USA: Poker-Mord wegen $3.500

Aufgrund von Verlusten in Höhe von 3.500 US-Dollar beim Poker soll ein 21-jähriger US-Amerikaner seinen Gegenspieler auf brutale Weise ermordet haben. Dies geht aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Polizei von Pasco County in Florida hervor. Wie kam es zu der Tragödie?

Eine Festnahme durch die US-Polizei. 

Die Polizei hat den Verdächtigen schon nach kurzer Zeit am Haus seiner Mutter festgenommen. ©RosemaryKetchum/Pexels

Albtraumhaftes Szenario

Eine blutige Garage, eine brennende Ford-Limousine, und darin, eine fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche, gehörten zu den Hinweisen, die die Polizei von Pasco County im US-Bundestaat Florida am 02.November zur Verhaftung von Michael Psilakis führten. Der erst 21-jährige wird sich in Kürze wegen Mordes vor Gericht verantworten müssen. Er soll seinen Poker-Kontrahenten (Name und Alter unbekannt) wegen 3.500 US-Dollar schweren Verlusten am Spieltisch erschossen und angezündet haben. Erst jetzt wurden genauere Einzelheiten über den bizarren Fall bekannt.

Das Szenario, das zur Verhaftung des Verdächtigen führte, gleicht einem wahrgewordenen Albtraum: Die Mutter des Opfers hatte ihren Sohn am 30.Oktober als vermisst gemeldet. Nur zwei Tage später wurde die Polizei in die Nähe des Key Vista-Naturparks bestellt, Passanten hatten das besagte brennende Fahrzeug gesichtet. Als sich die Beamte dem Wagen näherten, erkannten sie darin eine verkohlte Leiche auf dem Fahrersitz.

Erst in der Gerichtsmedizin konnte der Leichnam der vermissten Person zugeordnet werden. Hier stellte sich auch heraus, dass die Person nicht an Verbrennungen starb, sondern erschossen wurde. Patronen fanden sich unter anderem im Fahrersitz des Wagens, bei dem es sich obendrein um einen als gestohlen gemeldeten Mietwagen handelte.

Auf der Spur des Täters

Michael Psilakis sitzt aktuell in Untersuchungshaft. Die Beamte waren dem mutmaßlichen Gewaltverbrecher schnell auf die Schliche gekommen – vor allem aufgrund der stichhaltigen Aussagen der Mutter des Opfers. Diese hatte ihren Sohn gemeinsam mit Psilakis in dem besagten Fahrzeug wegfahren sehen. Dies brachte die Beamte wiederum auf die Spur weiterer Zeugen. Diese betätigten, dass Psilakis zusammen mit dem Opfer wenige Tage zuvor an mehreren Pokerspielen teilgenommen hatte.

Bei der ersten Partie habe der Verdächtige „Summen von Tausenden Dollar“ an sein späteres Opfer verloren. Der Verdächtige war laut Zeugenaussagen besonders „verärgert“ darüber, dass sein Gegenspieler sich weigerte, die verlorenen Gelder an ihn zurückzuzahlen. Folglich habe Psilakis am darauffolgenden Abend versucht, das Geld wieder einzuspielen, jedoch ohne Erfolg. Stattdessen häuften sich weitere Verluste im Wert von über 2.500 US-Dollar an.

Mit einer Verlustsumme von insgesamt 3.500 US-Dollar nahm das Drama seinen Lauf: Wie Zeugen berichten habe Psilakis nun damit begonnen, seinem Opfer Morddrohungen und Mordfantasien per SMS zu senden. Zudem soll Psilakis bereits in einem vorherigen Telefonat angekündigt haben, sein späteres Opfer erschießen zu wollen.

Durch Brandwunden verraten

Nicht nur die Aussagen der Mutter des Opfers, auch die der Mutter des Täters führten zu seiner Ergreifung. Laut Berichten des lokalen Nachrichtensenders ABC Action News kam es nur etwa eine Stunde nachdem die Polizei das verbrannte Auto mit der Leiche gefunden hatte, zum Verhör von Psilakis’ Mutter, Coredia Psilakis. Diese gab zu Protokoll, in ihrer Garage “verschmierte Blutflecken” gesichtet zu haben. Noch während des Verhörs rief der Verdächtige bei seiner Mutter an, ein Beamter zeichnete das Gespräch auf.

Hieraus ergab sich, dass Psilakis sich Verbrennungen dritten Grades an den Schienbeinen zugezogen hatte. Schon kurz nach dem Gespräch tauchte Psilakis selbst am Haus seiner Mutter auf, wo er von den Beamten bereits erwartet und verhaftet wurde. In seinem Auto stellte man folglich auch die Tatwaffe, eine Pistole, sicher.

Im Rahmen eines ersten Verhörs erklärte der Verdächtige, sich die besagten Brandwunden in einem Streit mit seiner Freundin zugezogen zu haben, bei dem diese ihn mit heißem Öl übergossen hätte. Einschlägige medizinische Untersuchungen beweisen jedoch, dass die Wunden durch zurückspritzendes Benzin verursacht wurden, welches der Verdächtige auf das bereits brennende Auto gegossen hatte.

Neben einer Mordanklage drohen Psilakis nun auch mehrere weitere Anklagen, unter anderem wegen illegalem Waffenbesitz, Diebstahl eines Kraftfahrzeugs und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Zurzeit wird er ohne Möglichkeit auf Kaution festgehalten. Im Falle einer Verurteilung droht dem ohnehin vorbestraften Psilakis eine lebenslange Freiheitstrafe ohne Aussicht auf Bewährung.

Morde im Kontext von Poker

Tragische Mordfälle im Kontext von Poker sind leider keine Seltenheit mehr. Zu Anfang des Jahres kam es beispielsweise zu einem Zwischenfall in Irland, bei dem der 40-jährige polnische Staatsbürger Marek Swider von seinem 39-jährigen Landsmann Tomasz Paszkiewicz getötet wurde, nachdem dieser 500 Euro an sein Opfer verloren hatte.

Erst Anfang Oktober kam es zu einer weiteren Tragödie in einem illegalen New Yorker Spielklub. Hier starben bei einer Schießerei insgesamt vier Menschen. Auch in diesem Fall fanden die Polizeibeamte Spielkarten am Tatort. Im Vorfeld war es laut Augenzeugenberichten zu Streitereien aufgrund von finanziellen Verlusten gekommen. Unter den Toten befand sich auch ein ebenfalls bewaffneter Sicherheitsmann.

Was Deutschland betrifft, kam es im November 2018 zu einem Pokerdrama in Berlin, bei dem eine 23-jährige Frau getötet wurde. Ein 39-jähriger Man wurde zudem schwerverletzt. Laut Augenzeugen soll sich die Spielerrunde, die sich in dem ohnehin berüchtigten Café 63 auf der Prinzenallee getroffen hatte, mit Baseballschlägern, Äxten und Hämmern bekämpft haben. Der genaue Tatablauf ist bis heute ungeklärt.

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Polizeiband versperrt einen Tatort.

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