Großstädte im Hochzeits-Check: So beliebt sind Deutschlands Standesämter – und so teuer die Anmeldung zur Eheschließung

Glück in der Liebe, Pech im Spiel um die besten Ämter: Wer den Bund der Ehe eingehen möchte, muss dem heimischen Standesamt wohl oder übel einen Besuch abstatten – und ist damit von der Terminfindung, über die Anmeldung der Eheschließung bis hin zur Durchführung durch einen Standesbeamten abhängig von der Arbeit der Behörden. Das sorgt häufig für Unzufriedenheit, wie aus unserer Analyse hervorgeht.

Ein weites, kinoreifes Hochzeitsfoto eines Paares, das sich zärtlich auf einem gepflasterten Platz vor dem historischen Standesamt in Bamberg umarmt.

Dabei wurden insgesamt 16.575 Google-Rezensionen von insgesamt 136 Standesämtern bzw. den betreffenden Behörden in den 100 größten deutschen Städten erhoben und miteinander verglichen. Demnach liegt die Durchschnittsbewertung aller untersuchten Standesämter bei nur 3,3 von fünf möglichen Sternen. Deutschlands Bürgerämter schneiden im Vergleich mit einer durchschnittlichen Rezension von 3,7 Sternen besser ab. Teil der Analyse ist auch die Ermittlung der Grundgebühr für die Anmeldung zur Eheschließung bzw. die Prüfung der Ehevoraussetzungen in den Städten. Vereinzelt wurden auch die Kosten für besondere Trauorte unter die Lupe genommen.

In diesen Städten sorgen die Standesämter für Kritik

Besonders schlecht bewerten die Nutzer die Arbeit des Osnabrücker Standesamts: Mit einer Durchschnittsbewertung von 2,0 von fünf möglichen Sternen bildet die niedersächsische Stadt das Schlusslicht des Vergleichs. Größter Kritikpunkt in den Rezensionen ist die lange Wartezeit auf sämtliche Dokumente, die beantragt wurden. Auch der Auftritt der Standesbeamten sorgt für gemischte Gefühle: Während eine Bewertung von einer “lieblosen Trauung” spricht, wird in einer anderen von einer “tollen Standesbeamtin” gesprochen, “die eine wunderschöne Trauung inszeniert hat”.

Mit einer durchschnittlichen Rezension von 2,4 Sternen folgt das Standesamt in Erlangen. Für die fränkischen Ehepaare sorgen vor allem die kleinen Räumlichkeiten ohne Dekoration, eine nicht vorhandene Musikanlage und die langwierige Beantwortung offener Fragen vor der Trauung für Unmut. Ähnlich negativ fällt das Feedback in neun weiteren Städten aus: Mit einer Durchschnittsbewertung von je 2,5 Sternen landen unter anderem die Standesämter in Hannover, Halle (Saale), Nürnberg, Aachen und Mannheim im unteren Tableau.

Standesämter in Gera und Ratingen gehören zu den beliebtesten

Deutlich glücklicher mit der Arbeit der Standesämter sind die Nutzer in Gera und Ratingen: Die beiden Städte führen das Ranking mit einer Durchschnittsbewertung von jeweils 4,8 Sternen an. Einen besonders positiven Eindruck hinterlassen die Standesbeamten: Die Geraer Ehepaare sprechen in den Rezensionen von einer “sehr netten Standesbeamtin, die alle Wünsche erfüllt hat und ein wenig die Aufregung hat nehmen können”. Die Ratinger Standesbeamtin habe “mit ihrer Rede tief berührt, ihre Worte waren einfühlsam, liebevoll und voller Humor”.

Ähnlich zufrieden sind die Ehepaare mit der standesamtlichen Trauung in Zwickau: Das Standesamt der sächsischen Stadt weist eine Durchschnittsbewertung von 4,7 von fünf möglichen Sternen auf. Die Eheschließungen im traditionellen Dünnebierhaus sorgen für Begeisterung in den Bewertungen. Die Top Fünf komplettieren das historische Rathaus in Bergisch Gladbach und das Standesamt in Darmstadt mit einer durchschnittlichen Rezension von 4,6 bzw. 4,4 Sternen. Die Räumlichkeiten des Rathauses in Bergisch Gladbach, wo die standesamtlichen Trauungen stattfinden, werden als toller Ort zum Heiraten bezeichnet, der laut einem Nutzer “so ziemlich das einzige irgendwie schöne Gebäude in ganz Bergisch Gladbach” sei.

