Die erfolgreichsten Game-Shows 2025: Gewinner und Verlierer im Quotencheck

Wenn man das Quiz-Jahr 2025 in zwei Zahlen zusammenfassen müsste: 4,68 Millionen für Kai Pflaume, 720.000 für Stefan Raab. Gegensätzlicher hätte es kaum laufen können.

Während die ARD mit ihren Vorabend- und Samstagabend-Shows das Genre dominiert, erlebte RTL mit dem großen Raab-Comeback eine der bittersten Enttäuschungen der jüngeren TV-Geschichte. Und mittendrin überrascht ProSieben mit einem Format, das beweist: Kreatives Fernsehen kann auch Quote.

Die erfolgreichsten Gameshows 2025.

Zeit für einen Blick auf die Gewinner und Verlierer.

Die Quiz-Landschaft 2025: ARD vorne, RTL kämpft

Wer sich die erfolgreichsten Game-Shows 2025 anschaut, sieht vor allem eins: viel Blau. Drei der fünf quotenstärksten Formate laufen in der ARD – und zwei davon moderiert derselbe Mann.

Sendung Sender Zuschauer (Ø) Marktanteil Tendenz
Klein gegen Groß ARD 4,9 Mio. 18-20% stabil
Wer weiß denn sowas? XXL ARD 4,68 Mio. 21,6% stabil
Wer wird Millionär? RTL 3,40 Mio. 15,1% stabil
Gefragt – Gejagt ARD 2,85 Mio. 18% steigend
Wer stiehlt mir die Show? ProSieben 1,85 Mio. 20%+ (14-49) steigend

Auffällig: Die absoluten Zuschauerzahlen bei den Privatsendern liegen deutlich niedriger. Dafür punktet „Wer stiehlt mir die Show?” bei der werberelevanten Zielgruppe – und das ist für ProSieben am Ende wichtiger als die Gesamtreichweite.

Kai Pflaume: Der Quiz-König ohne Konkurrenz

Es gibt Moderatoren, die ein Format prägen. Und es gibt Kai Pflaume, der gleich mehrere Sendeplätze beherrscht.

Mit „Wer weiß denn sowas?” am Vorabend und „Klein gegen Groß” am Samstagabend bespielt Pflaume zwei der verlässlichsten Quotenbringer im deutschen Fernsehen. Die XXL-Jubiläumsausgabe zum zehnjährigen Bestehen erreichte am 30. Dezember laut DWDL beeindruckende 4,68 Millionen Zuschauer bei 21,6 Prozent Marktanteil. An einem Montag. Das schafft sonst nur der Tatort.

Im regulären Vorabendprogramm pendelt sich die Show bei 3,0 bis 3,5 Millionen ein – Werte, von denen andere Sender träumen. Der Wechsel von Elton zu Wotan Wilke Möhring als neuem Teamkapitän? Hat das Publikum offenbar nicht gestört. Die Marke ist stärker als ihre Gäste.

„Klein gegen Groß” funktioniert nach demselben Prinzip: verlässliche Unterhaltung ohne Risiko. 4,9 Millionen Zuschauer im Schnitt, Marktanteile zwischen 18 und 20 Prozent. Das Konzept – Kinder gegen Erwachsene in ungewöhnlichen Duellen – nutzt sich auch nach Jahren nicht ab.

Alexander Bommes und die unterschätzte Quote

Über Kai Pflaume wird viel geredet. Über Alexander Bommes weniger. Dabei liefert „Gefragt – Gejagt” konstant starke Zahlen, die laut DWDL-Analyse in der Spitze bis zu 2,9 Millionen Zuschauer erreichen. Für den schwierigen Vorabend-Sendeplatz sind das herausragende Werte.

Der Erfolg lässt sich erklären: Das Tempo von „Gefragt – Gejagt” passt zu modernen Sehgewohnheiten. Kurze Runden, schnelle Entscheidungen, klare Dramatik. Die „Jäger” – also die Quiz-Experten auf der Gegenseite – haben mittlerweile echten Kultstatus. Ihre Inszenierung als scheinbar unbesiegbare Gegner gibt dem Format eine Spannung, die reinen Wissensabfragen fehlt.

Während klassische Quiz-Shows oft als Hintergrundrauschen laufen, fordert „Gefragt – Gejagt” aktives Mitfiebern. Das zahlt sich aus.

Günther Jauch: Die Instanz mit Alterserscheinungen

„Wer wird Millionär?” bleibt eine Institution. Die beste Folge des Jahres am 24. März holte 3,40 Millionen Zuschauer bei 15,1 Prozent Marktanteil – laut DWDL der beste Wert seit Jahren. Im Schnitt lag das Format bei knapp 3 Millionen.

Aber die Dominanz früherer Jahre ist vorbei. RTL setzt verstärkt auf Event-Programmierungen wie die „3-Millionen-Euro-Woche”, um Aufmerksamkeit zu bündeln. Das funktioniert – aber nur punktuell. Im regulären Programm kämpft Jauch gegen stärkere Konkurrenz als früher.

