 65 Prozent der legalen Spielhallen Mitte 2021 dafür sorgen werde, dass die illegalen Glücksspielanbieter vollends eine Konjunktur durchlaufen könnten. Gerade in der aktuellen Krise zeige sich das, was die Glücksspielindustrie bereits seit geraumer Zeit predigen würde: Eine Reduzierung des Angebots ist keine Option, da dies nicht dem Spielerschutz dienen würde, sondern dazu führe, dass immer mehr Spieler auf die illegalen Angebote ausweichen würden. Für Henzgen ist die Situation damit klar: „Wir müssen diese Diskussion neu aufrollen“.

Henzgen ist damit einer ähnlichen Meinung, die jüngst auch der Gründer der Gauselmann Gruppe, Paul Gauselmann, äußerte. Dieser erklärte in einer Pressemitteilung, dass es schon aus Gründen des Spielerschutzes wichtig sei, dass die Spielhallen und Spielbanken in Deutschland bald wieder regulär öffnen dürften. Auch laut Gauselmann sei aktuell eine Verlagerung der Spielleidenschaft ins illegale Angebot zu erkennen. Der Firmenchef erklärt:

“Unter diesen Umständen können wir derzeit nicht an der Erfüllung des im Glücksspielstaatsvertrag formulierten Auftrags mitarbeiten, den natürlichen Spieltrieb der Bevölkerung in geordnete Bahnen zu lenken und der Ausbreitung illegaler Glücksspielangebote entgegenzuwirken.”

Auch bei der Gauselmann Gruppe bereite man sich derzeit auf eine baldige Wiedereröffnung des Marktes vor. Die Produktionsteams etwa würden bereits an der Entwicklung neuer Produkte feilen. Wann genau die Spielhallen und auch Spielbanken wieder öffnen dürfen, ist jedoch noch vollkommen unklar. Die Branche hofft auf spätestens Mitte Mai, erst in den kommenden Tagen sind aber von der Politik Entscheidungen zu erwarten. Die besten Online Casinos bietet die Spiele der Löwengruppe aber auch optional online an.

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