Diese Städte verlangen am meisten für die Eheschließung

Im Hinblick auf die Grundgebühren ist die standesamtliche Trauung in Erfurt besonders kostspielig: Mit einer Verwaltungsgebühr von 90 Euro führt die Stadt in Thüringen das Kosten-Ranking an. Sollten sich Paare für eine Eheschließung im Erfurter Rathausfestsaal entscheiden, steigen die Kosten sogar weiter um weitere 550 Euro. Dahinter reiht sich das nordrhein-westfälische Moers mit einer Bearbeitungsgebühr von 85 Euro ein. Sechs weitere Städte verlangen für die Prüfung der Ehevoraussetzungen und Anmeldung zur Eheschließung 80 Euro, darunter Zwickau, Rostock, Schwerin, Bielefeld, Magdeburg und Halle (Saale). Auch in Münster verlangen die Standesämter mit 72 Euro vergleichsweise viel, gefolgt von Hamburg mit einer Gebühr von 68 Euro.

Günstige Grundgebühr in Nordrhein-Westfalen

Insgesamt 17 Städte verlangen hingegen eine deutlich geringere Verwaltungsgebühr in Höhe von jeweils 40 Euro. Neben vielen nordrhein-westfälischen Städten, wo die Geldsumme dem gesetzlichen Basistarif entspricht, reihen sich auch Saarbrücken und Offenbach am Main bei den günstigsten Städten ein. Jedoch steigen die Kosten für die standesamtliche Trauung, wenn die Paare sich für eine Eheschließung außerhalb der Räumlichkeiten bzw. Öffnungszeiten des Standesamtes entscheiden. Wer zum Beispiel auf dem Schiff MS Stadt Duisburg den Bund der Ehe eingehen möchte, muss für die Trauung neben der Grundgebühr von 40 Euro weitere 300 Euro pro Stunde zahlen – bei einer Mindestmietdauer von vier Stunden werden auf hoher See also mindestens 1.200 Euro fällig.

Je 45 Euro müssen Paare in Lünen, Ludwigsburg und Berlin zahlen, wenn sie sich standesamtlich trauen lassen möchten. Weitere fünf Städte folgen mit einer Grundgebühr für die Anmeldung zur Eheschließung von 47 Euro. Dazu zählen die hessischen Städte Darmstadt, Kassel, Frankfurt am Main, Wiesbaden und Hanau. Günstig kommen auch Darmstädter Fußballfans weg, wenn sie sich im heimischen Stadion das Ja-Wort geben möchten. Für die Nutzung des Merck-Stadions am Böllenfalltor zahlen Paare 270 Euro. Zum Vergleich: In den Logen des Bremer Weserstadions werden mindestens 1.250 Euro fällig. Mit Verwaltungskosten in Höhe von 48 Euro reiht sich Worms knapp dahinter ein.

Kieler Standesamt verlangt für Trauung im Wald vierstellige Summe

Während Kiel mit einer Grundgebühr von 60 Euro im Mittelfeld landet, ist die norddeutsche Stadt im Hinblick auf besondere Trauorte teure Spitze. Für eine Waldhochzeit in der Stadt werden mindestens 2.745 Euro verlangt, die neben dem Ja-Wort im Grünen unter anderem eine festliche Dekoration, ein Blumenbukett und ein Glas Sekt bzw. O-Saft für 20 Personen beinhalten. Wer in einer besonderen Umgebung getraut werden möchte, zahlt auch in Potsdam viel: Die Eheschließung in der Blauen Galerie in den Neuen Kammern im Park Sanssouci kostet mindestens 1.894 Euro, ähnlich teuer ist die Trauung in Krefelds historischer Eisenbahn “Schluff” mit 1.799 Euro.

Über die Untersuchung

Für den Vergleich hat die Informationsplattform www.onlinecasinosdeutschland.com insgesamt 16.575 Google-Rezensionen von 136 Standesämtern in den 100 größten deutschen Städten berücksichtigt, die aus den offiziellen Stadtportalen hervorgehen. Die Bezeichnungen der Ämter bei Google Maps können geringfügig von den Angaben auf den städtischen Webseiten abweichen. Teilweise gibt es keine gesonderte Bewertung für das Standesamt, sondern nur für die Stadtverwaltung bzw. für das Rathaus. In diesen Fällen wurden die Rezensionen des allgemeinen Standortes berücksichtigt. Gibt es pro Amt mehrere verschiedene Google-Ergebnisse, wurde das Ergebnis mit mehr Bewertungen berücksichtigt. Für eine bessere Vergleichbarkeit wurden die Rezensionen gewichtet, sodass jede einzelne Bewertung gleichermaßen zählt. Datum der Erhebung: 09. März 2026.

Außerdem wurden die Grundgebühren für die Anmeldung der Eheschließung bzw. für die Prüfung der Ehevoraussetzungen in den 100 größten Städten ermittelt, die aus den städtischen Webseiten hervorgehen. Zusätzliche Kosten, die bei einer Eheschließung außerhalb der Räumlichkeiten bzw. Öffnungszeiten des Standesamtes entstehen können, wurden dabei nicht mit einberechnet.

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