Das eigentliche Problem liegt woanders: Das Publikum altert. Bei den unter 30-Jährigen schwächelt „Wer wird Millionär?” merklich. RTL versucht mit Clips auf TikTok und Instagram gegenzusteuern, aber ob das reicht? Die Grundmechanik des Formats – ein Kandidat, 15 Fragen, lange Denkpausen – passt nicht zu den Sehgewohnheiten einer Generation, die mit YouTube-Shorts aufgewachsen ist.

Stefan Raab: Vom Comeback zum Quotendebakel

Die größte Enttäuschung des TV-Jahres 2025 trägt den wohl bekanntesten Namen der deutschen Unterhaltungsbranche. Wer die komplette Chronik des Raab-Absturzes lesen will – von 1,59 Millionen auf 570.000 –, findet dort alle Details.

Nach dem gefeierten Comeback-Boxkampf gegen Regina Halmich im September 2024 waren die Erwartungen riesig. RTL investierte massiv, holte Raab exklusiv zurück, baute Shows um ihn herum. „Du gewinnst hier nicht die Million” sollte RTL+ nach vorne bringen.

Die Realität? Ein Absturz in Zeitlupe.

Der TV-Jahresrückblick von Wunschliste.de dokumentiert den Niedergang: Start im Februar mit 1,59 Millionen Zuschauern – solide, aber kein Kracher. Dann Woche für Woche weniger. Im Juni zog RTL die Reißleine: Einstellung bei nur noch 720.000 Zuschauern und 8,6 Prozent Marktanteil.

Der nächste Versuch folgte im September. „Die Stefan Raab Show” startete mit 1,08 Millionen. Wenige Wochen später: 660.000. Im Dezember nur noch 570.000 – ein Quotenverfall von 14,4 auf unter 6 Prozent in der Zielgruppe.

Was ist schiefgelaufen? Der Humor der 2000er Jahre funktioniert nicht mehr automatisch. Die selbstironische Überheblichkeit, die Raab vor 15 Jahren zum Star machte, wirkt heute deplatziert. Die Gen Z kennt ihn kaum, die älteren Fans sind längst zu Netflix und Co. abgewandert.

Einziger Lichtblick: „Chefsache ESC 2025″. Der Vorentscheid zum Eurovision Song Contest erreichte 3,55 Millionen Zuschauer bei 26,4 Prozent in der Zielgruppe. In der Rolle als Produzent und Mentor funktioniert Raab noch. Als alleiniger Unterhalter nicht mehr. Das ESC-Finale in Basel selbst holte dann 9,48 Millionen – der beste Wert bei den Jungen seit neun Jahren.

Die Überraschung des Jahres: Wer stiehlt mir die Show?

Während Raab scheitert, zeigt Joko Winterscheidt auf ProSieben, wie kreatives Fernsehen auch 2025 funktioniert.

„Wer stiehlt mir die Show?” ist das einzige Format im deutschen Privatfernsehen, das sowohl Feuilleton-Lob als auch Massenquote einsammelt. Laut Promiflash sorgte die Teilnahme von Olli Schulz für einen regelrechten Quoten-Boom – das Finale erreichte über 20 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe 14-49.

Für ProSieben sind das mittlerweile Traumwerte. Vor einigen Jahren wäre man mit solchen Zahlen vielleicht unzufrieden gewesen. Heute ist „Wer stiehlt mir die Show?” einer der wenigen Primetime-Leuchttürme des Senders.

Der Unterschied zu Raab? Winterscheidt gibt Kontrolle ab. Buchstäblich. Er lässt sich die Show stehlen, gibt die Moderation an Gewinner weiter, setzt auf echtes Risiko statt inszenierter Überraschungen. Das Format lebt davon, dass niemand weiß, was passiert.

Bei Raab dreht sich alles um Raab. Das war vor 20 Jahren revolutionär. Heute wirkt es altmodisch.

Was 2026 bringt

Das Quiz-Genre bleibt stabil – zumindest für die Richtigen, denn spielen tun Menschen gerne, deshalb sind auch unsere deutschen Online Casinos so beliebt.

Die ARD hat mit Pflaume und Bommes zwei verlässliche Zugpferde, die keinen Grund zur Sorge geben. RTL muss nach dem Raab-Debakel neu denken – wobei „Wer wird Millionär?” weiterhin als Anker funktioniert. ProSieben wird auf Joko setzen und hoffen, dass der kreative Ansatz auch in weiteren Staffeln trägt.

Die Zukunft gehört Formaten, die überraschen können. „Wer stiehlt mir die Show?” zeigt, dass Risiko belohnt wird. Klassische Ein-Moderator-Shows werden es schwerer haben, jüngere Zuschauer zu binden.

Und Stefan Raab? Wird 2026 vermutlich weniger präsent sein. Die Verträge mit RTL laufen, aber die Zahlen sprechen gegen weitere Experimente zur besten Sendezeit. Sein Erbe als TV-Innovator der 2000er bleibt unbestritten. Seine Zukunft als Quotengarant dürfte vorbei sein.

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